Vor rund sieben Monaten zogen zwei tierische Neuzugänge in den „Escher Déierepark“ ein – ungeplant, aber nicht unerwünscht. Es handelt sich um eine ungewöhnliche Kreuzung aus Haus- und Wildschwein: sogenannte „Sanglochons“. Der Name setzt sich aus dem französischen „Sanglier“ (Wildschwein) und „Cochon“ (Hausschwein) zusammen – und genauso wild wie die Herkunft klingt, sehen die Tiere auch aus: schwarzbraun, borstig, kräftig. Sie wirken wie kleine Wildschweine, sind aber kompakter, ruhiger und deutlich weniger plump als typische Hausschweine.
In Frankreich werden „Sanglochons“ wie jedes andere Schwein gehalten – auch zur Fleischproduktion. Doch im „Escher Déierepark“ geht es nicht um die Wurst, sondern um Aufklärung. Die beiden sind neugierig, lernfähig und erstaunlich feinfühlig. „Sie sind extrem intelligent und entgegen ihrem Ruf sehr saubere Tiere“, erklärt Parkleiterin Anne Meyers. „Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren machen Schweine nie in ihr eigenes Bett.“

Das Männchen und das Weibchen leben bereits von klein auf zusammen und verstehen sich gut. „Schweine sind soziale Tiere. Sie brauchen den Kontakt zu Artgenossen – sonst verkümmern sie emotional“, erklärt Parkleiterin Anne Meyers. Einzelhaltung kommt für sie nicht infrage.
Was allerdings zunächst für Stirnrunzeln sorgte: Die beiden „Sanglochons“ stammen aus einem Privathaushalt, in dem sie – kein Scherz – regelmäßig mit Pizza gefüttert wurden. „Sie waren an unstrukturierte Essensreste gewöhnt, ohne Nährstoffplan, ohne Rücksicht auf ihre Bedürfnisse. Inzwischen bekommen sie gezielte, ausgewogene Fütterung mit viel Gemüse – und das tut ihnen sichtlich gut“, sagt Meyers.
Denn eines ist klar: Ein übergewichtiges Schwein ist kein gesundes Schwein. Zu viel Fett belastet die Gelenke, hemmt die Beweglichkeit und wirkt sich negativ auf den gesamten Stoffwechsel aus.
Schweine als Haustier?
Immer wieder taucht die Idee auf, sich ein Schwein als Haustier zu halten – besonders Minischweine galten eine Zeit lang als Trendtier für den Garten oder sogar das Wohnzimmer. Doch was viele nicht wissen (oder ignorieren): Die vermeintlichen „Minis“ sind oft alles andere als mini. Sie wachsen. Und wachsen. Und irgendwann wiegt das süße Schweinchen locker 60 bis 80 Kilo – und fängt an, den Garten systematisch umzugraben. „Viele unterschätzen, wie viel Arbeit dahintersteckt“, sagt Parkleiterin Anne Meyers. „Unsere ,Sanglochons‘ haben zum Beispiel den steinigen Boden ihres Geheges komplett umgegraben – nur mit Schnauze und Willenskraft.“
Wer ernsthaft darüber nachdenkt, Schweine zu halten, sollte das nicht romantisieren. Denn Schweine sind fordernd – körperlich wie organisatorisch. Sie brauchen viel Platz, einen robusten Zaun (idealerweise elektrisch gesichert) und vor allem: die Möglichkeit, sich artgerecht zu beschäftigen.
Buddeln gehört zum Alltag, genauso wie wälzen, schnüffeln und sich in der Schlammsuhle abkühlen. Regen dagegen mögen sie nicht besonders. Lieber ziehen sie sich in einen trockenen Stall mit frischem Stroh zurück und machen es sich dort gemütlich.
Keine Kuscheltiere
Zwar sind die beiden Escher „Sanglochons“ relativ zutraulich – aber zahm sind sie deswegen noch lange nicht. Anne Meyers erklärt: „Wenn sie Futter wollen, dann drücken sie dich auch mal weg. Oder beißen, wie ein untrainierter Hund, der schnappt. Die haben Kraft – das darf man nicht vergessen.“
Im „Déierepark“ werden die Tiere daher behutsam trainiert, damit sie stressfrei umgesetzt oder gepflegt werden können. Denn Schweine – vor allem diese halbwilden – sind sensibel und sehr stressanfällig. Transport, Tierarztbesuche oder Narkosen sind echte Herausforderungen. „Wenn man sie nicht von Anfang an an uns gewöhnt, dann wird’s schwer. Schweine können richtig Angst bekommen und mit Stress gar nicht gut umgehen“, erklärt Anne Meyers.
Und ja, sie würden dich fressen
Ein Fakt, der regelmäßig für irritierte Blicke sorgt, aber nicht weniger wahr ist: Wenn ein Mensch leblos im Gehege liegen würde – die Schweine würden ihn fressen. „Ohne Zögern. Nicht aus Aggression, sondern aus Instinkt. Schweine sind neugierig – und sie fressen, was sie finden“, erzählt Anne Meyers. Was nach Horrorfilm klingt, ist biologisch gesehen vollkommen logisch. Schweine sind Allesfresser. Sie töten nicht gezielt – aber sie machen auch keinen Unterschied, wenn es ums Futter geht. Ein makaberer Gedanke. Aber eben Teil ihrer Natur.
De Maart






In vielen US-Staaten sind sie eine Seuche und werden zu tausenden abgeknallt das sie keine natürlichen Feinde haben.