Stille im „Tiergarten“ – Die schützenswerte Vergangenheit auf dem Escher St.-Joseph-Friedhof

Stille im „Tiergarten“ – Die schützenswerte Vergangenheit auf dem Escher St.-Joseph-Friedhof
Der Friedhof Saint-Jean ist ein Ort der Stille Foto: Editpress/Claude Lenert

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Auf dem Escher „Cimetière Saint-Joseph“, einem ehemaligen Tiergarten, gibt es viel zu entdecken: Gräber bekannter Persönlichkeiten aus Kultur, Sport oder Politik zum Beispiel und Grabmäler international renommierter Künstler. Ein Spaziergang lohnt sich. Auch im Herbst, wo, wie jetzt um Allerheiligen, eine ganz besondere Atmosphäre herrscht.

Was heute mitten in Esch liegt, befand sich früher außerhalb der Ringmauer der Stadt. Der heutige St.-Joseph-Friedhof zum Beispiel. Er war damals ein weitläufiger Tiergarten und gehörte zum Jagdgebiet der lokalen Edelleute. Die ersten Gräber kamen 1866. Da war Esch bereits über seine rue des Remparts hinausgewachsen. In aller Eile mussten im „Tiergarten“, wie der Ort noch bis um 1940 genannt wurde, die Opfer der Cholera, die Esch heimgesucht hatte, bestattet werden.

Der alte Friedhof „Saint-Jean“ liegt nur einige Hundert Meter weit entfernt, in der Grand-rue. 1878 wurde er definitiv geschlossen und abgerissen. Heute erhebt sich dort die Grundschule. Die rue de l’Eglise erinnert noch an die damalige Kirche.

Älter als der Friedhof selbst

Ein Teil der alten Gräber kam auf den neuen Friedhof. Das erklärt auch, warum sich heute dort Monumente und Inschriften befinden, die älter sind als der Friedhof selbst. Henri Strottner und Ed Maroldt mögen diesen Ort. Schön ist er besonders auch jetzt, im Herbst, wenn die Sonne durch das bunte

Laub der zahlreichen Bäume hindurchscheint und die Statuen, Gräber und Grabkapellen in ein weiches Licht hüllt. Die Atmosphäre weckt Erinnerungen an den „Cimetière du Père Lachaise“ in Paris. Der frühere Verantwortliche des „Jousefskierfecht“ und der pensionierte Deutschlehrer kennen zu fast jedem Grab eine Geschichte. Sei es über den Künstler, der es entworfen hat, oder über den, der dort bestattet liegt. Schriftsteller, Sportler oder Politiker, Menschen aus Esch oder die dorthin gezogen sind und Geschichte geschrieben haben.

Für unsere Fotogalerie haben wir nur einige Monumente herausgepickt. Bei einem Spaziergang durch die einzelnen Reihen gibt es viele weitere zu entdecken. Damit ein Besuch sich auch in Zukunft noch lohnt, setzt sich Henri Strottner dafür ein, dass die Monumente auf dem Friedhof jährlich von der Gemeinde gesäubert und wenn nötig restauriert werden. Ed Maroldt kann sich zudem vorstellen, dass man eine Patenschaft für ein Grab beantragen kann. Diesem Ort der Stille, mitten im Herzen von Esch, würde das sicher guttun.

FS
11. November 2019 - 13.46

Das stimmt so nicht ganz. Man kann zwar keine neue Gräber mehr "kaufen". Die Grabkonzessionen, die aber schon bestehen, können aber nach 30 Jahren wieder erneuert werden. Es herrscht einfach Platzmangel :-P

Alfons
3. November 2019 - 10.18

Traurig wär's! Würde allerdings dem Zeitgeist durchaus entsprechen. In absehbarer Zukunft wird es keine Vergangenheit mehr geben, sie wird einfach ausgelöscht. Nur noch geistiger Ballast. Und das Herz ist eh nur eine biologische Pumpe. Gefühle sind out, davon kann man sich in unserer materialistisch ausgerichteten Gesellschaft nichts kaufen. Und wenn das Kartenhaus dann eines Tages zusammenbricht, sind wir am Boden zerstört und werden uns bewusst, wie klein wir eigentlich sind.

Wester Gust
2. November 2019 - 6.46

Wenn meine Informationen zutreffen, ist dieser Friedhof ein Auslaufmodel, denn dort würde keine Grabkonzession mehr erneuert werden, und wird in weniger als 30 Jahren eine Steinwüste, oder bestenfalls eine Grünfläche geworden sein.

Frank Goebel
1. November 2019 - 12.06

Danke für die schnelle Rückmeldung! Wir haben das korrigiert.

- Ihre Redaktion

rowo
1. November 2019 - 11.58

Auf diesem Friedhof liegt einer unserer grössten französischsprachigen Lyriker und Schriftsteller, Edmond Dune begraben. Ehre seinem Andenken, dem Autor des bekannten Theaterstückes " Les Taupes " , zu Beginn der 1950er Jahren in Paris uraufgeführt.

Leila
1. November 2019 - 11.51

Es sind keine Fotos zu sehen, nur eine graue Fläche