
Der Politflüsterer, ach was, das ganze Land verneigt sich diese Woche vor Innenminister Léon Gloden. Denn der sorgt in Luxemburg wie einst Batman in Gotham City für Recht und Ordnung. Erst entdeckte er auf einem Bauernhof im Ösling mehrere Hundert Kilo Koks, dann löste er das jahrzehntealte Sicherheitsproblem im Bahnhofsviertel. Und verhinderte somit den Einsatz einer Bürgermiliz. Zuvor hatte Super-Léon bereits die gemeingefährliche, kriminelle Bettelei aus dem Hauptstadtbild verschwinden lassen.
Auch die Zahl der Einbrüche ist hierzulande rückläufig, ließ Gloden gleich ein paar Mal durchblicken. Was den Politflüsterer dann doch etwas wundert, hatten die Polizeistellen ihm doch für einen Artikel zu diesem Thema im letzten Herbst von einer steigenden Tendenz berichtet. „Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe“, wusste schon Winston Churchill. Und wer ist schon Churchill im Vergleich zu Léon Gloden, dem Superman der Metropolis Luxemburg?
Super-Léon räumt auf mit der Kriminalität. Und weil das so ist, soll es auch das ganze Land wissen. Nach dem Motto „tue Gutes und rede darüber“ schlich sich unser Super-Minister auf die Pressekonferenz der Justiz, auf der der Öslinger Super-Drogenfund in den Straßenwalzen einer Steinbrechermaschine aus Kolumbien vorgestellt wurde. Das hatte selbstverständlich nichts mit Populismus zu tun, ganz im Gegensatz zur Reaktion der LSAP, die Gloden die Missachtung der verfassungsrechtlichen Gewaltentrennung vorwarf, was wiederum von Gloden als populistisch abgetan wurde. Verkehrte Welt!
Luxemburg jedenfalls befindet sich nach jahrelangem „Laissez-faire“ im Gambia-Style ganz offensichtlich wieder auf dem „séchere Wee“. Wohin der führen kann, offenbarte diese Woche wieder einmal ADR-Mann Weidig. „Like mich am Arsch“, denkt hierzu der Politflüsterer und harrt der Dinge, die da noch kommen. (Philip Michel)
De Maart

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