Samstag29. November 2025

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AutomarktTschüss Diesel, hallo Batterie: Luxemburg geht gegen den europäischen Trend

Automarkt / Tschüss Diesel, hallo Batterie: Luxemburg geht gegen den europäischen Trend
Elektroautos haben ihren Marktanteil 2024 in Luxemburg weiter ausgebaut Foto: Editpress/Julien Garroy

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Die Verkäufe von E-Autos auf dem Markt für Neuwagen in der Europäischen Union sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Nicht jedoch in Luxemburg.

Während über das Jahr 2024 gesehen europaweit insgesamt 0,8 Prozent mehr Neuwagen zugelassen wurden, sank der Anteil von E-Autos von 14,6 Prozent im Jahr 2023 auf nun 13,6 Prozent, wie aus neuen Daten des europäischen Herstellerverbandes ACEA hervorgeht.

Insgesamt ging die Zahl der Neuzulassungen in Frankreich über das Jahr gesehen merklich zurück (minus 3,2 Prozent). In Deutschland, Italien und Belgien war die Entwicklung ebenfalls leicht negativ. Teils deutliche Steigerungen verzeichneten hingegen Spanien, Portugal und Polen.

Grau ist die Lieblingsfarbe

Zu den wichtigen Details über die Automobilflotte der Luxemburger zählt auch die Farbe der Fahrzeuge. Und was das Thema angeht, scheinen viele Käufer auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, wie Statec-Zahlen zeigen. Stolze 34,3 Prozent der 457.231 im Land angemeldeten Autos sind grau. Die zweitbeliebteste Farbe (22,2 Prozent aller Autos) ist Schwarz. Dahinter folgen Weiß (16,9 Prozent) und Blau (12,4 Prozent). Nur 7,3 Prozent der Pkw sind rot. An diesem Ranking dürfte sich auch so schnell nichts ändern: Von den 3.115 im Dezember 2024 neu zugelassenen Autos waren 1.151 grau und 808 schwarz.

Auch in Luxemburg waren die Zuwachsraten 2024 negativ, wie Statec-Zahlen zeigen. Seit einem Höchststand von über 55.000 Neuzulassungen im Jahr 2019 stocken die Zahlen der Neuanmeldungen. Obwohl 2023 nach drei Jahren mit Rückgängen wieder mehr Neuzulassungen gezählt wurden, gingen sie im gerade zu Ende gegangenen Jahr 2024 wieder zurück.

Insgesamt sind die Neuanmeldungen in Luxemburg letztes Jahr um rund fünf Prozent auf 46.635 Stück gefallen. Das sind 2.520 Autos weniger als im Vorjahr und ist mit den Zahlen von 2015 vergleichbar. Seit 1999 wurden hierzulande jährlich mehr als 40.000 Pkws verkauft, seit 2004 mehr als 45.000 pro Jahr und seit 2016 über 50.000.

Immer weniger Dieselfahrzeuge

Unabhängig von der Entwicklung der Verkaufszahlen ist 2024, wie in all den Jahren zuvor, der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen in Luxemburg weiter gestiegen. Insgesamt 12.777 E-Fahrzeuge wurden 2024 hierzulande neu angemeldet. Das sind leicht mehr als im Vorjahr (11.048), doch fast doppelt so viele wie die 6.391 von 2022. Der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen ist damit erneut spürbar gestiegen. Im Gesamtjahr 2024 lag er bei 27,4 Prozent. Im Vorjahr waren es 22,5 Prozent.

Auch einige neue Rekorde wurden hierzulande letztes Jahr beim Verkauf von Elektroautos verbucht: Im Oktober wurden 1.308 E-Autos neu zugelassen – so viele wie niemals zuvor in einem Monat. Zudem wurden in den Monaten Juli bis Oktober erstmals mehr E-Autos in einem Monat neu angemeldet als Benziner. Bereits seit Februar 2023 werden durchgehend jeden Monat mehr Elektro- als Dieselautos verkauft.

675 Autos auf 1.000 Einwohner

Luxemburg zählt zu den Ländern Europas, in denen es pro 1.000 Einwohner die meisten Autos gibt: In der EU wurden 2023 im Schnitt 570 Autos auf 1.000 Einwohner gezählt. Mit 675 steht Luxemburg europaweit an zweiter Stelle, knapp hinter Italien mit 694, wie die Zahlen von Eurostat zeigen. Dahinter folgen Zypern und Finnland. Am anderen Ende der Skala, in Rumänien und Lettland, sind es nur knapp mehr als 400 auf 1.000 Einwohner. In Belgien wurden 511 Autos auf 1.000 Einwohner gezählt, in Deutschland 588.
In den Jahren vor 2021 stand Luxemburg lange an der Spitze der Tabelle. Im Jahr 2012 zählte das Großherzogtum 663 Autos pro 1.000 Einwohner. Im EU-Durchschnitt waren es damals nur 490. Die europäischen Zuwachsraten sind seitdem im Schnitt also deutlich höher als in Luxemburg.

In Europa war das 2024, wie zu Beginn des Artikels erwähnt, nicht der Fall. Besonders in Deutschland wurden letztes Jahr bedeutend weniger E-Autos verkauft. In dem Land brach die Zahl der Neuzulassungen von E-Autos um 27 Prozent ein. In insgesamt 15 von 27 EU-Ländern hat es 2024 einen Rückgang in dieser Kategorie gegeben, auch im zweitgrößten Markt, Frankreich (minus drei Prozent).

EU-weit blieben E-Autos die am drittmeisten verkaufte Antriebskategorie. Benziner führten das Ranking an, wobei sie zum Jahresende im Monatsvergleich mehrere Monate in Folge von Hybriden überholt wurden. Im Dezember 2023 hatte der Marktanteil von Hybriden noch bei 26,5 Prozent gelegen, ein Jahr später war er auf 33,6 Prozent angestiegen.

