Samstag29. November 2025

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LuxemburgEurosolar fordert eine fairere Kostenverteilung und bessere Verteilung der Lasten

Luxemburg / Eurosolar fordert eine fairere Kostenverteilung und bessere Verteilung der Lasten
Eurosolar Lëtzebuerg setzt sich für die komplette Abwendung von fossilen und nuklearen Stromquellen ein Foto: Oliver Berg/dpa

Eurosolar Lëtzebuerg verlangt faire Netzkosten und mehr Investitionen in erneuerbare Energien, damit auch Mieter stärker von Energiewende-Lösungen profitieren können.

Luxemburg steht eine Strompreiserhöhung bevor, die durch eine neue Struktur der Netzkosten noch zusätzliche Belastungen mit sich bringen könnte. Konkrete Zahlen liegen derzeit jedoch nicht vor, um genaue Berechnungen zur Preisentwicklung anzustellen. Eurosolar Lëtzebuerg, eine Asbl., die sich für den Ersatz fossiler und atomarer Energien durch erneuerbare Energien einsetzt, reagierte am Montag in einer Pressemitteilung auf die angekündigte Preisstrukturänderung. Die Umstellung der Energieversorgung schaffe „neue Realitäten und Möglichkeiten“. Ziel sei es, CO2– und Treibhausgasemissionen durch Elektrifizierung auf Basis erneuerbarer Energien nahezu vollständig zu eliminieren und gleichzeitig eine gerechtere Verteilung der Verbrauchskosten zu erreichen.

Das neue Tarifsystem, das sowohl die Verbrauchsmenge als auch die Nutzungsspitzen berücksichtigt, ermögliche es künftig, zwischen großen und intensiven sowie rücksichtsvollen Verbrauchern zu unterscheiden. Eurosolar kritisiert jedoch, dass im neuen Modell nicht nur das Niederspannungsnetz, das rund 15 Prozent des nationalen Stromverbrauchs abdeckt und Haushalte versorgt, sondern auch das Mittelspannungsnetz für Großverbraucher berücksichtigt werden sollte. Es fehle eine „klare Erklärung, warum einige höhere Netzgebühren zahlen müssen als andere“.

Die Asbl. fordert zudem, dass Luxemburg sich möglichst von „umweltschädlichen und veralteten Energien wie Kohle, Gas, Öl und Kernkraft“ lösen solle. Deren Kosten seien Faktoren wie Spekulation an Energiemärkten, OPEC-Entscheidungen und Preissetzungen der Energieverteiler unterworfen – Einflüsse, die sich demjenigen der Verbraucher entziehen. Als Beispiel führt Eurosolar die regelmäßig zum Ferienbeginn auftretenden Preiserhöhungen an. Die Anzahl der Produzenten erneuerbarer Energien, insbesondere im Bereich der Fotovoltaik, sei inzwischen deutlich gestiegen, was die Abhängigkeit von großen Energieanbietern reduziere.

Verbrauchsspitzen glätten

In der Pressemitteilung spricht Eurosolar Lëtzebuerg auch weitere Empfehlungen aus: Eine Erhöhung der Anzahl von Speichergeräten könnte die Last zu Spitzenzeiten besser verteilen. Dabei bevorzugt Eurosolar gemeinschaftliche Speichersysteme gegenüber individuellen Batterien, da diese mehr Kapazität und Flexibilität bieten. Die Asbl. fordert daher, die staatlichen Investitionshilfen für Batterien auch auf bestehende Fotovoltaikanlagen auszuweiten, insbesondere für solche, die keine Einspeisevergütung mehr erhalten.

Darüber hinaus könnten solare Energiesharing-Systeme helfen, Netzgebühren zu reduzieren und Verbrauchsspitzen durch Eigenverbrauch während der Sonnenstunden zu glätten. Laut Eurosolar sollten auch Mieter die Möglichkeit erhalten, über solche Energiesysteme aktiver an ihrer Energieversorgung teilzunehmen. Dafür sei es jedoch notwendig, die Installation solcher Speichersysteme hinter den Hauptzählern von Gebäuden zu erlauben und nicht wie bisher nur an Zählern für Gemeinschaftsbereiche.

Auch das „Mouvement écologique“ hat sich zur Reform der Netzkostentarife geäußert: Die Umweltorganisation begrüßt grundsätzlich die eingeschlagene Richtung der Neugestaltung, sieht jedoch die mangelnde Transparenz im Reformprozess kritisch.