EschSportarena und Sportmuseum: Flaggschiffprojekte können nicht gebaut werden

Esch / Sportarena und Sportmuseum: Flaggschiffprojekte können nicht gebaut werden
Das Autohaus ist schon eine Weile weg, doch die Sportanlagen werden wohl nicht dort gebaut werden Foto: Editpress/Alain Rischard

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Aus der geplanten Sportarena und dem nationalen Sportmuseum in Esch/Alzette wird voraussichtlich nichts. Das geht aus der Antwort von Sportminister Georges Mischo (CSV) auf eine parlamentarische Anfrage von Liz Braz (LSAP) hervor.

Auf 68.000 Quadratmetern sollte im Viertel Lankelz, in Esch/Alzette, dort wo sich ehemals die Niederlassung des Autohauses Muzzolini befand, ein neues Viertel mit den erwähnten Sporteinrichtungen, aber auch Wohnungen gebaut werden. Grund für das vorläufige Aus des Projekts ist, dass sich das Grundstück in einer „zone non aedificandi“ („Bauverbotsgebiet“) befindet.

Das Projekt war ein Flaggschiffprojekt des ehemaligen Escher Bürgermeisters Goerges Mischo. Die erste Frage der sozialistischen Abgeordneten und ebenfalls Escher Gemeinderätin, ob das Problem schon dem vorigen Bürgermeister der Stadt Esch bekannt gewesen war, ignoriert Mischo, und zeigt stattdessen mit dem Finger auf seine Vorgängerin Vera Spautz. Unter ihrer Bürgermeisterschaft habe die Gemeinde 2017 eine Konvention zur Nutzung des Viertels mit der Firma Tracol unterschrieben. Auf die konkrete Frage, seit wann das Problem der nicht bebaubaren Zone schon bekannt gewesen sei, muss der Minister dann aber zugeben, dass es im Laufe des Jahres 2022 aufgetaucht sei.

Erstaunliche Entwicklung

Was umso erstaunlicher ist, weil der Sportminister schon einmal Stellung in der Sache bezog. Monate nachdem das Problem seinen eigenen Worten zufolge schon bekannt war, schrieb er im Dezember 2023 in einer Antwort auf eine parlamentarische Frage: „La réalisation desdits projets n’est pas remise en question.“ In einer Frage bezieht sich Liz Braz auf eine rezente Aussage des Ministers, der zufolge bereits ein alternatives Grundstück für das nationale Sportmuseum gefunden worden sei. Wo das denn sei, wollte sie wissen, worauf der Minister lakonisch antwortet: „Et gëtt kee gefestegte Projet.“ Es würde aber nach einem alternativen Standort in der Gemeinde Esch gesucht, weil dies dem Willen der Konventionsparteien vom Dezember 2021 entspreche.

Damals hatte der Staat eine Konvention mit der Stadt unterzeichnet, nach welcher er sich verpflichtete, der Gemeinde das Sportmuseum schlüsselfertig abzukaufen. Das ursprüngliche Museumsprojekt war mit 16,5 Millionen Euro veranschlagt worden, wovon der Staat 35 Prozent übernehmen sollte.

Erste Pläne des „Centre sportif Lankelz“ waren bereits im Oktober 2020 im Escher Gemeinderat vorgestellt worden. Im unteren Teil des Gebäudes sollten Geschäfte unterkommen. Darauf sollten das Sportmuseum und die Arena gebaut werden. 58 Prozent des Grundstücks (39.400 Quadratmeter) waren als Wohnraum vorgesehen.

So hätten die Sportinstallationen aussehen sollen
So hätten die Sportinstallationen aussehen sollen Grafik: Ville d’Esch