WetterausblickKalendarischer Sommerbeginn in Sicht

Wetterausblick / Kalendarischer Sommerbeginn in Sicht
Tiefausläufer lassen zurzeit noch kein stabiles Sommerhoch zu Foto: Editpress/Guido Romaschewsky

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Den meteorologischen Sommeranfang haben wir schon hinter uns, am 20. Juni folgt der kalendarische. Wird es dann endlich wärmer?

Am vergangenen Wochenende hatte man kurz das Gefühl, der Sommer käme nun doch auf direktem Wege nach Luxemburg. Am Samstag stiegen die Temperaturen auf ein Maximum von fast 25 Grad, am Sonntag waren es noch 23 Grad. Einige Wolkenfelder zogen durch, etwas Saharastaub war auch wieder mit dabei. Kein Wunder, dass es durch dieses endlich mal schöne Wetter viele nach draußen bewegte. Doch wie man es sich bei dieser Einleitung vielleicht schon denken kann, wird es leider nicht so bleiben. Schon der Montag, an dem dieser Artikel verfasst wurde, zeigte sich schon wieder von einer wechselhaften Seite.

Es kommt wieder Bewegung ins Spiel

Der Grund dafür ist unsere Großwetterlage: Bis zur Wochenmitte liegt ein Tiefdruckkomplex über den skandinavischen Ländern, während unweit der Azoren ein Hochdruckgebiet kreist. Durch diese Konstellation finden für die Jahreszeit unterdurchschnittlich temperierte Luftmassen ihren Weg nach Mitteleuropa und Luxemburg. Dies unterstreicht erneut die Vermutungen der Langzeitmodelle, die vor einigen Wochen schon simulierten, dass die erste Junihälfte wohl zu kühl verlaufen könnte. Und damit nicht genug: Bis zum Donnerstag inklusive kann es besonders in den Tälern des Öslings zu leichtem Bodenfrost kommen, während die Lufttemperatur in den Nächten zwischen 2 und 7 Grad liegen wird. Denken Sie also bitte an Ihre empfindlichen Pflanzen!

In der zweiten Wochenhälfte werden die Luftmassen wieder milder, das Wetter an sich bleibt aber sehr wechselhaft. Der Tiefdruckeinfluss wird sich nach Großbritannien verlagern, teilweise sogar bis in den Südwesten Frankreichs. Währenddessen liegt hoher Luftdruck über Teilen des Mittelmeerraums sowie auch dem Osten Europas. Somit werden wir es, und so sehen es die meisten Wettermodelle, wieder vermehrt mit Niederschlägen zu tun bekommen. In der ersten Hälfte der nächsten Woche könnte es sogar zu markanteren Regengüssen oder sogar Gewittern kommen.

Amerikanisches Modell lässt auf Ende Juni hoffen

Der Sommer ist wohl anwesend, bloß beschränken sich die dazugehörigen Luftmassen derzeit besonders auf den Mittelmeerraum. Um diese nach Luxemburg wandern zu lassen, bräuchten wir ein kräftiges Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa, während weiter östlich ein größeres Hochdruckgebiet liegt – doch eine solche Wetterlage ist leider nicht in Sicht.

Wie es scheint, wird es bis in die zweite Junihälfte hinein sehr wechselhaft bleiben, da immer wieder Tiefs und deren Fronten über Mitteleuropa hinwegziehen. Das amerikanische Modell sieht aber derzeit die Hoffnung, dass es gen Ende Juni zu einem großräumigeren Vorstoß wärmerer und sogar sommerlicher Luftmassen aus Süden kommen könnte. Auch das europäische Modell deutet Ähnliches an, doch allgemein steht das alles auf sehr wackeligen Beinen.

Auch wenn man also noch nichts Konkretes sagen kann, ist mit Blick auf Ende Juni zu erkennen, dass zumindest die „Sommerwetter-Versuche“ zunehmen. Käme es tatsächlich dazu, dann wäre das wohl auch wieder nur vorübergehend der Fall, bevor die nächste Kaltfront wieder den Wärmeberg abräumt – und das immer wieder. Eine langfristige Sommerlösung wäre ein großes blockierendes Hoch, doch dann käme auch die Gefahr einer Trockenperiode ins Spiel. – Es ist also immer noch eine Menge Geduld gefragt.