Walfangkommission

06. Juli 2012 20:34; Akt: 06.07.2012 20:44 Print

Walfleisch schadet der GesundheitWalfleisch schadet der Gesundheit

Den Walfangnationen soll der Appetit auf das Fleisch der großen Meeressäuger vergehen. Es sei mit Giftstoffen belastet und gefährde die Gesundheit, warnt die Walfangkommission. Tierschützer applaudieren der deutschen Initiative.

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Walfleisch soll ungesund sein, behaupten Forscher. (Bild: dpa)

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Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat vor dem Verzehr von Walfleisch gewarnt. Es sei mit Schadstoffen belastet und stelle eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar, heißt es in einer von Deutschland eingebrachten Resolution der 64. IWC-Jahrestagung in Panama-Stadt. Zuvor hatte die Tagung die Forderung Dänemarks nach einer Erhöhung der Fangquote unter anderem mit der Begründung abgelehnt, das Walfleisch diene nicht nur der Selbstversorgung der Inuit.

"Wichtig ist, dass die Konsumenten in den Walfangländern über die Risiken aufgeklärt werden," sagte der deutsche IWC-Kommissar Walter Dübner vom Bundesministerium für Verbraucherschutz. "Das gilt vor allem für Schwangere, Kinder und ältere Menschen." In Grönland wird Walfleisch zunehmend auch in Supermärkten verkauft und in Restaurants Touristen angeboten, in Japan sogar in Schulkantinen.

Belastetes Fleisch

Wal- und Tierschutzorganisationen wie Pro Wildlife begrüßten den Schritt. "Die Resolution hilft, die Nachfrage nach Wal- und Delfinfleisch zu senken - und davon profitieren Mensch und Tier", sagte Sandra Altherr, Biologin bei Pro Wildlife. Bereits vor zwei Jahren hatte die Organisation zusammen mit der Schweizer OceanCare den Bericht "Toxic Menu" veröffentlicht, in dem die zum Teil gravierenden Belastungen im Fleisch der Wale nachgewiesen wurden.

Forschungsergebnisse belegten den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Walfleisch und bestimmten Krankheiten, heißt es in einem Bericht von Pro Wildlife. "Wale speichern über ihr langjähriges Leben große Giftstoffmengen wie Quecksilber oder polychlorierte Kohlenwasserstoffe (PBCs) an - insbesondere Arten, die am Ende einer komplexen Nahrungskette stehen, wie Belugas und Grindwale", erläuterte Altherr.

WHO ist gefordert

Nach Ansicht der Expertin sollte sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Frage annehmen. "Tier- und Artenschutzargumente haben die Walfangländer bislang nicht von ihrer Jagd abgehalten", sagte sie. "Aber den Warnungen der Mediziner können sich die Regierungen in den Walfangländern nicht länger verschließen."

Dänemark verlor bei der Abstimmung über eine Erhöhung der Fangquote vor allem, weil sich die EU-Staaten im letzten Moment einigten und den Vorstoß Dänemarks dann geschlossen ablehnten. Nach Angaben aus Delegationskreisen hat Dänemark seine alte Quote nur noch für dieses Jahr. Das zu Dänemark gehörende Grönland wollte neun Finnwale und einen Buckelwal pro Jahr mehr fangen als bisher. Aktuell fängt Grönland 190 Zwerg-, zehn Finn-, neun Buckel- und zwei Grönlandwale. Walschützer zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis.

(dpa/Tageblatt.lu)