Die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zur Geldpolitik sind an den Finanzmärkten mit Erleichterung aufgenommen worden. Nach einem kurzen Anstieg im Sog der Entscheidung, den Hinweis auf eine eventuelle Ausweitung der Anleihekäufe zu streichen, gab der Euro seinen Gewinn von zeitweise rund einem halben US-Cent wieder ab und pendelte bei 1,24 Dollar kaum verändert.

Die Märkte hätten von der EZB vorerst weiter nicht viel zu befürchten, fasste Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners zusammen. “Die Zinsen bleiben auf absehbare Zeit niedrig.” Mit der leichten Reduzierung der Inflationsprognose verschaffe sich die EZB zudem noch mehr Zeit bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik.

Der Dax stieg um 0,9 Prozent auf 12.355 Punkte, der EuroStoxx50 legte 1,1 Prozent auf 3413 Zähler zu. Am Devisenmarkt fiel der Euro um rund einen US-Cent auf 1,2335 Dollar, nachdem er zunächst bis auf 1,2445 Dollar geklettert war.

Aufruf zur Mäßigung

Auf ähnlich moderate Töne schießen sich die Börsen jetzt auch hinsichtlich Trumps Zollvorhaben ein”, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Onlinebroker CMC Markets. Trump twitterte, wichtige Handelspartner, die auf die Anliegen der USA eingingen, könnten mit Entgegenkommen rechnen. Die EU und Japan hoffen darauf, den Konflikt bei einem Treffen am Wochenende zu entschärfen. In New York lagen die Kurse zum Handelsschluss in Europa im Plus.

Mario Draghi hat im sich zuspitzenden Handelsstreit mit den USA den dortigen Präsidenten Donald Trump zur Mäßigung aufgerufen. Es gebe eine gewisse Sorge über den Stand der internationalen Beziehungen, sagte Draghi am Donnerstag in Frankfurt. “Wenn man Zölle gegen Verbündete erhebt, wundert man sich, wer die Feinde sind.” Solche Konflikte müssten im Dialog miteinander gelöst werden. “Denn einseitige Entscheidungen sind gefährlich.” Draghi nannte einen zunehmenden Protektionismus als eine der Gefahren für das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum.

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