Prozess in Luxemburg: 52-Jähriger verprügelt Kind nach Klingelstreich

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Ein 52-Jähriger soll im Juni des vergangenen Jahres einen Elfjährigen derart verprügelt haben, dass dieser verletzt wurde. Der Mann soll den Jungen am Hals hochgerissen und ihn dann zu Boden geworfen haben.

Danach soll er ihn mitsamt seines Fahrrads in die Luft gehoben und erneut zu Boden geworfen haben. Der Junge soll hierbei mehrere Traumata und sonstige Verletzungen erlitten haben.

Angeklagter fühlte sich von den Kindern „terrorisiert“

Der Angeklagte erklärte vor den Richtern, dass er seit mehreren Jahren Opfer von Jugendstreichen sei. „Die Kinder rennen mit Füßen gegen meine Vordertür und klingeln ständig an meiner Tür. Immer wieder habe ich sie verwarnt und ihnen erklärt, sie sollen damit aufhören. Ich wurde regelrecht terrorisiert“, meinte er.

Er habe sich bereits an die Polizei und an den Schöffenrat gewandt – doch nie habe jemand auf seine Beschwerden reagiert. „Am 17. Juni ist einfach eine Sicherung bei mir durchgebrannt“, erklärte der Beschuldigte vor den Richtern.

Vor Gericht gestand er die Tat – und betonte emotionslos: „Ich dachte mir, dass ich die Kinder dieses Mal erwischen werde. Ich trat vor die Tür und konnte einen Jungen packen. Ich hob ihn auf und schüttelte ihn. Er ist anschließend eben unglücklich gestürzt.“

Auf die Frage des Richters, warum die Kinder ihn immer geärgert hätten, wusste der Angeklagte keine Antwort. Er meinte nur, dass er sich gezwungen sah, zu reagieren. Die Kinder hätten mit ihren Streichen auch nicht aufgehört, als er nichts unternahm. „Es tut mir auch leid, dass es so weit kommen musste. Doch diese Streiche werden bereits seit rund fünf Jahren mit mir gespielt“, erklärte er.

Kein Kavaliersdelikt

Der Richter betonte, dass diese Tat keinesfalls ein Kavaliersdelikt sei – dem Mann drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Eine Zeugin, die in der Nähe des Angeklagten wohnt, sagte aus, dass sie zur Tatzeit Schreie gehört hat. Sie habe auch gesehen, dass eine Person den Jungen hochgehoben hat. Ob es sich dabei aber um den Angeklagten handelte, wollte sie nicht bestätigen. „Ich kann nur sagen, dass der Angeklagte immer sehr vorsichtig mit dem Auto durch die Straße fährt, wenn dort Kinder spielen. Auch ich wurde bereits Opfer solcher Streiche“, sagte die Frau. „Aber es sind halt Kinder.“

Ein weiterer Zeuge sagte, er habe gesehen, dass der Beschuldigte den Jungen sogar zwei Mal mit dem Fahrrad in die Luft gehoben und dann zu Boden geschmettert hat. Warum der Mann so aggressiv reagierte, konnte er nicht sagen. Er habe danach den Jungen gesehen, der verletzt am Boden lag und blutete. Der Zeuge, der die Polizei damals alarmierte, betonte, dass er die Tat selbst nicht gesehen hat. „Ich habe Schreie gehört – und als ich vor die Tür trat, sah ich einen Jungen am Boden liegen. Ich habe dann sofort die Polizei gerufen“, erklärte er vor Gericht.

Staatsanwaltschaft fordert 20 Monate Haft

Der Verteidiger des Angeklagten, Me Brian Hellinckx, plädierte gegen eine Haftstrafe für seinen Mandaten. Diese sei nicht angebracht, weil er geständig sei. „Mein Mandant hatte keineswegs die Absicht, den Jungen zu verletzen. Auch hat er nicht – wie es in der Anklageschrift steht – das Fahrrad auf den Jungen geworfen“, sagte der Rechtsanwalt.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von 20 Monaten und eine angepasste Geldstrafe, weil bei dieser Tat eine „enorme Brutalität“ im Spiel gewesen sei. Am Ende der Verhandlung fügte der Beschuldigte hinzu, dass er nur seine Ruhe haben will und nicht Opfer von ständigen Jugendstreichen sein möchte. Das Urteil soll am 21. Juni fallen.

