EschRenommierte Auszeichnung: Das CHEM geht gestärkt in die Zukunft 

Esch / Renommierte Auszeichnung: Das CHEM geht gestärkt in die Zukunft 
Die Verantwortlichen sind sich sicher: Das Krankenhaus geht mit zahlreichen Verbesserungen gestärkt aus dem dreijährigen Prozess hervor  Foto: Editpress/Alain Rischard

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Von einem „wichtigen und historischen Moment“ sprach der Escher Bürgermeister Christian Weis (CSV) gestern auf der Pressekonferenz zur Akkreditierung des CHEM durch die „Joint Commission International“ (JCI). Die internationale Anlaufstelle ist nach eigenen Angaben führend in der Bewertung der Abläufe im Gesundheitswesen. Nach dem CHL in der Hauptstadt hat die Urkunde in Form einer Medaille nun auch das Krankenhaus im Süden des Landes vorzuweisen. 

Für den Generaldirektor des CHEM, den Neurologen Dr. René Metz (60), hat die internationale Auszeichnung und der dreijährige Weg dahin vor allem interne Strukturen gefestigt und neue hervorgebracht. „Ein großer Teil des Akkreditierungsprozesses fördert die Fähigkeit, erklären zu können, warum man es gut macht“, sagt er. „Wir haben uns dadurch in vielen Bereichen verbessert.“

Vorgaben zur Anwendung von Schmerzmitteln, die Einkaufspolitik, Brandschutz, Richtlinien im Falle von Herzproblemen oder der Umgang mit gefährlichen Substanzen sind nur vier der Themenbereiche, die von den Experten der Kommission unter die Lupe genommen wurden. 1.200 Vorgaben enthält der aktuelle Leitfaden der „Joint Commission“ für solche Verfahren.

Dr. René Metz
Dr. René Metz Foto: Editpress/Alain Rischard

Das sind 400 Seiten mit Vorgaben. Ob Arzt oder Krankenschwester, um nur zwei Beispiele zu nennen: Sich selbst in seiner Arbeit zu hinterfragen und hinterfragen zu lassen, hat dem 2.000 Köpfe zählenden Team des CHEM eine neue Dynamik gegeben. Wenn man Metz folgt, hat es die einzelnen Abteilungen zusammengeschweißt – auch über die Zuständigkeitsbereiche hinweg.

„Wir wollten auf sehr hohem Niveau mitmachen und es hat uns alle näher zusammengebracht“, sagt Metz. Dabei spielt auch das Verhältnis Arzt/Patient eine Rolle. „Da haben wir eine Kultur entwickeln können“, sagt Metz und meint ein Verhältnis noch mehr auf Augenhöhe. Zuhören, den Patienten ernst nehmen, ihn da abholen können, wo er steht, und sichergehen, dass Diagnose und Therapie verstanden wurde, sind Bestandteile dieser Kultur.

Metz mutmaßt, dass dieses Themengebiet im nächsten aktualisierten Leitfaden der JCI, der Ende des Jahres erscheinen soll, eine noch wichtigere Rolle spielen wird bei zukünftigen Zertifizierungen. Nach außen hat die Akkreditierung ebenfalls eine Wirkung. Das CHEM kann auf europäischem Niveau mithalten, dies nachweisen und braucht sich mit seinen Leistungen nicht zu verstecken – zumal es bereits Patienten aus anderen Ländern behandelt.

„Eine solche Dichte mit Krankenhäusern, die diese Akkreditierung haben, gibt es nicht so häufig“, sagt der CHEM-Chef nicht ohne einen gewissen Stolz. „Die JCI-Zertifizierung ist eine Top-Zertifizierung.“ Er zieht daraus den Schluss: „Das luxemburgische System sollte sich selbst mehr vertrauen, als es das tut.“ In einem Nebeneffekt hat die Zertifizierung schon oft geäußerte Bedenken gegen das luxemburgische System mit Belegärzten im Krankenhaus ausgeräumt. „Wir haben bewiesen, dass es geht“, sagt Metz.