10. Januar 2017 12:53;Akt: 10.01.2017 16:42

Rauchen kostet fast eine Billion im Jahr

GESUNDHEIT

Rauchen macht krank und tötet, die Kosten sind immens. Eine neue Studie klebt nun ein Preisschild für die Weltwirtschaft daran: fast eine Billion Euro pro Jahr.

 (Bild: dps/Andrea Warnecke)

Tabakkonsum schadet der Weltwirtschaft enorm. Das geht aus einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Nationalen Krebsinstitut der USA hervor. Raucher und Tabakkauer kosten die Weltwirtschaft demnach eine Billion Dollar oder etwa 950 Milliarden Euro, wie die Organisationen am Dienstag in Genf mitteilten. Dabei haben die Experten sowohl die Behandlung raucherspezifischer Krankheiten als auch die entgangene Produktivität durch Arbeitsausfälle berücksichtigt.

Zum Vergleich: Die Summe entspricht etwa dem Wert von 50 Millionen Mittelklasse-Autos. Wenn alle Arbeitnehmer in Deutschland ihre Jahresbruttolöhne zusammenlegten, käme nur etwas mehr dabei heraus: 1,3 Billionen Euro.

600.000 sterben an den Folgen des Passivrauchens

Die WHO schätzt die Zahl der Raucher weltweit auf 1,1 Milliarden – gut 20 Prozent der Weltbevölkerung über 15 Jahre. Dazu kommen etwa 346 Millionen Menschen, die Tabak überwiegend kauen. Rund sechs Millionen sterben im Jahr an den Folgen ihres Tabakkonsums, davon 600.000 durch Passivrauchen. 2005 ist ein Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs in Kraft getreten, den Deutschland und mehr als 160 weitere Staaten unterzeichnet haben.

Die Unterzeichner verpflichten sich zu zahlreichen Maßnahmen, um das Rauchen einzudämmen. Dazu gehören Preis- und Steuererhöhungen bei Tabakprodukten, Werbeverbote, Warnungen vor den Folgen des Rauchens und Entwöhnungsangebote. 2013/2014 hätten Tabaksteuern 269 Milliarden Dollar in Staatskassen gespült, nur eine Milliarde davon sei allerdings für die Eindämmung des Rauchens ausgegeben worden.

Kontrollmaßnahmen machen Sinn

"Mit Maßnahmen zur Tabakeindämmung kann aus Tabak statt der heutigen Gesundheitskatastrophe ein kleineres Gesundheitsproblem werden", heißt es in der Studie. "Dieser Bericht belegt, dass Kontrollmaßnahmen sowohl vom Standpunkt der Wirtschaft als auch der öffentlichen Gesundheit aus Sinn machen."

Die Autoren der WHO-Studie haben neben den Krankheitskosten auch die Konsum- und Investitionsausfälle durch früh sterbende Raucher berechnet. "Die indirekten Kosten der Mortalität sind hoch", heißt es. "In Ländern mit hohen Einkommen sind die Gesundheitskosten für Raucher höher als für Nichtraucher, selbst, wenn man das kürzere Leben der Raucher in Betracht zieht."

Tageblatt.lu/dpa

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  • Jemp am 10.01.2017 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Mir graust vor solchen Rechnungen. Schäden, verursacht durch fettiges Essen, süße Getränke, ja sogar das viele Lesen (ja, es verursacht Kurzsichtigkeit) sind als nächstes dran. Es geht nur ums Geld, und bald wird man aus der Krankenkasse ausgeschlossen werden, wenn man im Winter ohne Mütze erwischt wird.

  • konrad vom hof am 10.01.2017 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    bei mir und meiner frau sind's glücklicherweise keine billion. das könnten wir uns auch gar nicht leisten. aber dennoch verpaffen wir zusammen knapp 5000 euronen im jahr. auch nicht schlecht. und tragen so zusätzlich noch was zur pensionskasse bei...

  • Keen Zuch am 10.01.2017 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei mir sinn et haut op den Dag 5 Joër hir wou ech opgehal hun. Et war extrem schwéier fir vun haut op muer vun 100 Zigaretten den Dag op 0 ze goen , mee ech hun et, och wann d'Loscht nach heiansdo do ass bis dato zu kenger Sekonn bereit.

    • guido wilmes am 10.01.2017 20:31 Report Diesen Beitrag melden

      Keen Zuch.. all Respekt für Sie, ich habe vor vier Jahren die letzte Zigarette geraucht, der Entzug war für mich während zwei, drei Tage die Hölle, aber mein Wille war stark, ich ging ins Schwimmbad, machte ausgedehnte Spaziergänge durch den Wald um mich abzulenken, meine Nervosität und Unruhe verschwand, ich fühlte mich nach einer Woche viel besser, das Geld, das ich sonst für diesen Dreck ausgab, steckte ich mir in einen Briefumschlag, und siehe da, nach zwölf Monaten hatte ich eine nette Summe gespaart, ich leistete mir endlich wieder einmal andere Dinge, die ich vorher wegen Geldmangel nic

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