Tipps vom ACL

Im Hinblick auf das Auto-Festival vom 25. Januar bis 3. Februar weist der ACL in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die wachsende Komplexität neuer Fahrzeugtechnologien den Autokauf zunehmend erschwert – und gibt Empfehlungen, damit der Erwerb eines Neuwagens möglichst reibungslos verläuft. Wer sich viele Fragen stellt, kann sich direkt an den ACL wenden. Dieser unterstütze seine Mitglieder mit technischem Fachwissen und biete eine technische Beratung zu Fahrzeugtypen, Ladesystemen und Prämien – telefonisch oder vor Ort.
Die Vielfalt an Fahrzeugtypen und Technologien könne bei der Suche nach einem neuen Auto verwirrend sein. Eine fundierte Entscheidung erfordere Kenntnisse über die Vor- und Nachteile jeder Kategorie, um so das Modell auszuwählen, das am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Kaufinteressenten sollten stets eine Probefahrt unter Alltagsbedingungen machen, um Komfort, Wendigkeit, Sicht und Leistung des Autos zu testen.
Ist die Wahl getroffen, kann der Kaufvertrag unterzeichnet werden. Laut ACL sollten Kunden stets darauf achten, dass auf dem Bestellschein die genaue Modellbezeichnung sowie die verschiedenen Ausstattungen und Optionen des Autos festgelegt sind. Auch das Lieferdatum sollte so genau wie möglich angeben sein. Formulierungen wie „zum Jahresende“ seien zum Beispiel zu vermeiden. Gibt der Kaufvertrag kein Lieferdatum an, gilt eine 30-Tage-Lieferfrist nach der Unterzeichnung. Bei Lieferverzögerungen sollte der Händler schnellstmöglich informieren und eine Lösung anbieten, die für beide Seiten vorteilhaft ist. Andernfalls könnten Verbraucher den Kauf per Einschreiben rückabwickeln.
Was das Privatleasing betrifft, so rät der ACL, die Geschäftsbedingungen genau zu prüfen und sich unklare Klauseln gegebenenfalls von einem Experten erklären zu lassen. Auch das Klären des Bewertungsstandards für Gebrauchsschäden (zum Beispiel des Renta-Standards) sei wichtig. Zudem gelte es, auf die enthaltene Kilometerzahl zu achten und sich über Kosten für Mehr- oder Minderkilometer zu informieren. Ist ein Vertrag erst mal unterschrieben, kann der Verbraucher seine Meinung nicht mehr ändern. Aus diesem Grund empfiehlt der Automobilclub, sich eine Bedenkzeit zu nehmen. Bei Online-Käufen gewährt die EU jedoch 14 Tage Widerrufsrecht. (les)

Auch in Luxemburg waren E-Autos 2024 die am drittmeisten verkaufte Antriebskategorie. Jedoch lag ihr Anteil deutlich näher an dem der Hybriden (30,5 Prozent) und der Benziner (29,6 Prozent). Der Anteil der Dieselfahrzeuge unter den Neuzulassungen ist derweil weiter rasant gefallen, auf nur noch 12,3 Prozent. 2020 waren es noch 36,8 Prozent.

Constantin Gall von der Beratungsfirma EY führt die europaweit stockenden E-Auto-Verkäufe maßgeblich auf die hohen Preise zurück. „Für weite Teile der Bevölkerung sind Elektroautos schlicht noch zu teuer“, erklärte er. Das könne sich im Jahr 2025 jedoch ändern. „Um Strafzahlungen wegen zu hoher Flottenemissionen zu vermeiden, sind viele Hersteller dazu gezwungen, den Absatz von Elektroautos mit Preissenkungen anzukurbeln.“ (mit AFP)

Michaux Merle
30. Januar 2025 - 19.24

Wird Zeit, dass die Stadtzentren für Verbrenner gesperrt werden, oder die Einfahrt nur für 20€ pro Tag erlaubt werden, dann geht's ruckizucki.

Lucilinburhuc
27. Januar 2025 - 13.55

@fraulein smilla : Nicht ihr Ernst oder ?

Mantoine-jacquet Carlo
25. Januar 2025 - 18.03

Iwerleet emol Här Journalist.
Letzebuerg ass eng kleng entité, wahrscheinlech gët et och en Quartier zu München, den géint den Trend geet.
Perséinlech sin ech der Meenung, dat all Form Benzin, Diesel , Elektr, oder méi soll weiderentweckelt gin.

fraulein smilla
23. Januar 2025 - 16.04

Die europaeische Autoindustrie liegt Dank der EU Klimavorgaben am Boden und das kostet uns Millionen Jobs .Kein Trump Weit und Breit der diesem Wahn ein Ende macht .

Bayrhammer Gust
23. Januar 2025 - 13.15

Wenn ich ne Firma hätte wurden auch alle Autos elektrisch laufen.

donald duck
23. Januar 2025 - 11.59

dee meechte Läit haalen hiiren Auto méi laang wéi soss, op Benziner oder Diesel (déi fiirt am Bechten wann hiën ee puër Joër houët a bëlleg)

den Electro ass am Meechten vun de Firmen gebrauëcht (déi kréien ee bessere Präiss)

oder hië gët als Drëtt-Auto kaaft

wann d'Primen fiir dën Electro verschwannen, da gin rëm manner där Ween kaaft
a nët Jiddereen ass vun engem Electro begeechtert..

LeCze
23. Januar 2025 - 7.53

Bunte E Pandas braucht das Land, zum gleichen Preis wie die Hybrid Benziner! 😀😜🚙🚗🚕🚔