In England und Wales sei nach dem Brexit-Votum im Juni ein „beispielloser“ Anstieg verzeichnet worden, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung der britischen Menschenrechtskommission. Menschen mit rassistischer Einstellung hätten sich durch die Abstimmung offenbar in ihren Ansichten bestärkt gefühlt. Der Ruf Großbritanniens als tolerantes Land sei ernsthaft bedroht, erklärte die Kommission. In Schottland seien hingegen weniger Hassverbrechen registriert worden.
Die Regierung müsse „dringend“ Maßnahmen ergreifen, um der Zunahme von rassistischen Übergriffen und der Benachteiligung von Minderheiten entgegenzuwirken, forderte das Gremium. Dies betreffe vor allem junge Schwarze. Generell sei die Gefahr für Schwarze, Opfer von Straftaten zu werden oder vor Gericht härter bestraft zu werden, deutlich größer als für weiße Briten. Auch das Risiko getötet zu werden, sei für sie doppelt so hoch. Auf dem Arbeitsmarkt würden Schwarze ebenfalls benachteiligt.
„Die Kombination aus einem Anstieg der Hassverbrechen nach dem Brexit-Votum und einer tiefgreifenden ethnischen Ungleichheit im Vereinigten Königreich ist sehr besorgniserregend“, erklärte der Vorsitzende der Menschenrechtskommission, David Isaac. In bestimmten Bereichen stellten die Experten aber Fortschritte fest. So sei bei allen ethnischen Minderheiten der Anteil von Menschen mit Hochschulabschluss seit 2008 angestiegen. Auch die Zahl der Abgeordneten, die einer Minderheit angehören, sei nach der Wahl 2015 angestiegen.
De Maart

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