EM 2024Yamals Schuss ins Glück: Spanien zieht gegen Frankreich ins Finale ein 

EM 2024 / Yamals Schuss ins Glück: Spanien zieht gegen Frankreich ins Finale ein 
Spanien feiert den 16-jährigen Lamine Yamal Foto: AFP/Franck Fife

Jetzt weiterlesen! !

Für 0,59 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Sie sind bereits Kunde?

Spanien um Junior-Künstler Lamine Yamal hat auch Frankreichs Minimalisten-Fußballer aus dem Weg geräumt und will sich nun zum EM-Rekordsieger krönen. In einem hochintensiven Halbfinal-Kräftemessen bezwang die Mannschaft von Nationaltrainer Luis de la Fuente Frankreich am Dienstagabend mit 2:1. 

Mit einem historischen Traumtor von Lamine Yamal hat Spanien den nächsten Favoriten gestürzt und träumt mehr denn je vom finalen Triumph. Angeführt vom bislang jüngsten EM-Torschützen hat der unaufhaltsame Deutschland-Bezwinger auch Frankreichs Starensemble um Kylian Mbappé entzaubert und ist ins Finale von Berlin gestürmt. Nach dem 2:1 (2:1) im Halbfinale von München greift die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente am Sonntag nach dem Rekordtitel.

Als erste Nation könnten sich die Spanier im Duell mit England oder den Niederlanden ein viertes Mal zum Europameister krönen. Und mal wieder hat der Jüngste einen großen Anteil daran: Yamals gefühlvoller Schlenzer in den Winkel (21.) hatte die Spanier nach dem frühen Rückstand durch Randall Kolo Muani (9.) zurück ins Spiel gebracht, bevor der erneut starke Dani Olmo (25.) den goldenen Treffer nachschob.

Erstmals seit 2012 im Finale

Während die Spanier erstmals seit den erfolgreichen Jahren zwischen 2008 und 2012 wieder im Finale eines großen Turniers stehen, ist für die Franzosen der Traum vom ersten EM-Titel seit 24 Jahren geplatzt. Abgesehen von einer starken Anfangsphase fehlte der Mannschaft von Trainer Didier Deschamps wie schon zuletzt die Durchschlagskraft – daran änderte auch der erste eigene Treffer aus dem Spiel heraus nichts.

Viel war im Vorfeld über die verschiedenen Ansätze der beiden erfolgreichsten Mannschaften des Jahrtausends diskutiert worden. Während die Spanier mit ihrer unbändigen Spielfreude die Menschen begeistert hatten, stand das stark besetzte Frankreich wegen seines pragmatischen Ansatzes und der lahmenden Offensive um Superstar Mbappé in der Kritik.

Auch im direkten Duell erwischten die Iberer den vermeintlich besseren Start. Nach nur fünf Minuten hatte Fabian Ruiz die erste gute Chance für die Spanier, bei denen einzig Marc Cucurella einen schweren Stand hatte. Der Linksverteidiger wurde nach seinem ungeahndeten Handspiel im Viertelfinale gegen Deutschland bei jeder Ballberührung ausgebuht. Die spanischen Fans versuchten mit Sprechchören für Cucurella dagegenzuhalten – und verstummten dann doch komplett.

16


Lamine Yamal ist der mit Abstand jüngste Torschütze der EM-Geschichte. Mit nur 16 Jahren und 362 Tagen löste er den Schweizer Johan Vonlanthen ab, der bei der EM 2004 im Alter von 18 Jahren und 141 Tagen getroffen hatte.

Bei einem Konter verteidigte der 38 Jahre alte Jesus Navas, der den rotgesperrten Dani Carvajal in der Startelf ersetzte, zu halbherzig gegen den diesmal maskenlosen Mbappé. Dessen Flanke verwertete Kolo Muani am langen Pfosten per Kopf. Die Spanier wirkten zunächst verunsichert – bis die individuelle Brillanz von Yamal die „Rote Furie“ wieder zum Leben erweckte.

Im Alter von nur 16 Jahren und 362 Tagen schlenzte der Flügelstürmer den Ball aus der Distanz perfekt an den linken Innenpfosten, kurz darauf setzte Dani Olmo einem wilden Hin und Her die vorläufige Krone auf. Innerhalb von nur vier Minuten hatte sich das Blatt komplett gewendet. Nun waren es plötzlich wieder die Franzosen, die um Sicherheit rangen – mit überschaubarem Erfolg.

Nach einer Stunde erhöhte Deschamps das Risiko und brachte bei einem Dreifachwechsel unter anderem Antoine Griezmann für Defensivspezialist N’Golo Kanté. Die Spanier verteidigten mit ansteigender Spieldauer und in der Hoffnung auf Konter immer näher am eigenen Strafraum. Mbappé vergab die letzte gute Gelegenheit zum Ausgleich (86.). (SID)