Laurent Carnol im Interview

01. August 2012 03:00; Akt: 01.08.2012 06:54 Print

\"Im Moment fällt es noch schwer ..."

Gleich nach dem Halbfinale stellte sich Laurent Carnol am Dienstag in der Mixed-Zone den Journalistenfragen: Die Enttäuschung überwog zunächst noch. Den berechtigten Stolz auf seine Leistung konnte er aber nicht verbergen.

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Ein enttäuschter Laurent Carnol nach dem Halbfinale am Dienstagabend. (Bild: Jeff Lahr)

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Wunder gibt es keine im Schwimmen …

Laurent Carnol: "Nein, im Schwimmen sicher nicht. Die Schnellsten kommen weiter, und heute war ich im Halbfinale nicht schnell genug. Ich habe eigentlich gedacht, ich könnte noch etwas schneller schwimmen als heute Morgen, bin aber nicht richtig ins Rennen reingekommen. 'Dat ass schued ... mee bon.'"

War die Erholungszeit vielleicht zu kurz nach dem Vorlauf?

"Heute Morgen war sehr sauer, aber erholt hatte ich mich trotzdem gut. Aber bei Olympia muss man halt morgens und abends sehr schnell schwimmen. Damit habe ich noch nicht so viel Erfahrung, weil das meistens nicht gefordert ist. Oft kann man sich morgens etwas schonen. Vielleicht muss ich es einfach öfters machen, um mich daran zu gewöhnen."

Zu langsam angefangen, konntest du in der zweiten Hälfte aber noch zulegen.

"Die zweite Hälfte war ungefähr gleich wie heute Morgen. Aber ich war einfach zu weit hinten, dann wird’s schwer."

2.09.31 hätten es sein müssen fürs Finale, ist das zu schnell, der Abstand zu groß?

"Die hatte ich heute jedenfalls nicht in mir. Trotzdem kann ich stolz sein, ein olympisches Halbfinale erreicht zu haben, das hat noch kein Luxemburger vor mir geschafft. Jetzt bin ich dennoch enttäuscht, dass es nicht besser gelaufen ist. Ich wollte hoch 2.09 oder tief 2.10 schwimmen … Es sollte eben nicht sein. Nun heißt es eben weiter hart trainieren, vier Jahre, um diesen Abstand zu verringern. Vielleicht klappt’s ja dann in Rio mit dem Finale."

Der Vergleich mit deinen ersten Spielen in Peking?

"Da schwamm ich mit Kostüm 2.15, nun ohne 2.10. Dort war ich 40., nun bin ich 15., das ist ja schon eine ordentliche Steigerung. Damit muss ich nun zufrieden sein, auch wenn ich mir vielleicht etwas mehr erhofft hatte."

Alles in allem aber trotzdem eine tolle Erfahrung?

"Sicher. Wenn ich in einer Woche darauf zurückblicke, werde ich sehr stolz sein. Im Moment fällt es aber noch schwer, mich darüber zu freuen."

Am Mittwoch (01.08.12) wirst du aber trotzdem in der Halle sein und Raphaël anfeuern?

"Ja, klar. Vielleicht schafft er es ja auch ins Halbfinale. Und dann können wir unsere Olympischen Spiele noch etwas genießen."

(ChB./clc/Tageblatt.lu)