Tageblatt: Warum macht Hunden die Hitze so zu schaffen?
Simone Mousel: Hunde sind im Vergleich zu Menschen hitzeempfindlicher, da sie nicht am ganzen Körper, sondern nur an den Pfotenballen schwitzen können. Sie regulieren ihre Temperatur primär durch Hecheln. Das schnelle Atmen mit offenem Maul und heraushängender Zunge ermöglicht die Verdunstung von Flüssigkeit aus der Mundschleimhaut, was zur Abkühlung des Körpers beiträgt.
Was passiert bei Überhitzung im Körper eines Hundes?
Sobald der Körper mehr Wärme aufnimmt oder produziert, als er abgeben kann, beginnt der Hitzestress. Nimmt die Überhitzung weiter zu, kann dies zu einem Hitzekollaps führen. Dabei erweitern sich die Blutgefäße, um Wärme abzuleiten, was den Blutdruck senkt und die Blutversorgung des Gehirns reduziert – eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit ist die Folge. Die gefährlichste Stufe ist der Hitzschlag: ein lebensbedrohlicher Notfall, bei dem die Körpertemperatur auf über 40 °C steigt und massive Organschäden drohen.
Welche Rassen sind besonders gefährdet?
Besonders hitzeempfindlich sind brachyzephale Rassen wie Möpse, Französische oder Englische Bulldoggen, da die verkürzte Schnauze und die verengten Atemwege das Hecheln erschweren. Auch Fellnasen mit dichter Unterwolle tun sich schwerer, überschüssige Körperwärme abzugeben. Zusätzlich steigt das Risiko für sehr junge oder alte Hunde, übergewichtige Tiere sowie Vierbeiner mit Herzproblemen oder Kehlkopflähmung.
Welche Anzeichen deuten auf Überhitzung hin?
Hitzestress äußert sich oft durch Unruhe, Nervosität und starkes Hecheln. Eindeutige Alarmzeichen für einen gefährlichen Hitzschlag, die sofortiges Handeln erfordern, sind starkes Hecheln, übermäßiger Speichelfluss, Schwäche, Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen, Durchfall, eine erhöhte Körpertemperatur, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit.
Welche Vorsichtsmaßnahmen sollten im Sommer ergriffen werden?
Hunde brauchen immer Zugang zu sauberem, frischem Wasser, um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken. Bei hohen Temperaturen ist es unerlässlich, dass sich Hunde in kühlen Räumen oder im Schatten aufhalten. Körperliche Anstrengungen in der prallen Sonne sind zu vermeiden. Spaziergänge sollten auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden beschränkt werden, wenn es kühler ist. Zudem kann der Asphalt extrem heiß werden und sollte daher, wenn möglich, gemieden werden, um die empfindlichen Pfoten vor Verbrennungen zu schützen. Darüber hinaus kann das Scheren langhaarigen Hunden helfen, die Hitze besser abzuleiten, da sich weniger Wärme im Fell staut. Es ist jedoch zu beachten, dass das Fell auch einen natürlichen Schutz vor Sonnenbrand bietet, der durch das Scheren reduziert wird. Des Weiteren dürfen Tiere niemals im Auto gelassen werden, weder in der Sonne noch im Schatten. Die Temperaturen im Fahrzeug können selbst bei geöffnetem Fenster lebensbedrohliche Werte erreichen.
Wie kann man Fellnasen abkühlen?
Eine Dusche mit lauwarmem Wasser kühlt Vierbeiner effektiv ab. Alternativ bieten sich Kühlmatten oder Schwimmen an. Am See ist jedoch Vorsicht geboten wegen möglicher Blaualgen im Wasser, die Krankheiten verursachen können. Nach dem Baden in Schwimmbecken oder im Meer ist es wichtig, Hunde stets mit Leitungswasser abzuspülen, um zu verhindern, dass sich Chlor oder Salz in ihr Fell eintrocknet und sie es durch Lecken aufnehmen.
De Maart
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