In Deutschland kann der zweitgrößte europäische Stahlkonzern entstehen. Die IG Metall hat einem Tarifvertrag zugestimmt, der Standorte und die Situation der Arbeitnehmer sichert. Die mächtigste deutsche Industriegewerkschaft hat sich selbst ein große Hürde gesetzt, um den Tarifvertrag gültig werden zu lassen. Sie benötigt die Zustimmung aller Belegschaften an den 13 Standorten von ThyssenKrupp. Die Abstimmungen unter 20.000 Gewerkschaftsmitgliedern sollen Mitte Januar beginnen. Das Ergebnis soll am 5. Februar verkündet werden.

Das neue Unternehmen mit 48.000 Mitarbeitern soll den Namen ThyssenKrupp Tata Steel bekommen. Standorte und Mitarbeiter erhalten – dem Tarifvertrag zufolge – eine neunjährige Bestandsgarantie, erklärte ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard vor Journalisten in Essen.

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Börsengang möglich

Im Vertrag ist auch vorgesehen, dass ein Börsengang möglich ist. Im Falle der Börsennotierung sollen beide Aktionäre des künftigen Joint Venture aber zusammen 51 Prozent des Kapitals behalten. Die Kapitalbindung vor einem möglichen Börsengang beträgt sechs Jahre. Die IG Metall wirbt in den Betrieben um Zustimmung.

Die Gewerkschaft stellt aber gleichzeitig klar, dass ein Erfolg bei der Abstimmung nicht automatisch bedeute,  dass die Fusion der Stahlbereiche auch stattfinde. Darüber müsse der – paritätisch besetzte – Aufsichtsrat entscheiden. Für diese Entscheidung aber gibt es ein Hindernis: Das Joint Venture ThyssenKrupp Tata Steel soll seinen Sitz in den Niederlanden haben.

Damit würde die Mitbestimmung ausgehebelt. Bei ThyssenKrupp Tata Steel würde damit das Gleiche erfolgen, das es auch auch bei der Fusion zwischen Arcelor und Mittal gegeben hatte: Auch hier war in der Holding die Mitbestimmung ausgehebelt worden. Aktionärsvertreter wiederum zeigten sich nicht erfreut über die weitgehenden Zugeständnisse an die Gewerkschaften. Das Joint Venture ThyssenKrupp Tata Steel soll Ende 2018 mit der Arbeit beginnen.

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