Zehnjähriges JubiläumLuxemburger Rechtsmedizin als wichtiger Helfer bei der Aufklärung von Verbrechen

Zehnjähriges Jubiläum / Luxemburger Rechtsmedizin als wichtiger Helfer bei der Aufklärung von Verbrechen
Die Rechtsmedizin sei zu einem festen Bestandteil der luxemburgischen Medizinlandschaft geworden, hieß es anlässlich des zehnjährigen Jubiläums dieser Abteilung des Nationalen Gesundheitslabors in Düdelingen Foto: Olivier Minaire, LNS

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Die Rechtsmedizin ist ein wichtiges Element, wenn es um die Aufklärung von Straftaten geht. Die früher auch Gerichtsmedizin genannte Abteilung des Nationalen Gesundheitslabors in Düdelingen besteht nunmehr seit zehn Jahren. Ein Jubiläum, das auch international bei einem Festakt gewürdigt wurde.

Rechtsmediziner sind unter anderem auch Detektive. In Rechtsfragen, besonders bei Straftaten, liefern sie oft jene Erkenntnisse, die zum Durchbruch bei den Ermittlungen führen, auch noch Jahre nach der Tat. Eine spannende Sache. Zahlreiche Gerichtsprozesse, Bücher und Filme zeugen davon.

In Luxemburg ist die Rechtsmedizin, früher auch Gerichtsmedizin genannt, eine der vielen Abteilungen des Nationalen Gesundheitslabors (LNS) in Düdelingen. 2014 ist sie in ihrer heutigen Form entstanden, was aber nicht heißt, dass nicht auch bereits vorher einige rechtsmedizinische Aufgaben vom 1897 gegründeten Staatslaboratorium wahrgenommen wurden. 

Die Abteilung des LNS entwickelt sich weiter. Seit Sommer 2018 verfügt sie über einen Dienst, der sich an Erwachsene richtet, die Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt geworden sind und ihren Fall dokumentieren möchten, ohne jedoch eine Anzeige zu erstatten. Die Untersuchung bestehen darin, einen medizinischen Befund über sichtbare Verletzungen zu erstellen und Spuren zu sichern, damit das Opfer diese Beweise im Falle einer möglichen späteren Strafverfolgung zur Verfügung hat.

Voruntersuchungen, DNA-Profil, Prävention

Die gesamte Abteilung für Rechtsmedizin in Düdelingen zählt derzeit 46 Mitarbeiter. Diese arbeiten größtenteils auf Anfrage der luxemburgischen Justizbehörden, aber auch auf Ersuchen der Polizei und anderer staatlicher Stellen.

Zu den Aufgaben gehört auch die Durchführung von gerichtsmedizinischen Untersuchungen von Leichen sowie die Besichtigung von Leichenfundorten. Im Falle von Voruntersuchungen werden auch klinische Untersuchungen am lebenden Menschen durchgeführt.

Im Bereich des „Service d’identification génétique“ wurden mehr als 3.000 Gutachten erstellt. Diese Expertisen ermöglichen es, in Gerichtsfällen objektive Elemente zu liefern, wie zum Beispiel die Bestimmung des menschlichen genetischen Fingerabdrucks bzw. DNA-Profils.

In der Abteilung für analytische Chemie geht es unter anderem um die Kontrolle von legalen, gefälschten oder nachgemachten Medikamenten oder anderen Produkten unbekannter Herkunft, bei denen der Verdacht besteht, dass sie medizinische oder illegale Substanzen enthalten. Seit 2016 nehmen Mitarbeiter der Rechtsmedizin auch an der Initiative „pipapo“ teil. Diese setzt seit 2016 Strategien zur Prävention und Risikominderung im Partymilieu um. So werden in diesem Kontext zum Beispiel auch Drogenkontrollen am Ort des Konsums vorgenommen. Mit Unterstützung des Justiz- und Gesundheitsministeriums werden nicht die Menschen kontrolliert, sondern die „Qualität“ der Drogen.

Anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums hat die Luxemburger Rechtsmedizin Ende vergangener Woche zum ersten Mal in Luxemburg die Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin ausgerichtet. Die Rechtsmedizin sei zu einem festen Bestandteil der luxemburgischen Medizinlandschaft geworden ist, hieß es dort.

Hottua Robert
19. Juni 2024 - 8.41

In Luxemburg gibt es einen Friedhof, auf dem die Arbeit von Rechtsmedizinern dringend notwendig ist. MfG, Robert Hottua