Weltweit sind negative Zinsen ein Thema. Nun ist auch der Luxemburger Staat auf den Zug aufgesprungen. Erstmals hat er neue Schulden gemacht und wird von den Investoren dafür bezahlt.

Insgesamt 1,7 Milliarden Euro frisches Geld wollte Luxemburg an den Märkten einsammeln. Seit dem gestrigen Morgen konnten sich interessierte Geldgeber melden. Und Interesse gab es: Angebote über satte 6,4 Milliarden Euro sind eingegangen. Bereits am Abend desselben Tages konnte die Operation abgeschlossen werden.

Es handelt sich um die erste traditionelle Staatsanleihe des Großherzogtums, für die die Geldgeber keine Zinsen erhalten werden. Im Gegenteil: Sie akzeptierten einen Zinssatz von minus 0,247 Prozent auf dem Geld, das sie dem Luxemburger Staat leihen. Das teilte das Finanzministerium in einer Pressemeldung mit.

1,7 Milliarden Euro

Das Darlehen über 1,7 Milliarden Euro hat eine Laufzeit von sieben Jahren und endet im November 2026. Das Geld soll unter anderem genutzt werden, um einen Kredit über zwei Milliarden, der im März 2020 fällig wird, zurückzuzahlen. Für diesen musste der Staat jährlich 3,375 Prozent Zinsen zahlen.

Dass Luxemburg mittlerweile fürs Schuldenmachen bezahlt wird, ist keine Überraschung. Weltweit sind die Zinsen niedrig und viele Menschen sind auf der Suche nach sicheren Geldanlagen. Um diese Sicherheit zu erhalten, sind Investoren seit einigen Jahren sogar bereit, zu bezahlen.

„Der Erfolg dieser Operation spiegelt den Wert unseres AAA-Ratings und das Vertrauen der Anleger in die luxemburgische Wirtschaft wider“, wird Finanzminister Pierre Gramegna in der Pressemeldung zitiert.

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