Météo BoulaideWas ist mit dem Sommer los? Unwetter könnten Kurs auf Luxemburg nehmen

Météo Boulaide / Was ist mit dem Sommer los? Unwetter könnten Kurs auf Luxemburg nehmen
Hagelkörner mit einer Größe von drei bis fünf Zentimeter Durchmesser könnten in Luxemburg niedergehen Foto: Editpress-Archiv/Isabella Finzi

Wann haben wir endlich wieder „normales“ Wetter? In gewisser Weise haben wir es schon – zumindest ist es „normaler“ als das Wetter der vergangenen Jahre, meint Philippe Ernzer von Météo Boulaide. Zudem warnt der Wetterexperte vor möglichen Unwettern, die diese Woche auf Luxemburg zusteuern könnten.

Ja spielt das Wetter denn vollkommen verrückt? Über Monate hinweg hat es gefühlt ununterbrochen geregnet. Dann wurde an der Kachelmann-Wetterstation in Boewen (Ösling) am 12. Juni ein Minimalwert der Bodentemperatur von sage und schreibe -1,2°C gemessen. Und auch die Außentemperaturen in den Nächten vom 7. auf den 8. sowie vom 12. auf den 13. Juni fielen mit Temperaturen zwischen 1 und 3°C rekordverdächtig niedrig aus. „Sehr ungewöhnlich und vielleicht sogar der niedrigste Wert seit langer Zeit“, resümierte der Wetterexperte Philippe Ernzer von Météo Boulaide in seinem beim Tageblatt publizierten Wetterbericht.

Doch was ist eigentlich „normales“ Wetter? Zu dieser Frage gibt es sicherlich sehr viele unterschiedliche Sichtweisen. Ernzer meint, dass viele Einwohner Luxemburgs sich bereits an die teilweisen Extremtemperaturen der vergangenen Jahre gewöhnt hätten und inzwischen bereits warme Sommertage im Mai oder sogar schon im April erwarten.

Tatsächlich zeichne sich der Juni bisher auch durch unterdurchschnittlich niedrige Temperaturen aus, doch „das wird sich ändern“, sagt der Wetterexperte. Die kurze Kältephase Anfang Juni werde statistisch gesehen kaum ins Gewicht fallen. Er glaubt, dass die Durchschnittstemperatur des Juni 2024 näher an dem langjährigen Schnitt (1991 bis 2020) von 16,7°C liegen werde als jene der vergangenen Jahre: 19.8°C im Jahr 2023, 18,3°C 2022 und 18,7°C 2021.

Doch trotz Minustemperaturen unmittelbar über dem Boden im Juni seien Schnee und Glatteis „ziemlich ausgeschlossen“, sagt Ernzer. Dies sei unter anderem aufgrund der im Sommer vorhandenen Luftströmungen und des Sonnenstandes sehr unwahrscheinlich. Bodenfrost wäre bei Vorhandensein kalter Luftmassen wahrscheinlicher gewesen. „Für den restlichen Juni und Juli gibt es derzeit allerdings keine Anzeichen mehr für Bodenfrost.“

Hohes Unwetterpotenzial

Wettertechnisch gesehen gibt es für die kommenden Tage und Wochen sowohl gute als auch schlechte Nachrichten. Die Guten: Es wieder wärmer. Die Schlechten: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag bestehe die Gefahr von Gewittern, möglicherweise sogar einer Superzelle. Mindestens fünf verschiedene Wettermodelle würden derzeit das Aufkommen von unwetterartigen Ereignissen andeuten. Von Frankreich aufziehend in Richtung Luxemburg dürfte vor allem der Süden des Landes betroffen sein. Ernzer warnt zudem vor potenziellem Hagel, mit Hagelkörnern, die eine Größe von drei bis fünf Zentimetern Durchmesser erreichen könnten. Auch die Entstehung von Tornados sei nicht auszuschließen. „Es kann richtig gefährlich werden“, meint der Wetterexperte. Eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine aufziehende Gewitterzelle bestehe für Dienstagnachmittag.

Ernzer behalte die Wetterlage demnach weiter im Auge. Am Montagabend werde bereits deutlicher, wie sich das Wetter weiterentwickeln werde. Der Experte betont jedoch auch, dass man bei solchen Vorhersagen „immer nur von Probabilitäten“ sprechen könne.