War der G20 mehr als nur brennende Autos?

War der G20 mehr als nur brennende Autos?

Jetzt weiterlesen! !

Für 0,59 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Sie sind bereits Kunde?

Das G20-Treffen ist vorüber. Die Staatschefs sind wieder aus der Hansestadt abgereist. Die meisten Bürger kehren wieder in den Alltag zurück. Die Aufräumarbeiten bringen die Stadt wieder in den „Vor-G20-Zustand“. Auch die Polizisten können wieder in ihre Heimat zurückkehren. Merkel erklärt zum Abschluss: „Der Gipfel konnte abgehalten werden.“

Doch was wurde eigentlich beschlossen? Welche Ergebnisse können die Staatschefs denn nun vorweisen? Im Vordergrund der Berichterstattung standen die Proteste. Jedes einzelne Delikt eines Demonstranten wurde mediatisiert, während das Eigentliche, worum es geht, in den Hintergrund geraten ist.

Bei der G20 trafen sich immerhin die Staatschefs aus 19 verschiedenen Ländern plus die EU. Zusammen erwirtschaften diese Staaten über 85 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes. Während die Diskussionen über den Klimaschutz noch stärker in die Öffentlichkeit vordrangen – dank Trump und Erdogan –, wurden viele andere Beschlüsse in den Berichten ausgeklammert.

Die konkreten Beschlüsse im Überblick

– Protektionismus soll bekämpft werden, aber „legitime“ Schutzmechanismen bleiben erlaubt.

– Der Kampf gegen Überkapazitäten wird beschleunigt, um drohende Handelskonflikte zu vermeiden.

– Im Klimaschutz wird der bisherige Kurs ohne die USA bestätigt, aber neue Initiativen bleiben aus.

– Erstmals treffen US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin persönlich zusammen.

– Für Syrien verkünden die USA und Russland während des Gipfels eine Waffenruhe im Südwesten des Bürgerkriegslandes.

– Im Kampf gegen Terrorismus wird verstärkt gegen Propaganda-Inhalte im Internet vorgegangen.

– Der neue Weltbank-Fonds zur Stärkung von Unternehmerinnen in armen Ländern erhält Geld – bisher 325 Millionen Dollar, umgerechnet 285 Millionen Euro.

– In Afrika sollen private Investitionen auch in Infrastruktur gefördert werden, um klassische Entwicklungshilfe zu ergänzen.

– Die USA geben 639 Millionen Dollar, umgerechnet 572 Millionen Euro, für den Kampf gegen die akuten Hungerkrisen in Afrika.

– Die schwache Weltkonjunktur soll durch neue Maßnahmen angekurbelt werden, wobei die G20 aber wenig konkret werden.

– Die internationale Finanzarchitektur soll gestärkt und Risiken wie etwa durch Schattenbanken sollen reduziert werden.

MartaM
10. Juli 2017 - 14.55

In Afrika scheitern die Projekte, weil das Geld nicht beim Volke ankommt, es über dubiose Kanäle auf den Konten der Machthaber verschwindet.Diese Machthaber ,solange sie die Interessen der jeweiligen Geldgeberländer wahren , nach ihrem Belieben weiter walten dürfen.

Peter Pan
10. Juli 2017 - 9.45

Natürlich will man als Investor eine Rendite, schließlich will man sein investiertes Geld ja auch irgendwann zurück. Und viele Projekte scheitern einfach, weshalb die Renditen der erfolgreichen Projekte den Miserfolg anderer Projekte mittragen müssen.

Ansonsten würde man es Spende nennen und kaum einer spendet gerne, denn es ist ja das eigene Geld, was man doch sorgfältig horten will.

Peter Cat
10. Juli 2017 - 7.12

– In Afrika sollen private Investitionen auch in Infrastruktur gefördert werden, um klassische Entwicklungshilfe zu ergänzen.-. Und was genau erwarten Investoren?? Rendite, Rendite und nochmal Rendite! Wie das aussieht, konnte man im April 2012 auf ZON lesen. http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-04/land-matrix?page=4#comments