10. Januar 2017 20:44;Akt: 10.01.2017 21:08

"Er sollte sich zuerst informieren"

BIELES 2017

Der ehemalige Cyclocross-Weltmeister Niels Albert übte nun Kritik am Mitwirken von Adrie van der Poel bei der WM in Beles. Dieser lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen.

 (Bild: Marcel Nickels)

Bei der Cyclocross-Weltmeisterschaft am 28. und 29. Januar läuft bei der Elite alles auf einen Zweikampf zwischen dem Niederländer Mathieu van der Poel (Weltmeister 2015) und dem Belgier Wour van Aert (aktueller Weltmeister) hinaus.

Bei der Organisation der Weltmeisterschaft ist Mathieus Vater, der ehemalige Cross-Weltmeister Adrie van der Poel, als Berater tätig. Dies stößt dem ehemaligen belgischen Weltmeister und jetzigen Sportlichen Leiter von Wout van Aert sauer auf. „Ich bekomme die Idee nicht aus dem Kopf, dass Adrie eine Strecke zeichnet, die eher seinem Sohn entgegenkommt“, so Albert. „Es ist schade, dass der Vater eines großen Favoriten in die Organisation impliziert ist.“

Weltmeister auf van der Poels Strecke

Diese Anschuldigungen ließ Adrie van der Poel, der dem Organisationsteam zurzeit beratend zur Seite steht, nicht auf sich sitzen. „Natürlich kann man eine Strecke zeichnen, die einen Fahrer bevorteiligt. Doch wer mich kennt, weiß, dass ich das nicht machen würde. Außerdem bin ich nur in beratender Funktion hier. Ich habe die Strecke nicht selbst entworfen“, so der Silbermedaillengewinner der WM 1985 vor dem Luxemburger Claude Michely.

„Ich kann nur sagen, dass sich Niels Albert vielleicht im Vorfeld hätte besser informieren sollen. Wenn er sich die Strecke angeschaut hätte, dann hätte er gemerkt, dass sowohl technische als auch schnelle Passagen dabei sind. Als Albert 2009 auf einem von mir gezeichneten Parcours Weltmeister wurde, da haben die Niederländer mich auch im Vorfeld darum gebeten, den Parcours zu ändern, was ich aber natürlich nicht gemacht habe. Und 2014, als Van Aert (damals noch Espoir) in Hoogerheide auf einem ebenfalls von mir gezeichnetem Parcours Weltmeister wurde, hat sich auch niemand beschwert“, so Van der Poel, der glaubt, dass Albert lediglich Öl ins Feuer gießen wolle, obwohl kein Feuer vorhanden sei.

Auch Sohn Mathieu reagiert

„Ich muss gestehen, dass diese Anschuldigungen mich schon treffen, denn ich bin der Auffassung, dass ich einiges für den Cyclocross – die Sportart die ich liebe – tue.“ Sohn Mathieu hat auf Twitter ebenfalls reagiert: „Immer nur beschweren.“



Für Adrie van der Poel ist ohnehin Wout van Aert der große Favorit auf den Titel. „Wenn Mathieu sich durchsetzen würde, das wäre für mich wirklich eine Überraschung. Auf der anderen Seite hört der Junge nicht auf, mich zu überraschen“, lacht der Vater. Das Vorgeplänkel zur Weltmeisterschaft wurde damit eingeläutet.

Chris Schleimer