Nein zur Fußgänger- und Radfahrerbrücke

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Luxemburg will mit einer einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke die Viertel Cents, Neudorf und Kirchberg miteinander verbinden. Die Einwohner widersetzen sich dem Projekt.

Nachdem das Vorprojekt am Dienstagmorgen vorgestellt wurde, präsentierten die Gemeindeverantwortlichen das Projekt im Rahmen einer Bürgerversammlung im Neudorf. Der lokale „Centre Culturel“ erwies sich wie schon öfters bei solchen Bürgerversammlungen als zu klein. Die Ablehnung des Projekts war hingegen umso größer.

Unter anderem die massiven Pfeiler sind den Anrainer ein Dorn im Auge.

Besonders die direkten Anrainer haben ihre Bedenken beim Bau dieser Brücke. Die künftigen Brückenpfeiler seien alles andere als ein schöner Blickfang. Eine verschandelte Landschaft, Graffitis, sowie Schattenwürfe auf die umliegenden Häuser, würden für einen massiven Wertverfall der Immobilien sorgen, so mehrere Betroffene.

„Zweet Klass Muppien“

Der lokale Interessenverein sieht sich in seiner Vermutung, dass die Neudorfer Bürger „zweet Klass Muppien“ sind erneut bestätigt. Mehrfach hatte der Interessenverein Alternativen vorgeschlagen. Diese wurden jedoch seitens der politischen Verantwortlichen schlichtweg ignoriert, von Demokratie also keine Spur, so verärgerte Einwohner.

Eine sehr kostengünstige Alternative sei die bestehende Brücke auf Höhe der „Kalchesbréck“ zu nutzen. Diese überquert auf Höhe der „rue du Grünewald“ den Neudorf und stellt eine Verbindung zwischen Kirchberg und Cents her. Aufgrund der niedrigen Bauhöhe über dem Neudorf sei es ein Kinderspiel einen Rad- und Fußgängerweg unterhalb der Brücke anzubringen. Diese Variante würde niemandem im Viertel schaden, hieß es im Saal.

Hohe Baukosten

Zahlreiche Bürger kritisierten zudem die hohen Baukosten in Höhe von rund 11,2 Millionen Euro, sowie die jährlichen Unterhaltungskosten von über 360.000 Euro. Im Neudorf sieht man kaum Radfahrer, so mehrere Einwohner; es sei also fraglich ob die Brücke überhaupt genutzt werde. Eine Studie mit korrektem Zahlenmaterial bezüglich einer eventuellen Auslastung der Brücke konnte die Gemeinde nicht vorlegen. Verkehrsschöffin Sam Tanson vertrat aber die Meinung, eine solche Studie sei unwichtig. Viel wichtiger sei es den Bürgern neue Infrastrukturen zu bieten. Es sei jedem freigestellt die Brücke zu nutzen oder nicht.

Anstatt eine derart hohe Summe in den Bau einer Brücke zu investieren, fordern die Neudorfer verkehrsberuhigende Maßnahmen. Nebst Lärm, Abgasen und Staubbelästigungen sei die Sicherheit insbesondere der Kinder gefährdet. Des Weitern sei ein solches Projekt absurd, da es im Neudorf weder eine „Véloh“-Station gibt, noch ein sicherer Radweg. Wenn die Stadt Luxemburg auf die sogenannte „mobilité douce“ setze, so solle man doch Elektrofahrräder vermieten die auch weniger sportlichen Radfahrern ein einfaches Überwinden der Höhenunterschiede in der Stadt ermöglichen, so eine Meinung aus dem Publikum.

Andere Probleme sind wichtiger

Die Neudorfer sind mehr als verärgert. Anstelle jahrzehnte alte Probleme zu lösen wie etwa die Überschwemmungen durch überforderte Abwasserkanäle bei starkem Regen gebe es nur leere Versprechen. Und nun zu allem Überfluss jetzt eine nutzlose Brücke für über 11 Millionen Euro.

Von den über 200 anwesenden Einwohnern befürwortete lediglich nur eine Handvoll das Projekt. Ob nun die Gemeinde der unverbindlichen Abstimmung der „zweet Klass Muppien „ Rechnung trägt ist jedoch fraglich.