Réiser Päerdsdeeg„Auch wir spüren den Rückgang im Ehrenamt“ 

Réiser Päerdsdeeg / „Auch wir spüren den Rückgang im Ehrenamt“ 
François Thiry betonte die Wichtigkeit des Wohlergehens der Pferde Foto: Paul Krier/LSN Sàrl 

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Dass die Familie um FLSE-Präsident François Thiry über ihren Verein „Cercle équestre de Luxembourg“ treibende Kraft hinter den „Réiser Päerdsdeeg“ ist, ist zumindest für Kenner der Reitsportszene in Luxemburg kein Geheimnis. Das Tageblatt hat im Rahmen des größten luxemburgischen Reitturniers mit François und seiner Tochter Julie Thiry über die Organisation und die damit einhergehenden Herausforderungen gesprochen. 

Tageblatt: Wie lange im Voraus beginnt man mit der Organisation eines solchen Reitturniers, insbesondere wenn man den Status eines CSIO-3*-Events erhalten hat?

François Thiry: Rund ein halbes Jahr im Voraus. Wir verfügen über eine Liste, was wir alles erledigen müssen und wissen, was wir zu tun haben. Das Datum wurde bereits im Oktober festgelegt. 

Julie Thiry: Die allgemeine Organisation macht mein Vater ja bereits seit 31 Jahren. Natürlich kommt es in dieser Zeit zu Weiterentwicklungen. In diesem Jahr hatten wir aber in der Tat nur sechs Monate von dem Moment an, als der Vertrag unterschrieben worden war, bis zum Stichdatum. In dieser Zeitspanne konnten erst die neuen Regularien umgesetzt werden. 

Was sind die größten Herausforderungen bei einer Veranstaltung wie den „Réiser Päerdsdeeg“? 

F.T.: Eine der größten ist der Aufbau der Infrastruktur. Hier auf dem Herchesfeld steht ja nichts, da muss man von null auf hundert kommen. Das ist sehr aufwändig. Das erledigen wir zusammen mit der Gemeinde Roeser. Daneben muss man die benötigten Sponsoren motivieren. Wir haben das enorme Glück, dass die meisten davon schon eine Ewigkeit mit dabei sind. Diese helfen uns natürlich sehr. 

Julie Thiry verwies auf die strengen organisatorischen Regeln im Rahmen des CSIO-3*-Turniers 
Julie Thiry verwies auf die strengen organisatorischen Regeln im Rahmen des CSIO-3*-Turniers  Foto: Paul Krier/LSN Sàrl

Wie viele Menschen sind von der Planungsphase bis zum Beginn des Events in die Organisation eingebunden?

J.T.: Wir sind ein Kern von rund acht bis zehn ehrenamtlichen Helfern, die sich regelmäßig sehen, um sich um das Organisatorische zu kümmern. Diese Gruppe von Leuten ist während des Turniers während zwei Wochen quasi Tag und Nacht auf dem Turniergelände im Einsatz. In jedem Teilbereich der Veranstaltung können wir aus dem Organisationskomitee mit anpacken. Während des Turniers können wir auf rund zwanzig weitere ehrenamtliche Helfer zählen.

F.T.: Das sind die von unserer Seite aus. Hinzu kommen die Vereine aus Roeser, die sich um das Catering kümmern, diese machen das ja auch auf ehrenamtlicher Basis. Das sind bestimmt auch noch einmal gut zwanzig Personen. Man sieht aber, dass auch wir den Rückgang im Ehrenamt spüren. Früher konnten wir auf bis zu einhundert Freiwillige bauen, jetzt sind rund fünfzehn Personen vor Ort, die für ihre Arbeit hier im Rahmen des Turniers entlohnt werden. 

J.T.: Nicht zu unserem Teil der Organisation gehören die professionellen Dienstleister, sei dies in Teilen des Caterings oder auch z.B. die Mitarbeiter von Clip my Horse, dem Übertragungspartner unserer Livestreams. 

Was ist sonst im Rahmen der Veranstaltung noch wichtig zu erwähnen, was die Sportler und Zuschauer so nicht unbedingt mitbekommen?

F.T.: Was für uns sehr wichtig ist und was in den kommenden Jahren weiter verstärkt werden wird, ist, dass es den Pferden sehr gut gehen soll. Bei der diesjährigen Ausgabe wurden den Tieren noch mehr Wiesen zum Grasen zur Verfügung gestellt und es ist angedacht, das 2025 noch weiter auszubauen. Es wurden z.B. auch Longier-Zirkel eingerichtet. 

J.T.: Was ebenfalls nicht so offensichtlich ist, sind die Regeln, an die wir uns als Organisatoren halten müssen. Beispielsweise hatten wir keine Hand mehr darauf, welche Reiter zum CSIO-3*-Turnier kommen konnten. Es sind auch ständig fünf Stewards der FEI vor Ort, die den Zustand der Pferde im Auge behalten. Bei keinem internationalen Turnier darf geritten werden, wenn kein solcher Steward vor Ort ist.