Tatiana Quesada liebt als Langstreckenläuferin die weiten Distanzen. Am Sonntag wird das Herz der CAEG-Läuferin wieder höher schlagen, wenn sie zum fünften Mal am Uewersauer-Trail teilnehmen wird. Genau bei diesem Lauf im Norden des Landes wurde ihre Leidenschaft für diese Disziplin geweckt.

Tatiana Quesada hat schon vor einigen Jahren ihren Gefallen an Trails gefunden. Das Laufen in der Natur macht ihr Spaß. Oft steht der Trail sinnbildlich dafür, den Athleten alles abzuverlangen. Eigentlich eine wahre Tortur. Quesada beschreibt ihr Hobby ein wenig anders: „Für mich ist Trail-Laufen keine Quälerei, sondern eher eine Herausforderung. Ich lerne auf diese Art meine Grenzen kennen.“

Sie selbst entdeckte erst im Alter von 37 Jahren ihre Passion fürs Laufen. Ihr Ehemann hatte dabei seine Finger mit im Spiel. „Mein Mann war stets ein ambitionierter Jogger. Er stand oft früh auf, um seine Runden zu drehen. Eines Tages kam es dann so, dass ich mich dazu entschloss, ihn dabei zu begleiten“, erzählt sie. Danach hat sie das Lauf-Fieber gepackt.

Vor allem in diesem Jahr nahm die Langstreckenläuferin an vielen Trails im Ausland teil. Auch so manche Topplatzierung sprang für die 44-Jährige dabei heraus. Der „Trail du Petit Ballon d’Alsace“ wird ihr dabei in besonders guter Erinnerung bleiben. Diesen Lauf in Frankreich konnte sie nämlich als drittbeste Frau abschließen, was gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Weltmeisterschaft war.

Bei diesem Event im portugiesischen Coimbra mussten insgesamt 44 Kilometer und 2.100 Höhenmeter zurückgelegt werden. Ihre ersten Erfahrungen dabei hatten es aber wahrlich in sich: „Es war sehr, sehr hart. Auf einigen Teilabschnitten wusste ich nicht, wie ich diese überhaupt meistern sollte. Ich musste über viele wackelige Steine laufen. Sogar einige Kletterpassagen mussten überwunden werden. Der Parcours löste in mir schon in manchen Momenten eine gewisse Panik aus“, erinnert sich die FLA-Läuferin. Am Ende reichte es für Quesada immerhin zu Platz 107 unter 159 Athletinnen.

Am Sonntag tritt die Langstreckenspezialistin wieder einmal bei einem Trail in Luxemburg in Erscheinung. Der Uewersauer-Trail, in den auch die luxemburgischen Meisterschaften in dieser Disziplin eingebettet sind, bedeuten für sie den traditionellen Saisonabschluss. „Ich bin froh, dass wir so einen schönen Lauf hier in Luxemburg haben. Vor allem der Streckenabschnitt um Esch/Sauer rund um die Burg gefällt mir sehr gut“, sagt sie.
Vordere Platzierungen

In der Vergangenheit konnte Quesada bei diesen Titelkämpfen mit starken Resultaten überzeugen. 2016 wurde sie Meisterin, 2015 und 2018 Vizemeisterin und 2017 landete sie auf dem dritten Rang.

Jetzt geht die Luxemburgerin bei dieser fast schon traditionellen Veranstaltung zum fünften Mal an den Start. Inwiefern sie dieses Jahr beim 52-km-Lauf um die vorderen Plätze mitkämpfen kann, darüber ist sie sich noch nicht so sicher. „Es ist relativ schwierig, meine derzeitige Form einzuschätzen“, sagt sie. Vor drei Wochen hatte sie sich spontan dazu entschieden, am Marathon in Frankfurt teilzunehmen. Eine kleine Abwechslung zwischen den ganzen Trail-Läufen tat ihr gut: „Ich habe den Straßenlauf ein wenig vermisst. Ich wollte mal wieder eine lange Distanz laufen, ohne die ganze Zeit aufpassen zu müssen, ob mir ein Stein oder ein Ast im Weg liegt.“

Einen Marathon erfolgreich zu beenden, erfordert viel Kraft. Die Regeneration beansprucht dementsprechend viel Zeit. „Daher weiß ich noch nicht genau, wie ich mich davon erholt habe. Mit meinen 44 Jahren bin ich in einem fortgeschrittenen LaufAlter. Da dauert die Erholungszeit schon etwas länger. Ich bin nicht mehr gleich nach zwei oder drei Tagen wieder richtig fit“, sagt sie.

Auch wenn die Muskeln immer mehr und länger schmerzen, freut sie sich immer darauf, gleich wieder die Laufschuhe für den nächsten Einsatz schnüren zu können. Zu hohe Ziele setzt sie sich im Allgemeinen bei ihren Rennen aber nie: „Ich will einfach nur Spaß haben. Deshalb habe ich auch nicht ständig meine Zeit im Blick. Bei diesen Rennen kann man zwischendurch auch mal eine kleine Pause einlegen. Manchmal gehe ich es etwas gemütlicher an, um die Natur genießen zu können“, gesteht Quesada.

Und in den Genuss von schönen Landschaften kommt sie am Wochenende allemal, wenn sie wieder ein paar der schönsten Ecken des Öslings durchqueren wird.

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