HaustiereSo fühlen sich Fellnasen im Garten wohl: Tipps für eine hundefreundliche Grünfläche

Haustiere / So fühlen sich Fellnasen im Garten wohl: Tipps für eine hundefreundliche Grünfläche
Viel Platz zum Tollen, aber auch schattige Bereiche sollten vorhanden sein Foto: AFP/Alain Jocard

Jetzt weiterlesen! !

Für 0,59 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Sie sind bereits Kunde?

Ein Stück Natur macht das Zuhause für die Vierbeiner noch attraktiver. Im Frühling kann man den pelzigen Freunden mit einem hundegerechten Garten eine besondere Freude bereiten. Tierärztin Simone Mousel verrät dem Tageblatt hilfreiche Tipps, um die Gestaltung zu erleichtern.

Tageblatt: Wie sollte man bei der Gestaltung eines hundefreundlichen Gartens vorgehen?

Dr. med. vet. Simone Mousel: Für ein sorgenfreies Zusammenleben sollte im Garten die nötige Sicherheit gewährleistet werden. Hundebesitzer*innen sollten Gefahrenquellen vermeiden und sicherstellen, dass sich die Vierbeiner im Freien wohlfühlen und artgerecht beschäftigen können. Am besten sollte die Grünfläche in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt sein: Rasenfläche zum Laufen, Buddelecke zum Spielen, Übersichts- und Löseplatz sowie Zugang zum Haus und zu frischem Wasser sollten nicht fehlen. Außerdem sollte man für ausreichenden Schatten sorgen, um einen Sonnenstich zu vermeiden. Dafür eignen sich Bäume mit dichter Krone, Schirme oder Sonnensegel sehr gut.

Ist im Garten ein Hundezaun nötig?

Jeder Hund, unabhängig von seiner Erziehung, könnte in Versuchung geraten, den Garten zu verlassen, um die Umgebung zu erkunden, wenn er allein gelassen wird. Daher sollte der Garten von einem sicheren Zaun umgeben sein, der der Körpergröße des Hundes entspricht und ein stabiles Fundament besitzt.

Welche Gefahren lauern im Garten?

Der Hund sollte sich im Garten weder verletzen noch vergiften können. Stachelige Pflanzen, Baumschnitt, Gartengeräte, spitze Kanten sowie Giftstoffe wie Pestizide oder Rodentizide können verheerend sein. Darüber hinaus können Teiche sowie Schwimmbecken ein Risiko für Ertrinken darstellen, da Hunde, wenn sie hineinspringen oder -fallen sollten, möglicherweise nicht mehr selbstständig herausklettern können. Allerdings kann man dem Hund durch konsequente Erziehung beibringen, welche Bereiche er nicht betreten darf. Je nach Bedarf kann man außerdem den Rat eines Gärtners in Anspruch nehmen, um sicherzustellen, dass keine toxischen Pflanzen im Garten vorhanden sind.

Welche Pflanzen sind für Hunde giftig?

Eine ganze Reihe an Gewächsen können der Gesundheit schaden. Blumen wie Lupinen, Callas, Narzissen, Lilien, Hyazinthen, Azaleen, Krokusse, Hortensien, Petunien, Primeln, Leberblümchen, Begonien, Rittersporne, Geranien, Wandelröschen, Akeleien, Rhododendrons, Märzenbecher, Oleander, Roter Fingerhut sowie Blauer Eisenhut sind für Hunde giftig. Kletterpflanzen wie Efeu, Blau- und Goldregen sind ebenfalls toxisch. Zudem sind Kräuter wie Holunder, Schnittlauch, Bärlauch, Knoblauch und Zwiebel für die Vierbeiner schädigend. Sträucher wie Buschbaum, Seidelbast sowie Eibe und Engelstrompete sind auch extrem giftig. Eine weitere Tabuzone für den Hund ist das Obst- und Gemüsebeet, da rohe Kartoffeln, Gartenbohnen und Trauben giftig sind.

Ab jetzt werden die Tage wieder länger und wärmer. Kann der Hund eigentlich bei milden Temperaturen im Garten übernachten?

Solange es nicht stark regnet und der Hund sich ruhig verhält, kann er durchaus im Garten schlafen. Eine Hundehütte, die der Hundegröße entspricht und keine gefährlichen Kanten aufweist, stellt einen passenden Rückzugsort dar. Außerdem ermöglicht eine Hundeklappe einen direkten Zugang zum Haus und zu frischem Wasser.

Was muss man alles bei einer Hundeklappe berücksichtigen?

Es ist wichtig, dass die Hundeklappe der Hundegröße entspricht. Vorausgesetzt, der Hund bellt nachts im Garten nicht, kann man sie Tag und Nacht offenlassen. Darüber hinaus kann man ungebetene Gäste im Haus vermeiden, indem man eine batteriebetriebene Hundetür verwendet, die mit einem Halsband oder einem Mikrochip geöffnet werden kann.

Wie können Kotflecken auf dem Rasen vermieden werden, wenn Fellnasen eine beträchtliche Zeit im Garten verbringen?

Hundehalter haben die Möglichkeit, Urin- und Kotflecken auf dem Rasen zu verringern, indem sie Hunde einen Rückzugsort für ihr Geschäft anbieten. Um einen geeigneten Löseplatz zu schaffen, wird zuerst der Boden ausgehoben und dann mit Feinkies oder Sand bedeckt. Die Fläche kann außerdem mit Holzbalken umrahmt werden.

Tierärztin Simone Mousel
Tierärztin Simone Mousel Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Wie kann man Vierbeiner im Garten beschäftigen?

Suchspiele sind im Frühjahr eine unterhaltsame Beschäftigung, während Hundepools im Sommer eine gute Wahl sind. Jedoch sollte immer darauf geachtet werden, dem Hund eine Ausstiegsmöglichkeit aus dem Wasser zu bieten, da andernfalls das Risiko eines Ertrinkens besteht. Man muss ihn auch dazu trainieren, damit er im Notfall die Ausstiegsstelle sofort erkennt und benutzt.

Welche Parasitenschutzmittel sind für Hunde, die sich im Garten herumtreiben, am besten geeignet?

Alle Hunde sollten regelmäßig entwurmt sowie gegen Zecken und Flöhe geschützt werden. Beim Tierarzt oder in der Apotheke findet man Entwurmungsmittel als Tabletten zum Eingeben sowie Schutzmittel gegen Flöhe und Zecken als Halsbänder, flüssige Spot-on-Präparate oder Tabletten. Die Wirkung der Parasitenschutzmittel kann je nach gewähltem Produkt unterschiedlich sein. Welches Präparat sich am besten eignet, sollte mit dem Tierarzt besprochen werden.