WetterausblickDer Sonnenschein ist zurück – endlich

Wetterausblick / Der Sonnenschein ist zurück – endlich
Ein Hauch von Sommer: Es gilt, jeden Sonnenstrahl zu genießen Foto: Editpress/Guido Romaschewsky

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Abgesehen vom Mittwoch gab es im bisherigen Juni noch keinen relevanten Regen. Kommt der Sommer nun endlich doch nach Luxemburg?

Man kann seinen Augen schon fast nicht mehr trauen: Die Sonne zeigt sich wieder! Und sehr „verwunderlich“: Der Regen spielt derzeit nur noch eine Nebenrolle. Seit dem 1. Juni wurden hierzulande Maximaltemperaturen von bis zu 22°C erreicht – das reicht noch nicht für den meteorologischen Sommerstatus, aber dennoch ist das eine deutliche Besserung. Die Kaltfront, die uns am Mittwoch überquerte, sorgte nur für einen geringen „Temperaturrückgang“ auf um die 20°C in der Spitze. Von den Regenmengen her wurden im Wetterstationsnetz von Kachelmannwetter gerade mal zwischen 0 und 4,2 l/m2 gemessen, kalibrierte Radarmessungen ergaben Summen von höchstens 7 l/m2.

Es sieht also danach aus, als käme das Wetter endlich zur Vernunft, oder? Ich würde es eher so sehen: Genießen Sie jeden Sonnenstrahl, den Sie haben können. Denn auch wenn es derzeit wieder besser aussieht, wollen die Wettermodelle für die nahe Zukunft immer noch nichts von beständigem Sommerwetter wissen.

Die Sommer-Nuss ist schwer zu knacken

Zwischenzeitlich hatte es für die derzeitige Woche gar nicht mal so schlecht ausgesehen, doch dann wurde ein Strich durch diese Rechnung gemacht – ein typisches Vorkommen, wenn man versucht, eine mittelfristige Wettervorhersage zu erstellen. Unsere momentane Großwetterlage besteht daraus, dass ein großes Tief über Nordwesteuropa feuchte und kühle Luftmassen gegen ein größeres Hoch über dem Mittelmeerraum drückt – dieses transportiert warme bis heiße Sommerluft nach Norden – oder versucht es zumindest. Dazwischen hat sich dadurch mittlerweile eine Tiefdruckzone gebildet, die sich von der nördlichen Iberischen Halbinsel über Südfrankreich bis in den Alpenraum erstreckt. Des Weiteren betroffen sind Teile Österreichs sowie aber auch die Schweiz, Norditalien, Tschechien und auch teilweise der Süden Polens.

An dieser Luftmassengrenze sind erneut sehr große Regenmengen zu befürchten, vorerst mal bis zum nächsten Mittwoch. Unter den betroffenen Gegenden liegt auch wieder der äußerste Süden von Bayern, direkt am Alpenrand – erst kürzlich kam es hier zu verheerenden Überschwemmungen, teils wurde auch der Status eines Jahrhunderthochwassers erreicht.

In Luxemburg liegen wir zwischen den Fronten, oder sitzen wir zwischen den Stühlen. Zwar erreichen uns für die Jahreszeit unterdurchschnittlich warme Luftmassen, doch so richtig kalt wird es nicht. Andererseits erreicht uns ebenfalls keine warme Luft aus dem Mittelmeerraum. Das ist der Grund, warum es derzeit ziemlich ruhig im Großherzogtum ist, sich auch die Temperaturen nicht sehr verändert haben und es in der Kurzfrist auch nicht werden.

Bald könnte wieder Bewegung reinkommen

Glaubt man den derzeitigen Simulationen der Wettermodelle, dann könnte es im Laufe der nächsten Wetterwoche wieder interessanter werden. Damit ist allerdings kein Sommerwetter gemeint, sondern wieder das mögliche Hereinziehen von atlantischen Tiefdruckgebieten mit deren Frontensystemen. Das amerikanische Modell bevorzugt diese Lösung, während das europäische Modell eine abgespeckte Version davon andeutet.

Egal, welches konkrete Szenario sich durchsetzt, sieht es für die kommende Woche, insgesamt gesehen, nach einem Temperaturrückgang aus, der wieder vermehrt mit Niederschlägen in Verbindung steht. Dieser mittelfristige Ausblick würde dann auch die Berechnungen der europäischen und amerikanischen Langzeitberechnungen unterstreichen, die, wie letztes Mal erwähnt, ebenfalls eine unterdurchschnittlich warme erste Junihälfte prognostizieren.