Ostern steht vor der Tür und der Osterhase versteckt bereits fleißig seine bunt gefärbten Eier für den großen Tag. Haben Sie ihn bereits gesehen? Falls ja, zücken Sie schnell ihr Mobiltelefon und dokumentieren Sie Ihre Sichtung. Der „Mouvement écologique“ und das „Oekozenter Pafendall“ laden nämlich in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Mittwoch jeden dazu ein, an ihrer Mitmach-Aktion teilzunehmen.
Worum geht es genau? Der „Méco“ und das „Oekozenter Pafendall“ wollen mit der „Aktioun Hues“ herausfinden, wo es in Luxemburg noch Feldhasen gibt. 2024 habe es über ganz Luxemburg verteilt insgesamt 250 Meldungen gegeben. Allerdings gebe es noch ein paar leere Stellen auf der Karte, beispielsweise im Osten und Norden des Landes. Demnach stelle sich die Frage, ob dort wirklich weniger Hasen leben oder ob es einfach weniger Sichtungen gibt.
Teilnehmer sollen ihre Sichtungen über die App iNaturalist – im Idealfall mit Foto – einreichen.
Vorsicht, Infektionsgefahr!
Aber Achtung! Das Hasenbeobachten birgt derzeit einige Risiken: Die Hasenpest – auch Tularämie genannt – wurde kürzlich in Luxemburg nachgewiesen. Die bakterielle Erkrankung ist hochansteckend und befällt unter anderem Kaninchen, Nagetiere, Wildwiederkäuer und Fleischfresser. Auch Menschen können sich anstecken. Darum ist äußerste Vorsicht geboten.
Die Krankheit kann durch den Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Kadavern, den Verzehr von ungenügend gegartem Fleisch, kontaminiertes Wasser, das Einatmen von kontaminiertem Staub oder durch Stiche infizierter, blutsaugender Insekten und Zecken übertragen werden, wie das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Weinbau bereits in einer Pressemitteilung am Montag warnte.
Eine Infektion beim Menschen könne nach wenigen Tagen zu grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, geschwollenen Lymphknoten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Durchfall oder Erbrechen führen. Bei Hautinfektionen – die über kleinste Wunden entstehen können – könnten zudem schlecht heilende Geschwüre auftreten.
Wer einen kranken Hasen findet, sollte sich nach Angaben des Ministeriums mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ in Verbindung setzen. Ist der gefundene Hase bereits tot, könne dieser zu Untersuchungszwecken in das Veterinär- und Lebensmittellabor gebracht werden. In solchen Fällen bittet das Ministerium darum, das Labor (LVA) im Vorfeld unter der Nummer +352 247-82544 zu kontaktieren.
Sinn und Zweck
Da keine offizielle nationale Überwachung der hiesigen Feldhasenpopulation stattfindet, sollen mit der „Aktioun Hues“ wertvolle Daten gesammelt werden, um die Tiere und ihren Lebensraum besser zu schützen, heißt es auf der Webseite des „Méco“. Der typische Lebensraum des Feldhasen – offene Landschaften mit Äckern und Wiesen – habe sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend verändert: So sei die Anzahl an Feldrainen, Brachestreifen und Hecken zurückgegangen und das Futterangebot sei aufgrund des Anbaus großflächiger Monokulturen und den Einsatz von Herbiziden einseitiger geworden.
Das Schicksal des Feldhasen sei dabei stellvertretend für eine Vielzahl anderer Tiere, wie beispielsweise diverse Feldvögel und den Igel.
Auch das Landwirtschaftsministerium erachtet „den Einsatz von Bürgerwissenschaft“ zur Dokumentierung und Schätzung von Wildtierpopulationen als „nützlich und effizient“. Die bei der „Aktioun Hues“ gesammelten Daten können somit für gleich mehrere Parteien nützlich sein, teilt das Landwirtschaftsministerium auf Tageblatt-Nachfrage hin mit. Da sich die Hasen bei der Mitmach-Aktion in der Regel in einem sicheren Abstand zu den Beobachtern befinden, rät das Ministerium demnach auch nicht von einer Teilnahme ab. Dennoch sollten zu jedem Zeitpunkt die oben genannten Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.
De Maart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können