Samstag29. November 2025

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Nicht genug EierWeshalb die Vogelgrippe in den USA den Luxemburgern Ostern ruinieren könnte

Nicht genug Eier / Weshalb die Vogelgrippe in den USA den Luxemburgern Ostern ruinieren könnte
Der demokratische Abgeordnete Raja Krishnamoorthi beschwert sich am 5. März in Washington eindrücklich über die gestiegenen Preise der Eier in den USA Foto: Getty Images via AFP

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Die Amis gehen international auf Eiersuche, weil die heimische Produktion unter der Vogelgrippe zusammenbricht. Das Ungleichgewicht des Marktes könnte auch Konsequenzen für Luxemburg haben.

Den USA mangelt es an Eiern. Das ist kein Kommentar zur Politik der Trump-Regierung – dieser täten etwas weniger Eier und etwas mehr Hirn ganz gut. Nein, die USA kämpfen seit drei Jahren gegen einen Ausbruch der Vogelgrippe. 166 Millionen Hühner sind der Pandemie bis Ende Februar zum Opfer gefallen oder wurden zur Eindämmung von Infektionsherden notgeschlachtet. Ausbrüche im Herbst und Winter haben besonders eierproduzierende Staaten wie Ohio stark getroffen. Das US-Landwirtschaftsministerium hat ein Hilfsprogramm um 500 Millionen Euro aufgesetzt, um den Bauern beim Ausbau von Seuchenschutzmaßnahmen zu helfen. Gleichzeitig wird das Land auf dem Weltmarkt aktiv, um seinen Bedarf zu decken.

Wie die Agentur Bloomberg meldet, erhalten Verbände der Geflügelwirtschaft in Ländern wie Polen, Frankreich und Indonesien Anfragen von US-Botschaften und dem Landwirtschaftsministerium in Washington, wie es um ihre Exportkapazitäten für Eier bestellt sei. Polen ist nach den Niederlanden der zweitgrößte Eierexporteur der Welt. Den Benelux-Kollegen in Den Haag hatten die USA nach einem Handelsstreit im Januar die Exportlizenz für Eier entzogen – eine Entscheidung, die man in Washington mittlerweile bereut. Insgesamt fehlen den Amerikanern 70 bis 100 Millionen Eier in den nächsten zwei Monaten.

Nun ist aber die Vogelgrippe kein Problem, das nur in den USA auftritt. Auch in Frankreich gab es im vergangenen Jahr Ausbrüche, weshalb der französische Eier-Branchenverband SNIPO den Amerikanern bereits eine Absage erteilt hat. Und Eier sind auch kein einfaches Produkt für die Ausfuhr: Neben unterschiedlichen Hygienevorschriften zwischen den Wirtschaftsräumen liegt das Problem auch am Ei selbst – man kann die kleinen Dinger zwar relativ leicht transportieren, aber sonderlich lange haltbar sind sie nicht.

Luxemburg ist auf Importe angewiesen

Trotzdem sorgt die Einkaufsoffensive der Amerikaner für ein Ungleichgewicht des Marktes. Auf Nachfrage des Tageblatt bestätigt das Landwirtschaftsministerium in Luxemburg, dass eine Eierknappheit oder eine große Preissteigerung vor Ostern „nicht ganz ausgeschlossen“ werden könne. Ein Sprecher des Ministeriums erklärt diesen Umstand mit mehreren Faktoren: „Auf der einen Seite gibt es eine saisonale Zunahme der Nachfrage nach Eiern kurz vor Ostern, was nichts Neues ist und worauf unsere nationalen Eierproduzenten normalerweise gut vorbereitet sind. Eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Eiern und die enorm hohen Preise in den USA könnten den europäischen Markt jedoch belasten. Hinzu kommen Engpässe in anderen europäischen Nachbarländern in Bezug auf ihre eigene Produktion.“

In der EU sind die Preise für Eier in den vergangenen zwei Jahren um 70 Prozent gestiegen, in den USA dagegen um 480 Prozent. Die potenzielle Gewinnspanne bei einem Export in die USA ist also nicht zu vernachlässigen. Zwar exportiere Luxemburg laut Landwirtschaftsministerium keine Eier in Nicht-EU-Länder, es könne jedoch auch nur rund 13 Prozent seines Bedarfs durch eigene Produktion decken. In Zahlen ausgedrückt: 2023 hat das Großherzogtum 2.400 Tonnen Eier selbst produziert und rund 19.000 Tonnen importiert – davon einige allerdings nur als Zwischenhändler. Wenn diese Importe allerdings maßgeblich teurer werden oder gar wegbrechen, dann könnten die Supermarktregale in Cactus, Auchan, Delhaize und Co. kurz vor Ostern nahezu eifrei werden.

CG
14. März 2025 - 14.41

Seit wann hat Herr Trump keine Eier mehr?