Kampf gegen Radikalisierung in Luxemburg

Kampf gegen Radikalisierung in Luxemburg

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Steve Duarte aus Meispelt war den Sicherheitsbehörden in Luxemburg als islamistischer Extremist bekannt. 2014 verschwand er in Richtung Syrien und schloss sich der Terrormiliz Islamischer Staat an. Ob er noch lebt, ist unklar. Insgesamt sechs Menschen sollen aus Luxemburg in den „Heiligen Krieg“ gezogen sein. Gerade junge Männer ohne Job werden gezielt angeworben. Dies passiert auch in Luxemburg. Eine bekannte Adresse und Anlaufstelle ist die „Association multiculturelle de l’Ouest“ (A.M.C.O.) in Esch/Alzette (► Link). Dort ging Steve Duarte ein und aus.

Nach der Anschlagsserie von Paris, Brüssel und London hat die Politik über Konsequenzen diskutiert. Unter anderem geht es um Prävention und Ursachenforschung. In den Nachbarländern wurden Maßnahmen zur Prävention von Terrorismus und gewalttätigem Extremismus ausgearbeitet. Es wurden Wiedereingliederungs- und Deradikalisierungsprogramme auf die Beine gestellt. Auch in Luxemburg ist man diesen Weg gegangen. Vor einem Jahr gab es von der Regierung grünes Licht für eine Beratungsstelle. Im Mai 2017 wurde die gemeinnützige Organisation „SOS Radicalisation“ gegründet, vor wenigen Tagen ist das „Zentrum gegen Radikalisierung“ (► Link) aufgegangen. Vier Psychologen betreuen die Anlaufstelle.

Hilfe und Prävention

Wie es vom Familienministerium am Mittwoch heißt, verfolgt die Einrichtung zwei Ziele:

1. primäre Prävention mit dem Ziel, die Widerstandsfähigkeit gegen Ideologien und gegen Versuche der Indoktrination zu stärken.

2. sekundäre Prävention mit dem Ziel, individuelle Hilfe anzubieten für Menschen, die sich im Radikalisierungsprozess befinden sowie für deren Umfeld.

Einfacher ausgedrückt: Das Programm soll Menschen mit Tendenzen zur Radikalisierung auf den richtigen Weg zurückführen. Dabei orientiert man sich am sogenannten „Aarhaus-Modell“. Sozialbehörden, Schulen und Sicherheitsbehörden arbeiten eng zusammen und tauschen Informationen aus. Das Zentrum sieht sich als neutrale Anlaufstelle für Familien und Freunde von Menschen, bei denen es Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung gibt.

Internet und Anwerber

Die Propaganda von Terrororganisationen wie dem Islamischen Staat ist geschickt auf Jugendliche abgestimmt. Das Internet dient dabei als Plattform für eine Radikalisierung. Besonders junge Menschen, die keine Perspektive in ihrem Leben sehen, werden angesprochen. Hinzu kommen oft gut geschulte Salafisten-Anwerber in den Gebetshäusern und auf der Straße – auch in Luxemburg.

Nach Angaben des OSZE sind in den vergangenen Jahren aus den 57 OSZE-Mitgliedsländern rund 10.000 Menschen nach Syrien und in den Irak aufgebrochen, um an der Seite der Terrormiliz Islamischer Staat zu kämpfen. Sie gelten nach einer Rückkehr in ihre Heimatländer als große Gefahr. Ihre Deradikalisierung ist laut Fachleuten aber eine enorme Herausforderung.

Marius
5. Juli 2017 - 22.42

Wäre der Hintergrund nicht so ernst, so müsste man über diese Massnahmen lachen. Stümperhafter Amateurismus, welcher nur noch von der Einfältigkeit einiger bornierter Psys überboten werden kann. Hier scheint es sich nicht um Aufklärung oder Prävention zu handeln, sondern um Meinungsmache bei der verängstigten Bevölkerung, aber auf ausgesprochen dilettantische Art und Weise.

Jek Hyde
5. Juli 2017 - 15.00

Typesch lëtzebuergesch. Eng deck Fauscht an der Tësch gemacht ower nëmmen néischt preventiv ënnerhuelen.
Schwëtzen amplatz handelen. Eréischt wann et ze spéit ass kommen d'Experten a wossten alles am viraus.
Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er selbst hineinfällt.

Jimbo
5. Juli 2017 - 13.00

Eréischt wann eppes geschitt ass, gëtt do geraumt.
Virdrun gëtt näischt gemaach well Mär jo sos déi bléis sinn

Serenissima
5. Juli 2017 - 12.46

Weshalb schliesst die Regierung nicht endlich diesen Terroristen-Verein "Association multiculturelle de l’Ouest” (A.M.C.O.) in Esch/Alzette ? Man kann doch solche Leute auch strafverfolgung gegebenenfalls , die Ausländer unter ihnen ausweisen usw...?