Fußball-EuropameisterschaftGefeierter Passgeber und „Fotomodell“: Ronaldo sorgt für besondere Momente

Fußball-Europameisterschaft / Gefeierter Passgeber und „Fotomodell“: Ronaldo sorgt für besondere Momente
Ungebetene Gäste: Ronaldo nahm es zunächst mit Humor, war dann aber genervt Foto: AFP/Ina Fassbender

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Cristiano Ronaldo glänzt auf dem Rasen als uneigennütziger Vorbereiter – und unfreiwilliges Fotomodell.

Beim ersten Flitzer lächelte Cristiano Ronaldo noch freundlich in die Handykamera und bescherte dem kleinen Jungen einen unvergesslichen Moment. Doch dann hatte Portugals alternder Superstar genug. Fünf weitere Selfiejäger stürmten in Dortmund noch auf das Feld, „CR7“ reagierte sichtlich genervt. Mit kuriosen Folgen: Nach dem Schlusspfiff wich ihm ein eigens abgestellter Ordner nicht mehr von der Seite.

Immerhin: Die gute Laune kam bei Ronaldo schnell zurück. „Für das Achtelfinale qualifiziert und Platz eins gesichert. Ich bin stolz auf dieses Team“, schrieb er nach dem klaren 3:0 (2:0) gegen die Türkei bei X. Ein Tor gelang dem 39-Jährigen zwar nicht, dennoch war er der gefeierte Mann – wegen einer Vorlage. „Ich glaube, wir haben heute etwas ganz Besonderes gesehen“, sagte Nationaltrainer Roberto Martinez: „Ein großartiger Stürmer geht auf den Torwart zu und wählt den Assist. Was für ein großartiges Beispiel!“

Ronaldo hatte seinem Teamkollegen Bruno Fernandes uneigennützig den dritten Treffer aufgelegt – eine Qualität, die ihm viele Fans in der Vergangenheit eher abgesprochen hatten. Damit stieg er zum Spieler mit den meisten Assists der EM-Geschichte auf (8 Vorlagen). In seinem 27. EM-Spiel – auch diesen Rekord festigte er – hätte er das Tor vor den Augen seiner Freundin Georgina Rodriguez und seines Sohnes Cristiano Ronaldo Jr. auch selbst erzielen können. Stattdessen legte er quer.

„Das sollte in den Akademien in ganz Portugal gezeigt werden, diese Selbstlosigkeit – die Tatsache, dass es immer um das Team geht“, lobte Martinez. Ronaldo sei „Torjäger durch und durch“. Aber: „Pässe zu spielen, ist manchmal wichtiger, als Tore zu schießen.“

Weniger selbstlos gingen die Selfiejäger vor, die ab der 70. Minute immer wieder für eine Unterbrechung sorgten. Die Ordner bildeten zwar noch während des Spiels vor den Tribünen enge Ketten, konnten die stürmischen Fans aber nicht aufhalten. Trainer Martinez richtete daher nach dem Spiel eine Botschaft an die Zuschauer: „Es ist nicht der richtige Weg, ihr habt nichts davon. Das sorgt dafür, dass es in der Zukunft schwieriger wird.“

Die UEFA kündigte am Sonntag als Reaktion stärkere Vorkehrungen in den Stadien an. Ronaldos Nebenmann Bernardo Silva war allerdings eher genervt als besorgt. „Das ist wohl der Preis, den du zahlen musst, wenn du so anerkannt bist in der Welt des Fußballs – und der Preis, den wir dafür zahlen müssen, einen solchen Spieler bei uns zu haben.“ Eine Gefahr sehe er aber nicht.

Zumal es am Samstag eher die Ordner waren, die für Gefahr sorgten – wenn auch unfreiwillig. Einer der Männer, die Ronaldo nach dem Spiel beschützen sollten, rutschte direkt vor Stürmer Gonçalo Ramos aus – und krachte dann mit vollem Tempo in den Spieler von Paris Saint-Germain hinein.

Nach seinem schmerzhaften Sturz rappelte sich Ramos wieder auf, warf dem Ordner einen bösen Blick zu – und humpelte anschließend vom Platz. Ronaldo blieb diesmal unbehelligt.