Do., 9. Juli 2020

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  1. Peter /

    Es gäbe da noch eine Möglichkeit den Wohnungsbau zu forcieren, den Bauzwang. Viele Baugrundstücke liegen brach, weil sie nur als sichere Anlage dienen. Mit einer Grundsteuer die sich am Potential eines Baulandes orientiert, lies sich das ändern. Wenn Baugrundstücke so besteuert werden würden, als würde dort eine Residence mit fünf Wohnungen stehen, dann würden die Eigentümer dort auch eine Residence mit fünf Wohnungen bauen, oder aber verkaufen. Leider lässt sich eine solche Politik im Land nicht durchsetzen, da sie sich gegen das eigene Klientel richtet. Wohnungssuchende sind hier nur in den seltensten fällen auch Wähler.

    • spëtzbouf /

      Gott sei Dank, lässt sich die, von Ihnen vorgeschlagene, Bebauungspolitik nicht durchführen. Es wird eh schon viel zu viel überall zugebaut und allenortes entstehen in jedem Schlupfwinkel Residenzen. Die Bauperimeter auf dem Lande werden auf Kosten der Natur und Umwelt rücksichtslos erweitet , so dass die Dörfer aus allen Nähten platzen. Das führt dann dazu, dass jedes Jahr tausende Autos mehr unsere Strassen belasten, deren Kapazitäten für den zunehmenden Verkehr nicht ausreichen. Und dann wundert man sich über die nicht enden wollenden Staus oder den zähfliessenden Verkehr an den Spitzenstunden. Mangels Garagen und Unterstände sind innerhalb der Ortschaften die Verkehrswege durch parkende Autos z.T so eingeengt, dass es schon wieder gefährlich wird, wenn 2 Wagen sich kreuzen müssen. Bauzwang ist keine Lösung. Unser Streben nach immer mehr Wachstum und Wohlstand riskiert uns zum Verhängnis zu werden.

      • Peter /

        1. Beträfe die Grundsteuer nur die Grundstücke, die schon Bauland sind aber aus Gründen der Spekulation brach liegen. Ein Bauzwang innerhalb von 2 Jahren sollte dagegen an alle zukünftigen Baugrundstücke gestellt werden.
        2. Benötigt die luxemburgische Wirtschaft jedes Jahr um die 7.000 zusätzliche Arbeitskräfte. Da aber nicht ausreichend Wohnraum zur Verfügung gestellt wird, werden diese wohl oder übel Grenzgänger.
        3. Verlagert Luxemburg das Wohnungsproblem somit ins Umland.
        4. Zahlen die Grenzgänger alle Abgaben in Luxemburg, nutzen aber die Infrastruktur der Gemeinde in der sie Wohnen, ohne das Luxemburg bereit wäre sich an den Kosten zu beteiligen.

        • spëtzbouf /

          Kann Sie durchaus verstehen und Ihren Argumenten folgen. Aber einmal muss Schluss sein mit diesem Wachstumswahnsinn. Wir sehen ja, wo der hinführt. Die Bäume wachsen nun einmal nicht in den Himmel und die Rechnung bekommen wir jetzt schon präsentiert.

    • Marc /

      Ich gehöre zu den Menschen die sich hier in Luxemburg keine Wohnung mehr leisten können und werden wohl noch dieses Jahr ins Ausland ziehen müssen. Ich bin trotzdem kategorisch gegen ihren Lösungsansatz. Privater Landbesitz darf nicht durch Steuern bestraft werden!

      • Peter /

        Irrtum! Unterstellt, dass eine Gemeinde Baugrundstücke entwickelt, damit sich dort Familien ansiedeln, dann ist ungenutztes Bauland ein Vergehen was unbedingt sanktioniert werden muss, da es schlicht asozial ist. Luxemburgs Wirtschaft ruht auf einem Heer von Arbeitnehmern, das es sich nicht leisten kann dort zu leben wo die Wertschöpfung stattfindet. Gleichzeitig lässt Luxemburg das Umland allein mit den Problemen eine grenzübergreifende Infrastruktur für die Grenzgänger aufzubauen. Es braucht dort Schulen, Kita’s, Nahverkehr ect. Wer soll das zahlen, wenn die ganzen Abgaben der Grenzgänger nach Luxemburg fliesen.

        • Jek Hyde /

          Falsch. Das Heer von Arbeitnehmern kommt nach Luxbg weil im “Umland” keine Arbeit ist und weil die Löhne in Luxbg viel höher sind. Also doppelt
          gemoppelt. Weil dieses Heer die Wirtschaft befeuert und das Wachstum in unvertretbare Höhen schiessen lässt kann jetzt nicht Luxbg verantwortlich gemacht und sanktionniert werden für die “Umland” Probleme. Asozial sind die Regierungen im “Umland” weil sie seit Jahrzehnten nichts für das Wohl ihrer Bürger, sprich das Heer von Arbeitnehmern, getan haben. Gruss lieber Peter.

