
Die ADR ist also gegen Brandmauern, wie Parteipräsidentin Schoos in ihrem Kommentar zu den Bundestagswahlen betonte. Dabei sind Brandmauern gegen Faschismus durchaus sinnvoll, findet der Politflüsterer. Insbesondere in Deutschland, wo während der Hitlerzeit wissenschaftlichen Schätzungen auf Basis von Daten des US-amerikanischen Holocaust-Museums zufolge rund 17 Millionen Menschen von den Nazis und ihren Unterstützern ermordet wurden.
„Faschisten hören niemals auf, Faschisten zu sein. Man diskutiert mit ihnen nicht, hat die Geschichte gezeigt“, singt der deutsche Rapper Danger Dan in seiner Abrechnung mit der Neuen Rechten („Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“). Laut mehreren Gerichtsbeschlüssen ist der wichtigste aller AfDler nämlich genau das, ein Faschist. Zumindest darf Björn Höcke so in der Öffentlichkeit bezeichnet werden, denn „das Werturteil ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern beruht auf einer überprüfbaren Tatsachengrundlage“ (Verwaltungsgericht Meiningen, 2019).
In Luxemburg ist man da noch nicht ganz so weit. Jedenfalls legte die ADR offiziell Beschwerde ein, weil Pirat Clement in der Debatte um die neueste Entgleisung des ADR-Abgeordneten Weidig in dessen Richtung sagte: „Da kann ich Sie nur noch Nazi nennen.“ Weidig hatte zuvor unter einem Facebook-Kommentar mit den Worten „Wir müssen auch hier kämpfen und LGBTQ vernichten“ ein Like gesetzt.
Mit der AfD ist die ADR natürlich ganz und gar nicht zu vergleichen, i wo! Die AfD-Kanzlerkandidatin ist lesbisch und hat zwei Kinder. Das muss man nicht verstehen, meint der Politflüsterer, denn die Partei ist – genau wie die ADR – gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und für die traditionelle Familie als Leitbild. Außerdem lebt Weidel in der Schweiz, da kann es mit dem strammen Patriotismus also nicht allzu weit her sein. Trotzdem durfte sie als Spitzenkandidatin der AfD ran.
Genau wie Weidel wurden auch Weidig die Streichhölzer nicht abgenommen. Seine Partei beließ es bei einer schriftlichen Verwarnung und „verschiedenen Maßnahmen“, die jedoch „nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt werden“. Für ein „Wehret den Anfängen“ ist es bei dem eh viel zu spät, denkt sich der Politflüsterer und wiederholt, was er schon im vergangenen Sommer laut geflüstert hat: Er mag es bunt, ja kunterbunt, ganz einfach, weil das Leben so ist – und in einer aufgeklärten Welt so sein sollte.
De Maart

Waere die NSDAP eine ADR gewesen, dann waere der Welt viel erspart geblieben .
Der Wähler hat´s in der Hand. Nur der Wähler. Ob 1933 oder heute....