Die 118 in Luxemburg ansässigen Banken haben im ersten Halbjahr 2025 einen Gewinn vor Rückstellungen und Steuern von zusammengerechnet 5,06 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem leichten Rückgang von 5,5 Prozent, teilt die Finanzaufsicht CSSF in einer Pressemeldung mit.
Die Entwicklung zeigt ein gemischtes Bild: Während die Zinsmarge (der Unterschied zwischen dem, was Banken für verliehenes Geld bekommen, und dem, was sie für Sparguthaben zahlen) um 4,6 Prozent auf 5,16 Milliarden Euro zurückging, haben die Kreditinstitute dies nur teilweise durch ein Wachstum im Geschäft mit Kommissionen auf Finanztransaktionen ausgleichen können. Die Einnahmen aus Kommissionen stiegen lediglich um 2,1 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro.
Der Rückgang bei der Zinsmarge, der 61 Prozent der Luxemburger Banken betraf, ist auf die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank seit der zweiten Jahreshälfte 2024 zurückzuführen. Nach den Zinserhöhungen seit 2022, die den Banken 2023 und 2024 historische Rekordgewinne beschert hatten, macht sich nun die erneute Trendwende bei der Geldpolitik bemerkbar.
Vermögensverwaltung als Wachstumstreiber
Profitieren vom Wachstum im Geschäft mit Kommissionen auf Finanztransaktionen konnte 68 Prozent der Luxemburger Banken, teilt die CSSF weiter mit. Hierzu zählen besonders Kreditinstitute, die Dienstleistungen im Bereich der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden sowie Investmentfonds anbieten. Ihnen hilft, dass das Volumen der Gelder, die von Luxemburger Investmentfonds verwaltet werden, sich seit 2025 wieder auf neue Rekordhöchststände zubewegt. Der durchschnittliche Wert des Nettovermögens der Fonds, der den wesentlichen Teil der Berechnungsgrundlage der Gebühren der Depotbanken darstellt, stieg im ersten Halbjahr 2025 um 6,5 Prozent, präzisiert die Finanzaufsicht.
Die Personalkosten der Banken erhöhten sich im ersten Halbjahr, nach einer Korrektur der angegebenen Bruttozahlen, um etwa 3 Prozent, schätzt die Finanzaufsicht. Beim Wachstum der „sonstigen Ausgaben“ geht sie von einem Plus von zwei Prozent aus.
14 Banken mit negativem Ergebnis
Zu Ende Juni 2025 zeigt sich der Luxemburger Finanzplatz damit weiterhin robust: Nur 14 der 118 Banken wiesen in den sechs Monaten ein negatives Ergebnis aus. Die Herausforderung im weiteren Jahresverlauf wird darin bestehen, das Wachstum im Kommissions- und Vermögensverwaltungsgeschäft weiter zu stärken, um die absehbaren Rückgänge bei der Zinsmarge zu kompensieren.
Die aktuellen Zahlen folgen auf zwei außergewöhnlich erfolgreiche Jahre. 2024 hatten die Luxemburger Banken erstmals in ihrer Geschichte einen Nettogewinn von mehr als sieben Milliarden Euro erwirtschaftet – zehn Prozent mehr als im ohnehin schon rekordverdächtigen Jahr 2023.
Die Zahl der Banken ist in den letzten Jahren weiter geschrumpft. Waren es Ende 2012 noch 141, sank die Zahl im August 2025 auf 117, wie neue Daten er Zentralbank zeigen. Am stärksten vertreten sind Banken aus Deutschland (18), China (15) und Frankreich (13). Einen Rekord von 222 Finanzinstituten hatte Luxemburg im Jahr 1994 verzeichnet. Seitdem schrumpfte die Zahl der hier beheimateten Banken praktisch jedes Jahr.
Die Zahl der Jobs in diesem Bereich belief sich zur Jahresmitte auf insgesamt 26.394 Arbeitsplätze. Das sind praktisch gleich viele wie ein Jahr zuvor. Ihren historischen Rekordstand hatte die Zahl der Jobs bei den Banken im September 2008 erreicht (27.269). In den Jahren 2014 und 2015 war sie dann auf unter 26.000 gefallen, später jedoch wieder auf über 26.000 gestiegen. Die Banken stehen für etwa die Hälfte der Jobs des Luxemburger Finanzsektors.

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Dann kann unser Finanzminister auch gut abschöpfen, denn der Finanzdienstleistungssektor steuert 1/3 zum BSP des Ländschens bei....und nicht nur die Tabaksteuer......
Kee Wonner, se bauen Personal of, maachen Agencen zou, stiechen sech Zënsen an Täsch an froen nach Geld fir, dass een "därf" e Konto hunn. Dat maachen divers europäesch Direkt- an Onlinebanken vill besser.