Die Zeit der fallenden Immobilienpreise ist vorbei. In den Monaten April bis Juni 2025 sind die durchschnittlichen Preise hierzulande – sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch im Vergleich zu den drei Vormonaten – um 4,5 Prozent gestiegen. Damit liegt die Preissteigerungsrate wieder nahe an ihrem langjährigen Durchschnitt, schreiben die Statistiker in einer Pressemeldung.
Die Entwicklung der Wohnungspreise hat in den vergangenen Jahren eine Achterbahnfahrt hingelegt: Nachdem die Immobilienpreise in Luxemburg während vier Jahren (2019 bis 2022) um jeweils rund zehn Prozent pro Jahr gestiegen waren, begann in den letzten Monaten des Jahres 2022 die Talfahrt. Hintergrund waren steigende Leitzinsen. Im Gesamtjahr 2023 waren sie dann regelrecht eingebrochen. Immobilien wurden im Schnitt um 9,1 Prozent günstiger. Im Jahr 2024 waren die Preise im Vergleich zum Vorjahr weiter zurückgegangen – um insgesamt 5,2 Prozent.

Mit den wieder fallenden Leitzinsen begannen Immobilienkredite dann im letzten Quartal 2024 wieder günstiger zu werden. Seitdem sind die Preise hierzulande wieder am Steigen. Und die Preissteigerungsrate beschleunigt sich wieder: Das letzte Mal, dass sie in einem Trimester, im Vergleich zu den drei Monaten vorher, derart stark zugelegt hatten, war um die Jahreswende 2020/21.
Der Kaufpreis einer durchschnittlichen Apartment-Wohnung (79 m2) betrug in den letzten drei Monaten des Jahres 2024 insgesamt 641.323 Euro, wie die Statec-Zahlen zeigen. Das ist zwar weiterhin deutlich weniger als die 697.375 Euro von Ende 2022, gleichzeitig aber spürbar höher als die 605.006 Euro im ersten Quartal 2024.
Preise steigen um 4,5 Prozent
Über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren gesehen hat der Preisrückgang der letzten Jahre keine Trendwende gebracht: Der Anstieg der Preise bleibt beachtlich: Ende 2014 lag der Durchschnittspreis für eine 80-Quadratmeter-Wohnung nur bei 377.368 Euro.
Weitere Details der Entwicklung auf dem Luxemburger Wohnungsmarkt im Jahr 2024 sind der Pressemeldung der Regierung und dem Bericht „Logement en chiffres n°18“ zu entnehmen. So variierte der Preisanstieg im zweiten Quartal je nach Segment des Immobilienmarktes: Im Bereich der bestehenden Häuser war das Wachstum der Preise mit plus 7,1 Prozent im Jahresvergleich am stärksten. Bei bestehenden Apartmentwohnungen war es ein Plus von 3,2 Prozent. Bei den neuen, sich noch im Bau befindenden Wohnungen war es derweil ein noch kleines Plus von 2,8 Prozent.
Weiter wird in dem Bericht hervorgehoben, dass eine im Bau befindliche Wohnung im Schnitt zwischen 20 und 32 Prozent teurer ist als eine bestehende Immobilie mit vergleichbarer Fläche. Außerdem sinkt der Preis pro m2 mit zunehmender Wohnfläche. Schließlich sinken die Preise für Wohnungen deutlich, je weiter sie von der Hauptstadt entfernt sind. So kostet ein bestehendes Haus im Kanton Luxemburg im Schnitt etwa 1,29 Millionen Euro, was stolze 67 Prozent über dem Durchschnittspreis im Norden des Landes liegt.
Deutlich mehr Transaktionen
Weiter wird in der Meldung zu den neuesten Zahlen hervorgehoben, dass die Zahl der Wohnungskäufe in den Monaten April bis Juni „sehr stark“ zugelegt hat. Bei bestehenden Apartments wurden 72,9 Prozent mehr Verkäufe (1.575 Transaktionen) gezählt als im Vorjahr. Ein Höchststand seit 2007. Auch bei bestehenden Häusern wurden im zweiten Quartal 93,7 Prozent mehr gezählt als vor einem Jahr.
Den Grund für die stark gestiegene Zahl der Transaktionen führen die Autoren des „Logement en chiffres n°18“ dabei nicht einfach auf eine Erholung des Marktes zurück, sondern vor allem darauf, dass steuerliche Stützungsmaßnahmen Ende Juni ausgelaufen sind. Sie verweisen darauf, dass es in den letzten Jahren jeweils kurz vor dem Auslaufen von solchen Maßnahmen einen starken Anstieg der Verkäufe gab, gefolgt von einem Rückgang in den folgenden Monaten.
Aus diesem Grund geben sie sich auch vorsichtig, was den Ausblick auf das laufende Quartal anbelangt. Im Prinzip rechnen sie damit, dass die Zahl der Transaktionen wieder zurückgehen könnte. Uber den Effekt, den die wohl geringere Nachfrage dann auf die Preise haben wird, wagen sie keine Aussage zu machen.
Weiter nicht gut geht es, trotz deutlich mehr Transaktionen, dem Markt für sich im Bau befindende Wohnungen. Nach wie vor werden nur etwa halb so viele Verkäufe getätigt wie in den Jahren vor der Krise (2017-2021). Trotz Steuermaßnahmen ist es in dem Bereich ruhig geblieben, schreiben die Experten. Sie vermuten, dass die Nachfrage nicht richtig in Gang kommt, da die Preise in diesem Bereich in den letzten Jahren nicht so deutlich zurückgegangen sind wie im Bereich der bestehenden Wohnungen.
Der Aufschwung betrifft also vor allem bestehende Wohnungen und Häuser, ist in dem Bericht zu lesen. Die Aktivität auf dem Markt für Neubauten bleibt begrenzt. Die Autoren machen sich demnach Sorgen hinsichtlich des langfristigen Angebots an Wohnungen. Mit anderen Worten: Es wird nach wie vor nicht genug gebaut.
Rund 63,5 Prozent der Luxemburger Haushalte sind aktuell Besitzer der eigenen Wohnung. Deutlich weniger als im Jahr 2007, als noch 74,5 Prozent der Einwohner des Großherzogtums als Besitzer der eigenen vier Wände galten. Die Folge: wachsende soziale Ungleichheit, denn Hausbesitzer verfügen im Schnitt über ein Millionenvermögen, während Mieter nur einen Bruchteil davon besitzen.
Was nun neue Mietverträge für Wohnungen angeht, so waren die im zweiten Quartal leicht niedriger als vor einem Jahr (minus 2,2 Prozent). Die Miete für möblierte Zimmerer ist um 1,7 Prozent gestiegen – in etwa gleich stark wie die Inflationsrate. Laufende Mietverträge sind ebenfalls etwa 1,8 Prozent teurer geworden.
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De Maart

Steigende Immobilienpreise werden die Wohraumnot in Luxemburg nicht lösen, da die Regierung gefordert wird, etwas zu unternehmen, also old Luc der CEO......um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen......}
Möchte wissen wer kauft, Gehaltsklasse ???