          • Peter /

            @ Hyde Luxemburg zieht schon lange Arbeitnehmer aus allen teilen Europas an. In unserem “Dorf” leben mittlerweile mehr Zugezogene als Einheimische. Grundsätzlich ist diese Entwicklung auch zu begrüßen, aber Luxemburg sollte nicht so tun als hätte es damit nichts zu tun. Wenn Luxemburg alle Steuergelder für sich beansprucht und das Umland als billiges Ausweichquartier missbraucht, dann darf es sich nicht wundern wenn die Stimmung bei den Nachbarn kippt. Nur gemeinsam hat die Region eine Zukunft.

    • Biirger /

      Gute Idee, und wenn das ganze Land zugebaut ist können wir eine zweite Etage über das Land legen, und später eine dritte usw. Wie schön.

  2. MarcL /

    Die vorgeschlagenen Lösungen greifen zu kurz. Das disproportionnierte Wirtschaftswachstum Luxemburgs als Basis zu nehmen und versuchen dem ständig wachsendem Pendlerstrom in Luxemburg ein Dach über dem Kopf zu bieten um die Verkehrssituation auf Autobahnen und Nationalstrassen zu entschärfen?
    Entsteht so Lebensqualität?
    Luxemburg wird zu einem Stadtstaat in dem nur noch besser betuchte sich ein Fleck im Grünen leisten können. Normalbürger wohnen in Dienstwohnungen oder, wenns etwas mehr sein soll, im nahen Grenzgebiet wo man dank Transferzahlungen aus Luxemburg den Menschen ein Mindestmass an Infrastruktur bieten kann. Wann stellt die hiesige Politik den Einheimischen die Gretchenfrage: “Wie haltet ihr es eigentlich mit dem aktuellen Wirtschaftswachstum?”.

  3. Jacques Zeyen /

    Da wäre die Fläche des kleinen Landes die ja nicht ad absurdum bebaut werden kann. Das kleinste Dorf ist mittlerweile zur Kleinstadt mutiert. Wir haben uns für die freie Marktwirtschaft entschieden und da gehört Spekulation auch dazu.Das krasseste Beispiel sind wohl die Hedge-Fonds und die Börsenspekulanten. Besteuerung und Enteignung sind eine Art marxistische Inquisition die wir natürlich auch nicht wollen. Wer sein Leben lang gearbeitet hat,soll auch die Früchte ernten dürfen und nicht für einen “Einwanderer” der hier sein Glück versuchen möchte bluten müssen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis,das ist in allen Bereichen so. Und man stelle sich mal vor,das Arbeitswunderland Luxemburg bricht über Nacht zusammen. Wir alle wissen was eine Geisterstadt ist.

  4. Le républicain zu London /

    Grundsätzlich gibt es immer eine Lösung für jedes Problem, auch in Luxemburg; aber es muss auch angenommen werden, also Konsens erlangen:
    Verkehrsproblem, es kann nur gelöst werden, wenn Massentransport Mittel eingesetzt werden und gleichzeitig der Individualverkehr eingeschränkt wird: ist also machbar, wenn alle Voraussetzungen gegeben sind.
    Wohnungskrise, ja schon schwerer aber lösbar; wir haben genügend Landfläche, man müsste aber auch in die Höhe bauen lassen, auch vielleicht nicht direkt Wolkenkratzer, aber doch 2-3 Stockwerk-Häuser, allerdings muss die PAG Maffia die in allen Gemeinden des Landes scheinbar vorhanden ist einmal besiegt werden: Wohnraumbeschaffung auf nationaler Ebene durch die Regierung Entmachtung der Gemeinden, wegen Unfähigkeit vernünftigen und bezahlbarer Wohnraum zu schaffen….. geht so in Deutschland!

  5. den Optimist /

    Im Arbeitswunderland Luxemburg wachsen die Bäume nicht in den Himmel und ein wirtschaftlicher Zusammenbruch ist nie auszuschliessen und dann ähnelt das Grossherzogtum einer Geisterstadt. Das sind jetzt Unkenrufe von einem realistischen Pessimisten, in der Hoffnung, dass diese Schreckensvision in ferner Zukunft liegt oder nie eintreten wird.

  6. titi /

    Einmal wird das Verhältnis Angebot- Nachfrage nicht mehr stimmen!

  7. Xavier Thill /

    Soziales Bodenrecht nach Andreas Popp wäre auch eine Lösung. Ebenso das Regulieren von “habitations légères”, (Tiny Houses, Bauwagen, Yourten, etc.) die Belgier haben es vor gemacht. Oder auch die Möglichkeit unter strengen Auflagen in der Grünzone zu bauen für Menschen die mit der Natur leben möchten, wie z.B. in Wales (GB).

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