Fecht-LandesmeisterschaftenFrustrierter Giannotte vor den letzten Herausforderungen der Saison

Fecht-Landesmeisterschaften / Frustrierter Giannotte vor den letzten Herausforderungen der Saison
Flavio Giannotte (l.) hat das Olympia-Ticket Ende April knapp verpasst Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Flavio Giannotte biegt auf die Zielgerade einer langen Saison ein. Nach den nationalen Meisterschaften, die am Wochenende im nationalen Fechtzentrum stattfinden werden, schließt der 29-jährige seine Saison mit den kontinentalen Titelkämpfen, die in der kommenden Woche in Basel (CH) ausgetragen werden, ab.

Nur allzu gerne hätte Flavio Giannotte noch einige Wochen dran gehängt. Seine letzte Chance auf ein Ticket für die Olympischen Spiele hat der Athlet des „Cercle d’escrime Sud“ beim europäischen Qualifikationsturnier, das Ende April in Differdingen stattfand, aber verpasst. Trotz seiner starken Vorstellung sollte es am Ende nicht mit dem Turniersieg klappen, den er benötigt hätte, um seinen Traum von Olympia zu realisieren.

Die Enttäuschung beim Luxemburger, der in der aktuellen Weltrangliste Position 41 einnimmt, sitzt immer noch tief. „Seit dem Qualifikations-Turnier mache ich eine schwere Zeit durchEs tut weh zu wissen, dass fast alle Fechter, die vor mir eingestuft sind und weitere 18 Degenfechter, die im Ranking zum Teil weit hinter mir stehen, bei den Spielen dabei sein werden. Ich hatte gedacht, dass ich besser darüber hinwegkommen würde. Nichts dazu beigetragen hat zudem die Tatsache, dass der Internationale Fechtverband vor kurzem vier ‚Wildcards‘ verteilt hat, deren Vergabe für uns Fechter nicht nachvollziehbar ist. Die Verteilung wurde bedauerlicherweise nicht aufgrund von sportlichen Resultaten vorgenommen, sondern ‚à la tête du client‘“, gab Giannotte seinem Frust freien Lauf. „Dies hat dann noch einmal richtig weh getan. Eine Wildcard bekam beispielsweise ein Schweizer, der beim Qualifikationsturnier in Differdingen kein einziges Gefecht zu seinen Gunsten entschieden hatte und somit gleich in der ersten Runde ausgeschieden war. All dies hat dazu geführt, dass das Flair der Spiele mir komplett abhandengekommen ist. Das Olympia-Turnier werde ich auf keinen Fall, weder vor Ort noch am Schirm, verfolgen.“

Fokus auf die EM

Giannotte will aber jetzt nach vorne blicken. „Ich war zwei Wochen in Italien und anschließend in Levallois (F), um mich gewissenhaft auf die anstehende EM vorzubereiten. Am Wochenende dürfte der Gewinn der Landesmeisterschaft eigentlich nur eine Formsache sein. Ich bin jedoch froh, wenn die Saison nach diesen beiden Turnieren vorbei ist“, so der mehrfache Meister. Mit dem Beginn der Schulferien nimmt der hauptberufliche Sportlehrer die nächste Herausforderung in Angriff. „Ich werde zunächst einige Tage in Wien verbringen. Von dort aus fahre ich dann mit dem Rad nach Nizza. Ich freue mich auf die 3.000 km lange Tour mit knapp 30.000 Höhenmetern“, so Giannotte abschließend.

Für den Titel im Degen kommt eine Reihe von Fechtern infrage. Neben den Routiniers Benoît Oment und Philippe Birget kann sich auch der 23-jährige Niklas Prinz Chancen ausrechnen. Einiges vorgenommen hat sich auch Nachwuchstalent Hervé Colling.

In der Degenkonkurrenz der Damen, wo lediglich vier Fechterinnen eingeschrieben sind, kann Anna Zens ihren Titel nicht verteidigen. Aufgrund von Schulterproblemen muss sie auch auf die Teilnahme an der EM verzichten.

Das Programm

Am Samstag:
9.00 Uhr: Degen Frauen und Männer
11.00 Uhr: Florett U20 (F/M)
13.00 Uhr: Degen U17 (F/M)
14.00 Uhr: Mannschaft Degen (F/M)

Am Sonntag:
9.00 Uhr: Florett (M/F)
11.00 Uhr: Degen U20 (F/M)
13.00 Uhr: Florett U17 (F/M)
14.00 Uhr: Mannschaft Florett (F/M)