Samstag29. November 2025

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Cloche d’Or„Meilenstein“ für Luxemburg: US-Versicherungsunternehmen investiert in Forschungszentrum

Cloche d’Or / „Meilenstein“ für Luxemburg: US-Versicherungsunternehmen investiert in Forschungszentrum
Mit dem neuen Forschungszentrum sollen Verluste verhindert werden, bevor sie eintreten. Versicherungsprämien können damit günstiger werden. Foto: Editpress/Hervé Montaigu

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FM Insurance Europe hat am Montag den ersten Spatenstich für ihr neues Forschungszentrum auf Cloche d’Or gesetzt. Das US-Versicherungsunternehmen wird künftig von hier aus Kunden mit langfristigen Strategien zur Schadensvermeidung begleiten.

Am Montagnachmittag war der symbolische erste Spatenstich für das neue „Science and Technology Centre“ von FM Insurance Europe auf Cloche d’Or. FM ist ein Versicherungsunternehmen aus den USA, das fast 200 Jahre alt ist. Den Weg nach Luxemburg hat es 2017 gefunden, als der Brexit die Gesellschaft zwang, sich nach einem neuen zentralen Standort innerhalb der EU umzusehen.

Das Besondere an FM Insurance ist, dass es keine Aktiengesellschaft ist, sondern eine Genossenschaft. Die Kunden sind demnach die Besitzer der Firma. „Das ermöglicht uns, uns voll auf ihre Bedürfnisse zu konzentrieren“, so der für Luxemburg zuständige Chris Dempsey. „Dabei denken wir langfristig.“

Die Kunden, zu denen viele große Konzerne und Organisationen zählen, teilen die Überzeugung, dass die meisten Sachschäden vermeidbar sind. Ein großer Teil seines Kapitals setzt FM (Factory Mutual Insurance) daher in Forschungsaktivitäten. Wachsendes technisches Know-how soll dazu beitragen, Risiken möglichst klein zu halten, Gefahren besser zu verstehen und schlussendlich kosteneffiziente Entscheidungen im Bereich Risikomanagement zu treffen. Die größere Widerstandsfähigkeit soll dann zu niedrigeren Summen führen, die als Versicherungsbeiträge benötigt werden. In anderen Worten: Verluste sollen verhindert werden, bevor sie eintreten.

Malcolm Roberts stellt das Projekt vor
Malcolm Roberts stellt das Projekt vor Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Zu diesem Zweck der wissenschaftlichen Risikominderung betreibt FM mit seinen weltweit rund 6.000 Mitarbeitern bereits zwei Forschungszentren in den USA und eines in Singapur. Ein weiteres kommt nun hinzu. Von Luxemburg aus sollen künftig Kunden aus ganz Europa, dem Nahen Osten und Afrika mit Forschung und Innovation unterstützt werden. Neben der Forschung werden den Kunden dann hier auch gezielte Schulungen und Weiterbildungen angeboten.

Sowohl für das Land Luxemburg als auch für das Unternehmen handelt es sich um einen „Meilenstein“, hoben Finanzminister Gilles Roth sowie Malcolm Roberts, CEO der US-Gruppe, auf der Feier am Montag hervor. „Eine Drehscheibe für Risikomanagement“, so der Geschäftsführer.

Besonders erfreut zeigte sich Luxemburgs Finanzminister darüber, wie gut das Projekt in die Struktur des Landes passe. Es sei eine ideale Mischung von Finanzen, Nachhaltigkeit und Versicherungen. Es gehe darum, die Fähigkeit, Risiken zu verstehen, zu verbessern und mehr Widerstandsfähigkeit zu schaffen. Zudem werde es dem Land neue Jobs und Steuern bringen.

Cybersicherheit, künstliche Intelligenz und Klimawandel

Auch Forschungsministerin Stéphanie Obertin zeigte sich bei der Grundsteinlegung „sehr stolz“ auf die Investition. Das Zentrum passe sehr gut zu Luxemburg und werde dazu beitragen, Luxemburg attraktiver zu machen, Talente zu halten und neue Talente anzuziehen. Geforscht werden soll vornehmlich in drei Risikobereichen: Cybersicherheit, künstliche Intelligenz und Klimawandel.

Für den Standort Luxemburg habe man sich aus einer Reihe von Gründen entschieden, so das Unternehmen. Dazu zählen die geografisch-strategisch gute Lage im Zentrum Europas, die Verfügbarkeit von Talenten wie auch die tatkräftige Unterstützung durch den Staat. Mitte 2027 hofft man, zur offiziellen Einweihung des Zentrums schreiten zu können.

Mit dieser „umfangreichen Investition“ gehe FM eine langfristige Verbindung zum Standort Luxemburg ein, so Malcolm Roberts. Die Zahl der Mitarbeiter von FM soll kräftig steigen, von aktuell etwa 30 auf mehr als 120. „Das Gebäude wird für viele Jahre unser Zuhause sein.“

 Foto: Editpress/Hervé Montaigu
 Foto: Editpress/Hervé Montaigu