Bei einem stetigen Wachstum der luxemburgischen Bevölkerung wird auch immer mehr Strom gebraucht. Um eine sichere Stromversorgung auch in Zukunft weiterhin garantieren zu können, baute Creos sein Netzwerk rund um die Stadt Luxemburg aus. Dieses wurde am Mittwoch eingeweiht.

Unser Land bezieht seine gesamte Stromversorgung bislang aus Deutschland. 9.700 Kilometer des Stromnetzwerkes, das sicherstellt, dass auch jeder Haushalt genügend Energie abbekommt, gehört Creos. 35 Kilometer hiervon sind in den letzten drei Jahren hinzugekommen. Denn das Wachstum unserer Bevölkerung bringt natürlich auch einen höheren Stromverbrauch mit sich.

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„Statistiken zufolge hat Luxemburg das vertrauenswürdigste Stromnetz in Europa, mit den wenigsten Strompannen“, so Mario Grotz, Präsident von Creos Luxemburg. Um diesem Ruf trotz großer Bauprojekte wie dem „Ban de Gasperich“, dem Einsatz der Tram sowie dem steigenden Gebrauch von Elektroautos auch in Zukunft gerecht zu werden, musste nach Lösungen gesucht werden. „Der Spitzenverbrauch des Landes hat sich, seit das Stromnetz vor 45 Jahren gebaut wurde, mehr als vervierfacht. Um dieser rasanten Entwicklung Rechnung zu tragen, mussten wir uns überlegen, wie es weitergeht“, so Claude Seywert, CEO von Creos.

Kapazität der Stadt Luxemburg verdoppelt

Die Antwort auf diese Frage war der Luxring. „Mit der Erweiterung des Netzes haben wir die Kapazität der Stadt Luxemburg verdoppelt“, versichert Seywert. Der Kreis des Luxring verläuft einmal um die gesamte Hauptstadt und wurde mit der neuen Leitung von Heisdorf über Itzig nach Bergem geschlossen. Das Herzstück des Luxring befindet sich in Itzig: Das neue Umspannwerk ist das erste im Lande, welches „eingekapselt“ ist.

Das bedeutet nichts weiter, als dass es innerhalb eines Gebäudes ist. Erstens, um Platz zu sparen, zweitens, um die Apparatur vor Witterung zu schützen und drittens, damit sich das Ganze besser in das Landschaftsbild einfügt.

Die Planung des Projekts dauerte insgesamt zehn Jahre. Vizepremierminister Etienne Schneider erinnert sich schmunzelnd zurück: „Als damals das Projekt gestimmt wurde, war Creos noch Cegedel und der Präsident des Verwaltungsrates hieß nicht Mario Grotz, sondern Etienne Schneider. Ich wusste allerdings damals nicht, dass ich das Ganze einmal als Minister einweihen würde. Das zeigt, wie lange so ein Projekt eigentlich dauern kann.“ Schneider zeigt sich überzeugt, dass das neue Stromnetzwerk zu einer nachhaltigen Ökonomie beitragen wird.

Hochspannungsleitungen wandern unter die Erde

Parallel zu den Arbeiten am neuen Stromnetz wurde die Gelegenheit genutzt, um die Stromnetze im ganzen Land zu sanieren.

Landesweit 80 Strommasten konnten während der Arbeiten auf 71 reduziert werden, was eine bessere Lebensqualität für die Bevölkerung mit sich bringt. Sieben Kilometer der Hochspannungsleitung konnten unterirdisch gelegt werden, sodass diese komplett von der Bildfläche Luxemburgs verschwinden.

Ab dem 11. Oktober, also bereits nächste Woche, wird die Stromverbindung mit Belgien durchgeschaltet, sodass Luxemburg schon bald an zwei Länder angebunden und somit noch besser abgesichert sein wird.

Melody Hansen

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