Spaniens Politik pro Contador

09. Februar 2012 03:20; Akt: 09.02.2012 03:28 Print

Gefallen oder Bärendienst?Gefallen oder Bärendienst?

Spaniens Politiker können es nicht lassen. Nach der Doping-Sperre für Radstar Alberto Contador stimmt auch die Regierung in Madrid in den Chor der Empörten ein.

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lberto Contador wird wohl in Zukunft vermehrt aufpassen, was er isst, ob nun Steak oder Müesliriegel. (Bild: Archiv / AP / Christophe Ena))

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Über einen „ungeheuren juristischen Blödsinn“ klagte die Generalsekretärin der konservativen Volkspartei, María Dolores de Cospedal, gestern. Die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den populären Sportler sei eine „Ungerechtigkeit“. Im TV-Sender Telecinco sprach die Nummer zwei hinter Regierungschef Mariano Rajoy von einem „Willkürurteil ohne Grenzen“. Ob sie Contador damit einen Gefallen tat? Ein ähnlicher Vorfall hatte für den Sportler fatale Folgen.

Als die Causa Contador noch offen war, ergriff schon einmal ein wichtiger Politiker für den Rundfahrt-Spezialisten Partei. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr twitterte der sozialistische spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero: „Es gibt keinen juristischen Grund, Contador zu bestrafen.“ Vier Tage später sprach Spaniens Verband den Radprofi vom Dopingvorwurf frei. Wie sich herausstellte, erwies Zapatero dem Sportler einen Bärendienst.

Die Welt-Antidoping-Agentur WADA sah sich nämlich danach gezwungen, vor den CAS zu ziehen. „Es ist bedauerlich, dass es in der ersten Instanz eine Einflussnahme gab, die dann zwangsläufig zu einer Berufung vor dem CAS führte“, verkündete WADA-Präsident John Fahey in Lausanne. „Wir hatten keine andere Wahl.“ Ob die WADA eine eigentlich geplante Ein-Jahres-Sperre akzeptiert hätte, ließ er freilich offen.

„Zeitverlust“

So abernahm die monatelange Hängepartie vor dem CAS ihren Lauf, an deren Ende Contador des Clenbuterol-Dopings schuldig gesprochen wurde.

Sein Landsmann Oscar Pereiro – der pikanterweise selbst nur durch die nachträgliche Doping-Bestrafung des Amerikaners Floyd Landis den Tour-Sieg 2006 zugesprochen bekam – rät davon ab. Eine Anfechtung sei „Zeitverlust“, sagte Pereiro der Nachrichtenagentur dpa.

Der frühere Radprofi schoss zugleich heftig gegen den Weltverband, an dessen Spitze „Gangster“ säßen. „Wenn UCI-Chef Pat McQuaid sagt, das CAS-Urteil bedeutete einen traurigen Tag, ist dies Heuchelei“, schimpfte Pereiro. Die UCI sei lediglich auf Alberto Contadors Millionenstrafe aus.

Kommentare (1 Kommentare)
  • Besser Sperr vun engen Joer !
    D'Analysen vu Köln sin ganz kloer : Beweis fir BLUTDOPING ! Anstatt die Liggen vum Bifteck hät den A.C. (vun den FUENTES Löschten) besser gehat die eischt Strof vum spueneschen Radsportverband unzehuelen ! Haut ze speit ! Awer emol ganz kloer gesot : Den A.C. huet esou vill Talent dat hien och bal alles ouni DOPING gewonnen hätt ! Aus engen Iesel könnt dier mat DOPING och keen Reitpärd machen !
    von: Jos MERSCH am: 09.02.2012 09:27
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