Laura
1. Juni 2018 - 20.58

Ech fannen et ganz schlëmm dass esou e Mann e klengt Kand mam Hals geholl huet , dann nach mam Velo opgehuewen ,...wéi mir kleng waren hun mir och sou Spiichten gemach, an soll mir hei kee soen „ech net“! Et gin aner Methoden , an net e klengt Kand ze schloen wat muss an Klinik gefuer gin an Traumata huet an Nach weider Verletzungen!!! Ech géif mol gären hei Pappen an Mammen héieren wann et e Kand vun iech gewiecht wär. Eng op de Báack huet nach kengem geschued awer net esou eppes!!!!

Claudio
31. Mai 2018 - 13.17

Also ech als pap fannen einfach dass kanner haut zu daag keng maneieren mei hun. Mir sin vun 8 op 80 gaang. Freier hueste domheeten genaat, kruste eng gebeetcht. Haut dierfste den kand mol net bereieren an dofir gin se emmer mei fresch an onmaneierlech. Doriwer keinten ma nach e buch schreiwen.

Renée WUM
31. Mai 2018 - 12.17

Gutt geäntwert Fluppes.

fluppes
31. Mai 2018 - 10.53

Iergendwéi kann een dat verstoen, och wann et krass ass an et "nëmme" Kanner si. Mä wann et wierklech 5 Joer esou soll gaange sinn, an d'Police och näischt "konnt maachen"? Ech denken, de Mann huet laang Gedold bewisen. Wéi hätten aner Leit, inklusiv de Riichter, da vläicht reagéiert? Anerer hätte vläicht schonn éischter engem nervege Kand gewise wou de Vëlo steet? De Mann huet einfach duerchgedréint an de ganzen Haass gouf leider op ee Kand projezéiert. Dofir soll hie sech och veräntwere mä dat ganzt soll engem awer trotzdeem ze bedenke ginn: Et weist eis, wann et dann esou soll gewiescht si, wa vun offizielle Platze net mat Hëllef ze rechnen ass, engem Bierger vläicht iergendwann "e Rad ewech fiert" an et bedauerlecherweis zu esou enger Affekthandlung mat schlëmme Konsequenzen, esouwuel fir d'Affer wéi och fir den Täter (dee jo gewëssermoossen och Affer ass), komme kann. Schold un esou enger Situatioun ass da net nëmmen een eleng. (Ech kennen e puer Fäll wou Leit keng Hëllef kréie well andauernd Kaméidi vun engem Café bei hirer Wunneng ass a keen dofir wëll zoustänneg si fir eppes ze ënnerhuelen, net d'Police, net den Environnement, net d'ITM, a scho guer net d'Gemeng)

Cornichon
31. Mai 2018 - 10.01

Ech verstinn de Mann zwar falls seng Aussoen stemmen. Wann ech 5 Joer all Dag sou Dommheeten mist matman géif ech och ausrasten. Ausserdem sinn déi Jonk hautdesdags extrem provokativ. Do braucht der just mat de Proffen ze schwetzen.

Een den keng Tomaten op den Aen huet!
31. Mai 2018 - 8.11

Fréier hun mir och Streech kritt wann mir bei Frechheeten géigeniwer eeleren Persounen erwöscht gin sin. Haut ass op der enger Seit fest ze stellen dat een vun den Autoritéiten nött gehollef kritt wan een Opfer vun esou Belästegungen gött, awer op der anerer Seit gött een schwéier bestroft wan een sech wiert! Wou bleiwen do d‘Rechter vun däer joerenlang belästegter Persoun? Wat ass mat der Responsabilitéit vun den Kanner hieren Elteren déi hir Kanner nött gestéiert hun?