Europäische Union In nur zwei Ländern sind die Verbraucherpreise noch höher als in Luxemburg

Europäische Union  / In nur zwei Ländern sind die Verbraucherpreise noch höher als in Luxemburg
Im Ranking der teuersten Länder der EU gab es 2023 kaum Veränderungen. Dänemark steht weiter auf dem ersten Platz, den es viele Jahre innehatte. Luxemburg bleibt, wie in den Vorjahren, das drittteuerste Pflaster der Staatenunion. Foto: Christian Muller

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Nur in zwei EU-Ländern sind die Verbraucherpreise für Haushalte noch höher als in Luxemburg. Das teuerste Pflaster ist Dänemark, gefolgt von Irland. Luxemburg liegt auf Platz drei. Vor einigen Jahren galten noch vier Staaten als teurer als das Großherzogtum.

Dass Luxemburg kein billiges Pflaster ist, ist den Verbrauchern hierzulande bestens bekannt. Die Zahlen von Europas statistischem Institut Eurostat für das Jahr 2023 bestätigen dieses Gefühl erneut. Im Großherzogtum lagen die Preise für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen für Haushalte im Schnitt 34,5 Prozent (Vorjahr: 36,9 Prozent) über dem Durchschnitt des Preisniveaus der EU.

Nur in zwei Mitgliedstaaten, in Dänemark (43,4 Prozent über dem EU-Durchschnitt) und Irland (41,8 Prozent), ist das Shoppen noch teurer als hierzulande. Hinter Luxemburg folgen, mit einem gewissen Abstand, Finnland (24,5 Prozent) und die Niederlande (18 Prozent teurer als der EU-Durchschnitt).

In Luxemburgs Nachbarländern Belgien (15,5 Prozent), Frankreich (10,1 Prozent) und Deutschland (9,6 Prozent) waren die Preise auch 2023 höher als im EU-Durchschnitt – jedoch deutlich weniger ausgeprägt als im Großherzogtum.

Skandinavien nicht mehr so teuer wie früher

Am günstigsten waren die Preise für Verbraucher letztes Jahr in Rumänien und Bulgarien. Dort kosten viele Waren für den durchschnittlichen Haushalt rund 40 Prozent weniger als im europäischen Durchschnitt. Mithin unterscheiden sich die Preisniveaus für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen in der EU zwischen dem günstigsten und dem teuersten Mitgliedstaat fast um das Dreifache.

Was nun Nicht-EU-Mitgliedstaaten angeht, so zeigen die Eurostat-Zahlen, dass sowohl die Schweiz (74,1 Prozent über dem EU-Durchschnitt) als auch Island (56 Prozent) spürbar teurer sind als das teuerste Land in der EU. Teurer als der Durchschnitt ist derweil auch Norwegen (25 Prozent). Relativ gesehen ist das Preisniveau in dem energiereichen Land jedoch günstiger geworden; 2022 war es noch 42,7 Prozent teurer als der EU-Durchschnitt.

Im Jahr 2012 sah die Liste noch etwas anders aus: Hinter Dänemark als teuerstem Land standen damals Schweden auf Platz zwei und Finnland auf Platz drei. Luxemburg folgte erst auf Platz vier der teuersten Länder. Im Jahr 2013 fiel Luxemburg dann sogar auf den fünften Platz der teuersten Länder in der EU zurück. Irland hatte das Großherzogtum überholt. Und während Irland in den folgenden Jahren in dem Ranking immer weiter aufstieg (seit 2017 auf Platz zwei und 2021 auf Platz eins), legten die (relativen) Preise in Luxemburg bis 2020 schnell zu. In den Folgejahren sind sie, verglichen mit dem EU-Durchschnitt, stabil bis leicht rückläufig gewesen.

2016 hat Luxemburg Finnland vom Platz des viert-teuersten Landes der EU verdrängt. 2018 sind die Luxemburger Preise an denen Schwedens vorbeigezogen. Seitdem liegt das Großherzogtum unangefochten auf Platz drei.

Bei Lebensmitteln ist Luxemburg am teuersten

Billiger als der europäische Durchschnitt war Luxemburg 2023, Eurostat zufolge, nur in ganz wenigen Bereichen. Dazu zählen Tabakwaren (16,1 Prozent billiger), Strom und Gas (7,6 Prozent) sowie der Bereich Verkehr (3,2 Prozent billiger). Alkoholische Getränke waren letztes Jahr hierzulande etwa gleich teuer (1,6 Prozent mehr) wie im EU-Schnitt.

Absoluter Spitzenreiter bei hohen Preisen war Luxemburg im Jahr 2023 in der Kategorie „stationäre Gesundheitsdienstleistungen“ (166,4 Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt). Teuerstes Land der Europäischen Union ist Luxemburg, Eurostat zufolge, auch im Bereich „Nahrungsmittel“ (20,3 Prozent über dem EU-Durchschnitt). Auf Platz zwei in der EU folgt Dänemark mit 14,7 Prozent. Die Nicht-EU-Staaten Schweiz (60 Prozent mehr), Norwegen und Island sind jedoch noch teurer als Luxemburg.

Deutlich über dem EU-Durchschnitt waren die Preise hierzulande auch in den Bereichen „Nachrichtenübermittlung“ (51,8 Prozent), Hotels und Restaurants (24,2 Prozent) sowie Freizeit und Kultur (17,9 Prozent). Kleidung und Schuhe kosten in Luxemburg im Schnitt derweil 7,9 Prozent mehr.

Noch erwähnt werden kann, dass Luxemburg im Jahr 2022 (letzte verfügbare Zahlen) laut Eurostat mit 75.409 Euro im Jahr den durchschnittlich höchsten Bruttolohn zu verzeichnen hatte. Dahinter folgen Dänemark mit 65.666 Euro, Belgien mit 52.466 und Irland mit 51.869 Euro.

Grober J-P.
25. Juni 2024 - 10.20

Man wird sich wundern, wenn mal die Preisdeckelungen wegfallen. Wie schon gesagt, Luxemburg nicht mehr das Gibraltar des Nordens sondern das Monaco, jedoch ohne das Meer. :-)