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CNFP-PräsidentRomain Bausch über Rentendebatte: „Wir müssen nicht mit dem Brecheisen vorgehen“

CNFP-Präsident / Romain Bausch über Rentendebatte: „Wir müssen nicht mit dem Brecheisen vorgehen“
Ab 2026 soll auf das Geld in der Rentenreserve zurückgegriffen werden, um die Ausgaben der CNAP zu decken Foto: AFP/Ozan Kose

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Der ehemalige Geschäftsführer der SES und heutige Präsident des CNFP („Conseil national des finances publiques“), Romain Bausch, ruft zur Ruhe auf, was die angelaufene Rentendebatte angeht.

Langfristig gebe es wohl Probleme zu lösen, hob er am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz zur Lage der Staatsfinanzen hervor. „Wir haben aber zehn bis 15 Jahre Zeit, um das anzugehen.“

Er plädiert für eine breit angelegte Diskussion: „Wir müssen nicht mit dem Brecheisen vorgehen.“ Sowohl kurz- als auch mittelfristig sei die Finanzsituation gut. „Wir können uns die notwendige Zeit geben, um Anpassungen zu machen.“ Den Prognosen zufolge muss ab 2026 auf das Geld in der Rentenreserve zurückgegriffen werden, um die Ausgaben der CNAP zu decken. Bis 2047 soll der Fonds dann leer sein.

Romain Bausch
Romain Bausch Foto: Editpress/Hervé Montaigu

„Die Politiker können das entspannt angehen“, so seine Meinung als „Privatperson“. Wenn jetzt langsam progressive Maßnahmen eingeläutet würden, dann würde die Situation in den nächsten zehn bis 15 Jahren nicht aus der Hand gleiten. Beispielsweise könne er sich vorstellen, dass man das Arbeitsleben alle zwei Jahre um einen Monat verlängert. Neue zusätzliche Einnahmen, neue Steuern, könne er sich auch vorstellen.

„Wir haben jetzt Zeit, das zu diskutieren“, wiederholt er. Klar sei aber: „Je eher man etwas tut, desto weniger wird es weh tun.“ Warte man länger, dann steige „die Gefahr von drastischen Maßnahmen. Da sind wir aber heute noch nicht.“

Positiv auf die langfristigen Prognosen für den Staatshaushalt wirken derweil die Rentenbeiträge für Staatsbeamte, sagt Bausch weiter. Wegen der Reform von 1998, wo die traditionell sehr großzügigen Renten beschnitten wurden, wird das Gewicht der Renten für Staatsbeamte in den Staatsausgaben in den kommenden Jahren nicht zulegen, sondern stabil bleiben. Trotz mehr Rentnern. Nach und nach wird es einfach weniger Menschen im alten Regime und mehr im neuen Regime geben.


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Hild Charles
22. November 2024 - 8.48

Warum sollten wir unserer Jugend die Renten verbittern? Auch unsere Kinder und Enkeln sollen in Zukunft eine angemessene Rente erhalten! Vor allem weil sie es sind, welche die heutigen Renten finanzieren, auch die von Herrn Bausch. Also, wenn denn die Finanzsituation wirklich einmal schrumpfen täte, dann sollte man doch ganz einfach die Beiträge entsprechend erhöhen. Alles unnötige Zeug wird immer teurer (zB die Ferien), doch gerade bei der wichtigen Rente will man sparen. Es ist die alte Geschichte von der Grille und der Ameise.