Wer in den 90ern oder den 2000ern in Luxemburg zur Schule ging, lernte dort traditionell viele Sprachen – außer der eigenen. Luxemburgisch war ein Nebenfach im Lyzeum, meist an einen Deutschlehrer kurz vor der Rente ausgegliedert. Diese Zeiten sind allerdings passé. Eine aktuelle Antwort von Bildungsminister Claude Meisch (DP) auf eine parlamentarische Frage von Francine Closener und Ben Polidori zeigt (beide LSAP), dass das Schulsystem in Sachen Luxemburgisch-Unterricht personell aufgerüstet hat.
In den Lyzeen ist Luxemburgisch kein Anhängsel mehr. Das Fach steht im Stundenplan – von regulären Klassen bis hin zu Willkommens- und Eingliederungsklassen für Neuankömmlinge. Unterrichten tun es mittlerweile einige speziell ausgebildete Luxemburgisch-Lehrkräfte, aber auch Lehrkräfte mit einschlägiger Qualifikation – unter anderem die eingangs erwähnten Deutschlehrer – und Leute mit einem anderen pädagogischen Werdegang, also Quereinsteiger.
Die sogenannte „voie de préparation“ im „Enseignement secondaire général“ stützt sich stark auf aus dem Grundschulbereich stammende Lehrkräfte – nicht weniger als 170 Beamte mit Luxemburgisch-Master arbeiten hier im nationalen System, dazu 12 in den internationalen.
Mit Sprache arbeiten
In der Grundschule wird laut Meisch der Lehrplan gerade überarbeitet, ohne die Grundidee zu kippen: Im ersten Zyklus geht es ums Hinhören und Sprechen, später soll Luxemburgisch verstärkt als Unterrichtssprache auch in Nebenfächern genutzt werden. Der Gesetzestext soll im Herbst fertig sein und Anfang 2026 durch die Instanzen gehen. Heißt übersetzt: weniger „über Sprache reden“, mehr „mit Sprache arbeiten“.
Außerhalb der Schule setzt das Land auf Alltag statt Arbeitsblatt. In Kitas und Horten kommen Kinder über Vorlesen, Singen und Spielen in Kontakt mit Luxemburgisch. Mehrsprachigkeit ist Pflicht. Pro Einrichtung braucht es mindestens eine Person mit sehr hohem Luxemburgisch-Niveau und die Sprache muss über die Woche hinweg deutlich präsent sein. Damit das trägt, gibt es mehr Fortbildung mit dem INLL, ab 2026 auch vermehrt direkt in den Einrichtungen. Zusammen mit dem „Zenter fir d’Lëtzebuerger Sprooch“ erarbeitet das Ministerium auch ein Glossar und Materialien, die im Tagesablauf leicht genutzt werden können.
Auch drumherum wächst das Angebot an Stoff: Neue Unterrichtsmaterialien für die Grundschule, ein eigenes Luxemburgisch-Fach auf der 4e samt Reader und der Reihe „Allerhand“, plus jede Menge Anknüpfungspunkte zu Geschichte und Kultur – von Unterrichtsseiten bis zu Ausflügen. Luxemburgisch ist überall eingeplant vom Klassenzimmer auf den Pausenhof und später in der Betreuung. Zwar ist die Muttersprache immer noch kein Hauptfach, aber ihr Dasein als vernachlässigtes Stiefkind im Schulkontext ist Geschichte.
De Maart

Wa schon op Lëtzebuergesch da w.e.g. richteg: Wëllkom mat 2 mm.
UNd wie ist es in den internationalen Schulen oder Europa-Typ-Schulen, die Herr Meisch so gründet und in die Landschaft setzt?