Samstag29. November 2025

Demaart De Maart

Luxemburg investiert in BitcoinEine kleine Entscheidung schlägt hohe Wellen

Luxemburg investiert in Bitcoin / Eine kleine Entscheidung schlägt hohe Wellen
An der Frage, ob Bitcoin ein seriöses Instrument zum Investieren ist oder doch reine Spekulation, scheiden sich die Geister Foto: AFP/Christophe Archambault

Jetzt weiterlesen!

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben:

Oder schließen Sie ein Abo ab:

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Am Mittwoch hatte Finanzminister Gilles Roth die Eckdaten der Finanzplanung des Luxemburger Staates für die kommenden Jahre vorgestellt. Allein für 2026 geht es um Ausgaben von mehr als 32 Milliarden Euro. Eine gewaltige Summe. Interessant für internationale Medien war jedoch nur eine Aussage, in der es um wenige Millionen geht.

Die Rede von Finanzminister Gilles Roth zum Budget für die kommenden Jahre hat es bis in die internationalen Medien geschafft. Interessieren tut sie jedoch nur die eigentlich unbedeutende Aussage, dass ein Luxemburger Staatsfonds sich eine neue Investitionspolitik gegeben hat und dass er im Rahmen dieser Neuerung nun 15 Prozent seines Kapitals in alternative Investments anlegt hat – darunter ein Prozent in Bitcoin.

„Staatsfonds eines EU-Landes investiert in Bitcoin“, schreibt der Irish Independent. „Luxemburg hält 1 Prozent des Staatsfonds in Bitcoin-ETFs“, so der Titel des Artikels bei blocktrainer.de. „Luxemburg nimmt Bitcoin in seinen Staatsfonds auf, aber was bedeutet das für Europa?“, fragt sich AMBCrypto. „Luxemburg ist das erste Land der Eurozone, das über seinen Staatsfonds in Bitcoin investiert“, so der Bericht von Cryptonews.com. „Luxemburg steigt in den Bitcoin-Wettlauf ein: Staatsfonds des Landes kauft erstmals Bitcoin“, schreibt das Bitcoin Magazine.

Die Crypto-Fachpresse sieht den Schritt als eine Anerkennung für Crypto-Währungen als seriöses Instrument zum Investieren. Sie zitiert mit Freude einen erklärenden Post auf Linkedin von Bob Kieffer vom Luxemburger Finanzministerium und Präsident des Fonds: „Diese Investition ist Ausdruck der zunehmenden Reife dieser neuen Anlageklasse und unterstreicht die Führungsrolle Luxemburgs im Bereich der digitalen Finanzen.“

Die Titel der betreffenden Artikel lesen sich, als wäre eben eine große Sache passiert. Eigentlich jedoch geht es um nicht besonders viel: Bei dem Staatsfonds in dem Bericht handelt es sich nicht um den großen Luxemburger Rentenfonds mit seinen rund 30 Milliarden Euro an Kapital. Tatsächlich geht es um einen von mehreren kleinen Fonds, die der Luxemburger Staat zusammen mit der staatlichen Entwicklungsbank SNCI aufgelegt hat.

Effiziente Werbung für den Finanzplatz

In diesem „Fonds souverain intergénérationnel du Luxembourg“ (FSIL), auch Zukunftsfonds genannt, liegt aktuell nicht einmal eine Milliarde Euro Kapital. Bis Ende 2026 hofft der Minister auf ein Fondsvolumen von 0,85 Milliarden. Beim Geld, das in Crypto investiert wurde, kann es sich damit allerhöchstens um acht Millionen Euro handeln. Zum Vergleich: Das Velodukt zwischen Esch und Esch-Belval hat sechsmal so viel gekostet.

Aus dem Post von Bob Kieffer
Aus dem Post von Bob Kieffer Quelle: Screenshot Linkedin

Auch Bob Kieffer gibt sich in dem Post, trotz Begeisterung, eher vorsichtig: „Einige mögen argumentieren, dass wir zu wenig und zu spät investieren, andere werden auf die Volatilität und den spekulativen Charakter der Anlage hinweisen“, schreibt er. „Angesichts des besonderen Profils und der Mission der FSIL kam der Verwaltungsrat des Fonds jedoch zu dem Schluss, dass eine Allokation von 1 Prozent das richtige Gleichgewicht darstellt und gleichzeitig eine klare Botschaft über das langfristige Potenzial von Bitcoin sendet.“ Und dennoch: „Was für die FSIL richtig ist, muss natürlich nicht für andere Investoren richtig sein“, schreibt er weiter. 

Doch so oder so: Die Summe ist jedenfalls gut angelegt und der Finanzminister kann bereits jetzt zufrieden sein: Dank der kleinen Investition hat die gesamte Crypto-Fachpresse über Luxemburg berichtet. Eine dankbare Aufmerksamkeit für den Finanzplatz, der darum kämpft, sich in den Bereichen FinTec und Crypto einen Namen zu machen. Bezahlte Werbung auf all den betreffenden Plattformen zu schalten, wäre wohl nicht viel billiger gewesen. Mit etwas Glück kann die Investition in Zukunft dann, neben der Werbung, auch noch eine Rendite bringen.

Die Mission des 2014 gegründeten FSIL besteht darin, Ersparnisse zu bilden, deren Erträge unter bestimmten Bedingungen und innerhalb bestimmter Grenzen zum Wohl künftiger Generationen verwendet werden können. Die Regierung kann frühestens 2034, oder wenn das Vermögen des Fonds eine Milliarde Euro übersteigt, beschließen, maximal die Hälfte der im vorangegangenen Geschäftsjahr erzielten Erträge dem Staatshaushalt zuzuführen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Luxemburgs Staatsfinanzen verschlechtern sich deutlich

Nach US-Wahl: Bitcoin verzeichnet Rekordkurs von mehr als 90.000 Dollar

Grober J-P.
12. Oktober 2025 - 18.31

Hat nicht mal ein gewisser H. Schneider in irgendwas investiert? War auch sehr volatil.
Ist als wenn ich in mein Gedächtnis investieren würde.
Bitte kein Bit!