EM-Kolumne „Extrawurst“„Bärlin, Bärlin …“

EM-Kolumne „Extrawurst“ / „Bärlin, Bärlin …“
„Albärt“ wie er leibt und lebt Foto: AFP/Jens Schlüter

Jetzt weiterlesen! !

Für 0,59 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Sie sind bereits Kunde?

Ab heute und bis zum 15. Juli bekommen sie täglich im Tageblatt ihre Extrawurst zur Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Wir werden wie schon bei den vergangenen Turnieren das Geschehen auf und vor allem neben dem Platz mit spitzer Zunge und sehr viel Humor kommentieren.

Den Anfang macht das Maskottchen unserer Nachbarn. Noch bevor seinem ersten Einsatz auf dem Platz ist um „Albärt“ ein Rechtsstreit entstanden. Ein findiger Deutscher hat sich noch vor der Europäischen Fußballunion UEFA die Rechte an diesem Namen sichern lassen und zerrt diese seit ein paar Monaten regelmäßig vor Gericht. Aktuell besteht jedoch keine Gefahr, dass der knuffige Artgenosse noch vor dem Auftaktspiel am Freitag eine Zelle mit Mördern und Vergewaltigern in der JVA München teilen muss.

Ein Vorteil beim Knastbesuch wäre jedoch, dass „Albärt“ im Gegensatz zu seinem 2006er-Vorgänger „Goleo“ eine Hose trägt. Das war dem Organisationskomitee um Philipp Lahm wichtig. Der ehemalige Bayern-Star war zu seiner aktiven Zeit selbst so etwas wie das Plüschtier unter den Kickern. Kein Wunder also, dass er sich für einen kleinen süßen Braunbären entschieden hat.

Auf den zweiten Blick sieht „Albärt“ jedoch aus wie ein Bodybuilder, der ein unausgewogenes Training absolviert hat. Viel Bankdrücken für einen mächtigen Oberkörper, aber wenig Kniebeugen und Oberarmübungen, um den Körper homogen zu gestalten.

„Albärt“ wäre mit seinem kunterbunt zusammengemischten Trikot ein gern gesehener Gast auf jeder 90er-Party. Leider hat es Philipp Lahm verpasst, den deutschen Promifriseur Shan Rahimkhan um Rat zu fragen. Ein schicker Vokuhila (vorne kurz, hinten lang) hätte den Auftritt des Maskottchens abgerundet.

Auch der Name des armen Tierchens hat schon für so einige Diskussionen gesorgt. Sehr viel Kreativität wurde bei dieser Übung nicht an den Tag gelegt. „Albärt“ setzte sich gegen noch schlechtere Vorschläge durch.

Doch machen wir uns nichts vor. Würde die Europameisterschaft in Luxemburg stattfinden, würde das Maskottchen wahrscheinlich „Petz“ heißen. Immerhin: Mit diesem Namen könnten sich viele Luxemburger identifizieren und markenrechtlich geschützt ist er wahrscheinlich auch nicht.