LondonAktivisten nach Klebeaktion in Nationalgalerie schuldig gesprochen

London / Aktivisten nach Klebeaktion in Nationalgalerie schuldig gesprochen
Die zwei Aktivisten wurden vor einem britischen Gericht der Sachbeschädigung schuldig gesprochen Foto: Kirsty O’Connor/PA Wire/dpa

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Sie hatten sich an den Rahmen eines Gemäldes von John Constable geklebt, um die britische Regierung vor dem Verkauf weiterer Öl- und Gaslizenzen zu warnen. Nun wurden die zwei Klimaaktivisten in London wegen Sachbeschädigung verurteilt. 

Zwei Klimaaktivisten, die sich in der Londoner Nationalgalerie an ein Gemälde geklebt hatten, sind vor einem britischen Gericht der Sachbeschädigung schuldig gesprochen worden. Welches Strafmaß die 23-Jährige und den 22-Jährigen erwartet, soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden, wie der Westminster Magistrates’ Court der Nachrichtenagentur PA zufolge am Dienstag mitteilte.

Die beiden Aktivisten gehören zur Organisation „Just Stop Oil“, die in den vergangenen Monaten mit mehreren ähnlichen Aktionen sowie Straßenblockaden auf sich aufmerksam gemacht hat. Anfang Juli verkleideten sie in der berühmten National Gallery das Landschaftsgemälde „The Hay Wain“ von John Constable aus dem Jahr 1821 zunächst mit einer auf Poster gedruckten, düsteren Version des Bildes und klebten dann ihre Hände an den Rahmen. Dem Bericht zufolge betrugen die Kosten für die Wiederherstellung des Bildes sowie das Anbringen einer Schutzscheibe 1.081 Pfund (rund 1.255 Euro).

Mit den Aktionen fordert „Just Stop Oil“ die britische Regierung auf, keine neuen Lizenzen mehr für Öl- und Gasvorhaben zu vergeben. Klimaforschern zufolge seien neue fossile Projekte nicht vertretbar vor dem Hintergrund des international vereinbarten Klimaziels, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

In der kommenden Woche soll in London direkt die nächste Protestaktion von Klimaaktivisten in der Londoner National Gallery verhandelt werden: Die Bilder der Frauen, die das berühmte Sonnenblumen-Gemälde von Vincent van Gogh mit Tomatensuppe bewarfen, gingen um die Welt. Auch in anderen europäischen Staaten gab es zuletzt vermehrt Aktionen, bei denen sich Aktivisten an Kunstwerken festklebten, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.

In Dresden hatten Aktivisten der „Letzten Generation“ ihre Hände am Rahmen der „Sixtinischen Madonna“ festgeklebt. In Wien haben Vertreter der Initiative ein Kunstwerk von Gustav Klimt im Leopold-Museum mit Öl angeschüttet. In Oslo haben Klimaaktivisten indessen versucht, das Gemälde „Der Schrei“ von Edvard Munch zu beschädigen. Sicherheitskräfte konnten zwar Schlimmeres verhindern, ein Schaden am weltberühmten Bild ist aber trotzdem entstanden. (dpa/ham)