Kinderyoga macht Spaß, fördert die körperliche und geistige Entwicklung und trägt für ein gesundes Selbstvertrauen und Motorik bei. Daisy Schengen durfte die verschiedenen Übungen unter den strengen Augen von jungen Yoga-Schülern ausprobieren.

Zwei Mal wöchentlich unterrichtet Murielle Chobriat (Yoga Santé Luxembourg) Yoga für Kinder. Sie ist überzeugt von den positiven Auswirkungen der alten spirituellen Lehre für das Wohlbefinden ihrer kleinen Kursteilnehmer. Im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn, u.a. mit Stationen in Frankreich, Indien und Luxemburg, habe sie beobachten können, wie Yoga das Selbstvertrauen und die Kreativität der Kinder stärkt und sie gleichzeitig ruhiger werden und aufmerksam zuhören lässt.

Die richtige Atmung

Mehrere Studien würden die positive Auswirkung von Yoga auf die physische und geistige Ausgeglichenheit von Jung und Alt im Alltag bestätigen, sagt Chobriat. Das Schlüsselelement, um diesen Zustand zu erreichen, ist die richtige Atemtechnik. „Sofort nach der Geburt atmen wir aus dem Bauch heraus. In ihren ersten Lebensjahren verlernen manche Kinder die Bauchatmung in Folge von Stress. Mithilfe von umfassenden Atemtechnikübungen entdecken sie wieder die gesunde Energie, die sie dadurch gezielt steuern können.“

Emotionale Stabilität, weniger Angstzustände, ein gestärktes Immunsystem, Lösung von Anspannungen, Vertrauen in den eigenen Körper, eine bessere Kenntnis über und die Grundlagen der Anatomie, verbesserte Konzentration und Selbstachtung – die Liste der Vorteile, welche die wöchentlichen Kurse den jungen Teilnehmern bringen sollen, ist lang.
Yoga kann auch den Hormonhaushalt positiv beeinflussen, indem es für den Ausgleich von Hormonen sorgt, die oft für Verhaltensveränderungen bei Kindern – wie Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizit oder Stimmungsschwankungen – verantwortlich sind, führt die Lehrerin aus.

“Namasté”

In der Praxis verlaufen die Kurseinheiten nach einem festen Schema: Die Begrüßung im Kreis, „die Kinder mögen es sehr, sich mit ‘Namasté’ zu begegnen“, lächelt Murielle Chobriat. Anschließend sollen sie sich ihrer Atmung bewusst werden: Sie legen die Hand auf dem Bauch und spüren die Ausdehnung und das Zusammenziehen der Muskulatur beim Ein- und Ausatmen. Jeder Bereich des Körpers wird spielerisch und in Form einer kleinen Geschichte aktiviert, es werden Haltungen geübt und am Ende des Kurses steht Entspannung auf dem Programm.

Bevor sich die Kinder verabschieden, tauschen sie sich über ihre Lieblingsmomente aus. Wer möchte, hält diese zeichnerisch in einem kleinen Notizbuch, ihr „Yoga-Goldbuch“ fest, schildert die Yoga-Leiterin. „Mir ist wichtig, jedem Kind genug Raum zu lassen, um über seine persönliche Erlebnisse erzählen zu können.“

“Rüstzeug für selbstbewusste Kinder”

Yoga, sagt Chobriat, lässt sich drinnen und im Freien praktizieren. Viel entscheidender als der Übungsort sei der Grundsatz, dass bei den Haltungen nichts bewertet werde, ebenso wenig gelte es, erfolgreich zu sein. „Yoga ist kein Wettbewerb, weder mit sich selbst noch mit anderen Teilnehmern“, betont die Lehrerin.

„Es geht einzig und allein darum, den inneren Frieden zu finden, um sich besser in seinem Umfeld zu fühlen. Und schließlich den Kindern das Rüstzeug zu geben, sich selbst zu sein.“

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