/ Gangster nach 133 Jahren ohne Kopf beigesetzt

(dpa)
Australiens berühmter Gangster Ned Kelly hat nach 133 Jahren seine letzte Ruhestätte im Familiengrab gefunden. Zahlreiche Nachfahren des Volkshelden nahmen am Sonntag an der Beerdigung in Greta im Bundesstaat Victoria teil, berichteten Lokalmedien. Der Sarg sollte eine Betondecke bekommen, damit niemand die Knochen klauen kann. Kelly wurde in einem Grab ohne Stein beigesetzt, in dem auch seine Mutter und Brüder liegen, wie es hieß. Das kopflose Skelett Kellys war 2011 in einem Massengrab entdeckt worden. DNA-Analysen bestätigten die Identität. Der Kopf blieb verschwunden.
Ned Kelly. (Bild: dpa)
Kelly wird von vielen Australiern als romantischer Held im Stil von Robin Hood verehrt, weil er es mit Behörden aufnahm. Sie verklären den irischstämmigen Kelly heute als Kämpfer gegen die Dominanz der Engländer in Australien. Andere sehen in Kelly dagegen einen skrupellosen Polizistenmörder. Er war 1880 in Melbourne als Viehdieb, Bankräuber und Polizistenmörder gehängt worden.
Die Beerdigung sei der Familie wichtig, sagte Joanne Griffiths, eine Nachfahrin von Kellys Schwester. „Hier geht es nicht darum, eine Urteil über ihn zu fällen, sondern nur darum, ein Familienmitglied zu bestatten“, sagte sie der Zeitung „Herald-Sun“. Die Figur Ned Kelly hat Musik und Filme inspiriert. Rolling Stones-Sänger Mick Jagger spielte Kelly 1970 in dem Film „Kelly, der Bandit“ („Ned Kelly“). 2003 kam ein Kelly-Film mit Heath Ledger und Orlando Bloom heraus.
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