Der PolitflüstererKänguru, Piratenpartei und Europawahl

Der Politflüsterer / Känguru, Piratenpartei und Europawahl
Viele Fragen bleiben nach den Europawahlen offen Foto: Editpress/AP

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Es war mal wieder etwas eng in der Wahlkabine. Kein Wunder, bei einem Wahlzettel im XXL-Format. Warum eigentlich immer noch dieser Papierkram? Die ganze Welt geht digital, warum funktioniert das nicht bei Wahlen? Und warum bis 23.00 Uhr auf die Resultate warten? Während in Deutschland oder Frankreich mancherorts bereits die Sektflaschen oder Taschentücher im Regal fehlen, übt sich Luxemburg noch immer im Hundertmeterlauf der Orientierungslosen – parteiübergreifend. Wohl auch deshalb ist die Forderung von Sam Tanson („déi gréng“) nach Wahlbefragungen am Ausgang der Wahlbüros diese Woche im Parlament beschlossen worden – einstimmig.

Der Politflüsterer hat am vergangenen Sonntag gewählt. Und wo bitte bleibt das Dankeschön? Das auf die Plakate aufgeklebte klobige „Merci“ fehlt, anders als nach den letzten Kommunal- und Landeswahlen. Aber warum sollten die Gewählten auch Danke sagen? Wenn sich die sechs erst einmal in Brüssel nebst ordentlichem Gehalt eine Gaufre und in Straßburg eine Choucroute reinziehen können, ist das Wahlvolk aus den Augen, aus dem Sinn. Bedanken tut man sich dann halt in fünf Jahren. Allerdings sollte man dabei die Rechnung nicht ohne die Jugend machen. Den Politflüsterer hat es leicht erschüttert, dass sich bei diesen Europawahlen viele junge Menschen von grünen Landschaften abwenden und dem braunen Sumpf nähern. Wenn dann auch noch die Briefwahl bei Studierenden nicht klappt, ist der Frust groß.

Frustration herrscht offenbar auch bei der Piratenpartei. Nicht nur, dass ihr Ergebnis bei den Europawahlen suboptimal ist, nein, sie muss sich auch noch für Geldeinnahmen im Rahmen der Erstellung einer App verantworten, die ihr angeblich nicht zustehen. Da hat irgendwer Mist gebaut, gibt ein Mitglied zu verstehen. Und wer wissen möchte, warum der Haussegen bei den Freibeutern seit einiger Zeit schief hänge oder warum Gründungsmitglieder die Partei verlassen hätten, der wisse jetzt Bescheid. Sollte man die Piraten jetzt abschreiben? Krise?

Statt des Genusses eines Pim Tonic hüpft der Politflüsterer nun mal eine Runde mit dem Känguru durch die Ereignisse. Ach ja, Fußball ist ja auch noch. Ein Sommertraum bei herbstlichen Temperaturen.

Grober J-P.
17. Juni 2024 - 9.20

Marco, mit Papier kann man nicht digital, oder? Ich liebe Papier, bei Digitalem drück ich immer die falschen Knöpfe und schon habe ich immer den Salat.
Glauben Sie jeder wäre ein IT Spezialist?

Kevin Welter
16. Juni 2024 - 16.52

Die Piraten, ein einziger intransparenter Sumpf?

Der Parteileiter sollte umgehend für Aufklärung sorgen, es geht um Steuergelder!
Und der letzte soll das Licht ausmachen.