FinanzplatzNach einem sehr guten Jahr 2023 legen die Gewinne der Banken Anfang 2024 weiter zu

Finanzplatz / Nach einem sehr guten Jahr 2023 legen die Gewinne der Banken Anfang 2024 weiter zu
Dank der hohen Zinssätze konnten die Luxemburger Banken in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres einen weiteren deutlichen Gewinnzuwachs verbuchen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

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Nach drei sehr guten Jahren haben die Gewinne der in Luxemburg vertretenen Banken auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2024 weiter zugelegt. Das geht aus neuen Zahlen der Finanzaufsicht CSSF hervor.

Um beachtliche 19,9 Prozent haben die Luxemburger Banken ihr Ergebnis vor Rückstellungen und Steuern im ersten Quartal 2023 steigern können – trotz eines weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, vor allem auf dem Immobilienmarkt. Das Resultat beläuft sich demnach in den Monaten Januar bis März auf 2,4 Milliarden Euro, verglichen mit 2,03 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das geht aus neuen Zahlen der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF hervor. Ein Jahr davor waren es noch 1,29 Milliarden.

Bereits das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 war ein Rekordjahr für die Banken des Landes. Zusammengerechnet hatten die 118 Kreditinstitute (mittlerweile: 117) einen Nettogewinn von 6,6 Milliarden Euro eingefahren. Ein neuer Rekord. Das bis dahin beste Ergebnis (4,7 Milliarden) war im Jahr 2016 erzielt worden. Das starke Wachstum war vor allem auf das Geschäft mit der Zinsmarge, den Unterschied mit den auf Sparguthaben bezahlten Zinsen und auf Krediten erhaltenen Zinsen, zurückzuführen. In den ersten drei Monaten des Jahres ist die Zinsmarge der Banken nun um 18,6 Prozent gewachsen. Das, nachdem sie bereits 2023 um 50,9 Prozent gewachsen war. Nicht jede Bank konnte jedoch an diesem Wachstum teilhaben, die Zinsmarge wuchs nur bei zwei Dritteln der Kreditinstitute.

Bei dem zweitwichtigsten Geschäftsbereich der Banken, den Kommissionen auf Transaktionen auf den Finanzmärkten, sind die Finanzinstitute im ersten Quartal 2024, nach einem Rückgang im Jahr 2023, wieder gewachsen. Dieser Zuwachs betraf insbesondere die Banken, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden erbringen, präzisiert die Finanzaufsicht. Der Anstieg sei hauptsächlich auf einen Anstieg des Durchschnittswerts der von Investmentfonds verwalteten Vermögenswerte (4,5 Prozent im ersten Quartal 2024) zurückzuführen. Auf größeren Summen gibt es größere Kommissionen zu erwirtschaften.

Die zusammengerechnete Gewinn- und Verlustrechnung der 117 in Luxemburg aktiven Banken (ohne ihre ausländischen Niederlassungen und Tochtergesellschaften)
Die zusammengerechnete Gewinn- und Verlustrechnung der 117 in Luxemburg aktiven Banken (ohne ihre ausländischen Niederlassungen und Tochtergesellschaften) Screenshot: CSSF

Zahl der Mitarbeiter legt leicht zu

Um 5 Prozent auf 917 Millionen Euro sind derweil die in den ersten drei Monaten ausbezahlten Personalkosten gestiegen. Die „anderen Kosten“ sind hingegen um fast 12 Prozent auf 1,17 Milliarden gefallen. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die Beiträge der luxemburgischen Banken zum einheitlichen Abwicklungsfonds zurückzuführen, erläutert die CSSF. Da dieser sein Mindestzielniveau von 1 Prozent der garantierten Einlagen aller Kreditinstitute in der Bankenunion erreicht hat, werden 2024 keine neuen Beiträge mehr gefordert.

Unter dem Strich ergab sich so beim operativen Gewinn (vor Rückstellungen und Steuern) der erwähnte Anstieg um 19,9 Prozent, nach einem Plus von 45,1 Prozent in 2023. Das zählte nicht für jedes Kreditinstitut. Zehn der insgesamt 117 aktuell in Luxemburg aktiven Banken hatten bis Ende März höhere Kosten als Einnahmen.

Die Zahl der Jobs in den Banken ist derweil weiter leicht gestiegen – auf insgesamt 26.351 Arbeitsplätze. Ihren historischen Rekordstand hatte die Zahl der Jobs bei den Banken im September 2008 erreicht (27.269). In den Jahren 2014 und 2015 war sie dann auf unter 26.000 gefallen, später jedoch wieder auf über 26.000 gestiegen. Die Banken stehen für etwa die Hälfte der Jobs des Luxemburger Finanzsektors.

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Grober J-P.
19. Juni 2024 - 9.47

"die Gewinne der Banken Anfang 2024 weiter zu." Anscheinend doch nicht genug, man schließt ja munter weiter. Gefährliche "Wirtschaft" für's Land.