EditorialÜber das Für und Wider einer Monarchie

Editorial / Über das Für und Wider einer Monarchie
 Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Jetzt weiterlesen! !

Für 0,59 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Sie sind bereits Kunde?

Der Nationalfeiertag ist seit Jahren Anlass für die gleiche Frage: Passt eine Monarchie noch in unsere Epoche, oder nicht? Über das Für und Wider dieser Staatsform wird seit über hundert Jahren in Luxemburg sowohl sachlich diskutiert als auch emotional gestritten: Symbolik und Tradition sind die Argumente der Befürworter, Effizienz und Unzeitgemäßigkeit die der Gegner.

Vorige Woche wurde der Bericht über das Budget des großherzoglichen Hofes veröffentlicht. Demnach lagen die Ausgaben des Hofes 2023 bei rund 18,5 Millionen und 2024 voraussichtlich bei 22,2 Millionen Euro. Die Ironie liegt darin, dass in Luxemburg der Nationalfeiertag die offizielle Feier des „Groussherzogsgebuertsdag“ ist: Der Monarch lässt sich von denen feiern, die ihn bezahlen.

Das Volk huldigt zudem einer Person, die nur dank ihrer Abstammung zum Staatsoberhaupt wurde. Für diese Arbeit – die Job-Description ist dabei kurz gehalten – erhalten er und seine Familie eine stolze Summe. Berechtigen Tradition und Symbolik diesen Aufwand?

Die Befürworter der Monarchie haben selbstverständlich Argumente. Es ist gleich, ob wir einen Präsidenten oder einen Monarchen haben, auch ein gewähltes Staatsoberhaupt bringt Kosten mit sich. Allerdings in anderen Maßstäben: Das Gehalt von Präsident Emmanuel Macron soll rund 16.000 Euro monatlich betragen, bei Frank-Walter Steinmeier sollen es um die 18.000 Euro sein, Spesen natürlich nicht mit inbegriffen.

Die Frage, ob ein gewählter Präsident effizienter für den Staat ist oder ein Monarch, der seinen Titel erbt, hängt auch von der Person selbst ab. Ein mit viel Macht ausgestatteter, machthungriger Präsident kann fatal für seine Untergebenen sein, wogegen unser Monarch nur Beschlüsse aufgrund einer gesetzlichen Bestimmung des Parlaments erlassen kann. Dem kann man entgegensetzen, dass auch ein Präsident, wie z.B. der deutsche, sehr eingeschränkte Befugnisse haben kann.

Ein anderes Argument von Monarchisten ist die Beliebtheit des Großherzogs. Diese wird allerdings nur vorausgesetzt: Die letzte diesbezügliche Volksbefragung war vor fast 105 Jahren, am 28. September 1919. Aus dem damaligen Ergebnis eine heutige Volksmeinung herauszulesen, ist absurd. Tausende von Menschen schwenkten zwar Fähnchen am Nationalfeiertag, die Frage ist allerdings, ob sie dem Großherzog oder dem Staatsoberhaupt huldigen oder einfach nur feiern wollen.

Beliebt ist der Monarch bei Touristen: Immerhin sind wir das einzige Land mit einem Großherzog als Staatsoberhaupt. Für etliche Besucher aus fernen Ländern dürfte Luxemburg wohl so etwas wie ein Märchenland mit Zauberschlössern sein. Aber vor allem spülen sie viel Geld in die Kassen der Tourismusbranche.

Es könnte deshalb durchaus sein, dass die Politiker, die Staatsgeschäfte mit der Verwaltung einer großen Firma vergleichen, auch in dieser Frage eine Kosten-Nutzen-Analyse gemacht haben. Und vergleicht man das Jahresgehalt des Großherzogs mit dem eines Mbappé oder Ronaldo, kann man nur froh sein: Unser Star ist billiger und bescheidener; und der Eintritt bei den Shows ist umsonst.

fraulein smilla
25. Juni 2024 - 17.56

Die Schweiz zeigt dass ein Land gar kein Staatsoberhaupt braucht . Es gibt einen Bundesrat mit 7 Pesonnen die kollegial das Land fuehren , aus denen einer fuer eine Zeit als Bundesratpresident amtiert als Primus inter Pares .Einen " Steinmeier " der wenn er mal nicht der Meinung von Regierung und Parlament ist ,nur mit dem Huf scharren darf , braucht niemand . Dann doch lieber Vive de Grand Duc !

Arend
25. Juni 2024 - 17.05

Eng wichteg Komponent ass am Artikel awer vergiess gin: Dem Grand Duc sein business development Impakt!
Den GD erlabt eisen mission économiques am Ausland nei Kontakter an Affairen ze machen. Dem Grand Duc seng Aura mecht an villen Asiateschen Länner mais och an den USA vill Dieren op, an kann helleft Firmen an Affairen op Lux ze brengen. Alles daat muss an der equation mat abezun gin wann een effektiv eng Kosten/Nutzen Analyse well machen.

lupus-canis
25. Juni 2024 - 13.50

ech hu mer och schon oft d'Frô gestallt, wat dann elo besser wär.. ma am Moment ass et gud wéi et ass.. je nodems wéi et geet wann onsen Henri oofdankt..da musse mer kucken op jo oder nee..

JJ
25. Juni 2024 - 9.47

"Aber vor allem spülen sie viel Geld in die Kassen der Tourismusbranche." Da sind die Grenztankstellen aber einträglicher und kosten den winkenden Steuerzahler weniger. Na ja. Pomp and Circumstance ist und bleibt ein beliebter Zeitvertreib beim Fußvolk und bringt dem Boulevard viel Geld ein. Schaut man sich die Armen in England an stehen wir noch gut da.Da hat die Feier des Späteinsteigers Charles ein Vermögen gekostet.Aber unser Wohlstand ist wohl nicht vom Hof abhängig.
Na denn -par la grâce de Dieu und Viive. Wenn's denn sein muss.Aber Ehre bekommt man laut Aristoteles nicht in die Wiege gelegt.Man muss sie sich verdienen.Wie Blaublüter an ihre Vermögen kommen ist bekannt.

Luxmann
25. Juni 2024 - 7.37

Zur job description des grossherzogs gehoeren auch etlich unangenehme pflichten...z.bsp. die sich neben wenig sympathischen politikern auf eine tribuene stellen zu muessen und dabei zu laecheln.
Siehe bild oben.
Das verdient dann auch eine entsprechende entlohnung.